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Ökologischer Landbau

Biogetreide: Fläche wächst, Erträge nicht

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am Freitag, 11.01.2019 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Der Anbau von Biogetreide hat in Deutschland in den letzten Jahren kräftig zugenommen. Damit wächst auch die erzeugte Menge an Biogetreide.

Ökogetreideernte

Der auf Zufuhren angewiesene deutsche Markt kann also immer besser versorgt werden. Im Schnitt der letzten Jahre musste ein Drittel des deutschen Bedarfs an Ökogetreide über Importe abgedeckt werden. Etwa zwei Drittel des Gesamtverbrauchs (einschließlich der Importe) wurden verfüttert.

Auch im Dürrejahr 2018 haben die Biobauern den Anbau von Biogetreide ausgedehnt. Die Erntemenge fiel jedoch hinter das Rekordergebnis des Jahres 2017 zurück. Grund waren die dürrebedingten Ertragseinbußen. Die Auswirkungen der Dürre auf die Erträge waren jedoch geringer als in der konventionellen Produktion.

Das liegt zum einen an den ohnehin deutlich niedrigeren Erträgen im Biolandbau. Diese sind bei Biogetreide nur halb so hoch wie bei konventionellem Getreide. Ursache ist, dass Biobauern weder Mineraldünger noch chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Außerdem ist der Anteil alternativer und weniger ertragsstarker Getreidearten, wie etwa Dinkel, Hafer und Roggen weitaus höher als in der konventionellen Produktion.

Anbaufläche von Biogetreide wächst weiter

ökogetreidefläche

Die deutsche Bio-Getreideernte 2018 schätzte die AMI im November auf 797.000 t. Damit wäre die Produktion nur 5 Prozent kleiner als die bisherige Rekordernte 2017. Alle davor liegenden Biogetreideernten würden deutlich übertroffen.

Der Grund für die trotz der Dürre relativ guten Ernte ist die weitere kräftige Ausweitung der Anbaufläche um etwa 5 Prozent. Offenbar haben in den letzten beiden Jahren weitere größere Ackerbaubetriebe auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Die Biogetreidefläche wird für die Ernte 2018 auf 285.000 ha bis 290.000 ha geschätzt. Das entspricht etwa 5 Prozent der gesamten deutschen Getreidefläche.

Der Anteil von Biogetreide an der heimischen Getreideproduktion (ohne Mais) lag im Dürrejahr 2018 lediglich bei 2 Prozent. Damit ist der Anteil von Biogetreide an der Gesamtproduktion weiterhin erheblich niedriger als der entsprechende Flächenanteil.

Die Ertragseinbußen durch die Trockenheit im Dürrejahr 2018 schätzte die AMI im Durchschnitt aller Bio-Getreidearten für Deutschland auf etwa 10 Prozent. Im konventionellen Anbau lagen die Mindererträge (ohne Mais) nach Angeben von Destatis mindestens bei 15 Prozent.

Andere Getreidearten, niedrigere Erträge

Ökogetreidearten

Die im Biolandbau angebauten Getreidearten unterscheiden sich recht deutlich von den Verhältnissen in der konventionellen Produktion. Die größte Bedeutung im ökologischen Getreideanbau haben Winterweizen und Roggen. Diese beiden Getreidearten wurden zuletzt auf etwa 22 Prozent bzw. 21 Prozent der Ökogetreidefläche angebaut.

Gerste, Dinkel und Hafer erreichen jeweils einen Anteil an der Anbaufläche von 11 bis 12 Prozent. Danach folgen im Anbauranking Triticale, Körnermais und Sommerweizen. Allerdings erreichen Öko-Dinkel und Öko-Hafer an den Gesamtanbauflächen dieser Kulturen (einschließlich konventionell) Anteile von 36 bzw. 24 Prozent. Das sind deutlich höhere Marktanteile als bei den übrigen Öko-Getreidearten.

Die Ertragsleistung der Ökogetreidearten ist im Schnitt knapp halb so hoch wie bei konventionellem Getreide. Am größten ist der Abstand zum konventionellen Getreide beim Bioweizen mit mehr als 50 Prozent. Am geringsten ist die Differenz der Erträge zwischen konventionellem und Biohafer mit nur 25 Prozent.

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