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Ökologischer Landbau

Biogetreide: Gute Ernte und stabile Preise

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
22.11.2018

Auch die Produktion von Biogetreide hat unter der extremen Dürre gelitten. Die Ausfälle waren jedoch kleiner als im konventionellen Ackerbau.

Hinzu kommt, dass die Qualität der Ernte häufig sehr gut war. Deshalb war auch der Anteil an Brotgetreide an der Gesamternte höher als in den Jahren zuvor.

Futtergetreide bleibt wegen der gewachsenen Anzahl der Öko-Tierhalter und der kleineren Futterernte relativ knapp. Die Importe von Getreide nach Deutschland dürften deshalb ebenfalls hoch bleiben. In den Vorjahren wurde etwa ein Drittel des heimischen Bedarfs an Biogetreide eingeführt.

In den nächsten Jahren könnte sich der Importbedarf aber verringern. Zahlreiche Betriebe befinden sich noch in der Umstellung und kommen mit ihrer Ware bald auf den Markt.

Die Preise für Biogetreide sind – anders als für konventionelle Ware – kaum gestiegen. Allerdings haben sich die Biopreise bereits in den Vorjahren weitgehend vom konventionellen Markt abgekoppelt.

Ernte 2017 brachte Rekordergebnis

Ökogetreideflächen

Die Anbaufläche von Biogetreide hatte bereits 2017 wegen zahlreicher neuer Umstellbetriebe um etwa 5 Prozent auf 255.000 ha zugenommen. Das war die bislang größte Ökogetreidefläche. Gleichzeitig lag der Anteil an der gesamten Getreidefläche bei etwa 4 Prozent.

Die Erntemenge hat nach den Auswertungen der AMI im vorigen Jahr jedoch weitaus stärker zugenommen als zunächst erwartet. Auf rund 843.000 t schätzen die AMI-Experten die Öko-Getreideproduktion von 2017. Zuvor hatte man lediglich mit einer Erntemenge von 765.000 t gerechnet.

Trotz der größeren Ernte lag der Anteil des Ökolandbaus an der gesamten deutschen Getreideproduktion nur bei knapp 2 Prozent. Grund für die Korrektur der Erntemenge waren die deutlich besseren Erträge. Die Qualitäten waren im vorigen Jahr jedoch oft schwach und ein beträchtlicher Teil der Ware war nur als Futtergetreide geeignet.

Im Schnitt der letzten Jahre wurden etwa zwei Drittel des Gesamtverbrauchs (einschließlich Importen) verfüttert.

Neue Getreideernte nur 5 Prozent kleiner

ÖkogetreideProduktion

Die  Biogetreideernte 2018 schätzte die AMI im November auf 797.000 t und damit rund 5 Prozent kleiner als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr. Alle davor liegenden Biogetreideernten werden jedoch übertroffen. Ein Grund für die trotz der Dürre relativ gute Produktion ist die Ausweitung der Anbaufläche.

Offenbar haben auch 2018 größere Ackerbaubetriebe auf Biolandwirtschaft umgestellt, wodurch sich das Angebot an Biogetreide in den nächsten Jahren weiter vergrößern wird. Das bedeutet auch, dass die Importe weiter zurückgehen, und möglicherweise auch einen Rückgang der Preise.

Die extreme Dürre hat auch im Ökolandbau allen Getreidearten zugesetzt. Die Sommerungen waren aber weitaus stärker betroffen als das Wintergetreide. Die Trockenheit hat insbesondere im Norden und Osten zu deutlichen Ertragseinbußen geführt.  

In den Öko-Hochburgen im Süden waren die Auswirkunge geringer. Die AMI schätzt die Erträge im Durchschnitt über alle Getreidearten auf 30 dt je ha. Das sind knapp 10 Prozent weniger als 2017.

Im konventionellen Anbau lagen die Ertragseinbußen bei über 20 Prozent. 

Preise auf hohem Niveau stabil

Getreidepreis.gif

Trotz der kleineren Ernte haben sich die Preise am Biogetreidemarkt nur wenig verändert. Der sehr kräftige Preisanstieg, der am konventionelle Getreidemarkt nach der Dürre zu beobachten war, blieb am Biomarkt weitgehend aus.

Wie an anderen Teilmärkten auch, haben sich offenbar auch die Biogetreidepreise von den konventionellen Preisen entkoppelt. Außerdem war die Biogetreideernte 2017 größer als zunächst angenommen. Dadurch waren die Läger vieler Verarbeiter relativ gut gefüllt und der Handel lief nach der Ernte weiter in relativ ruhigen Bahnen.

Hinzu kommt, dass das Angebot an Umstellungsware für die Mischfutterwerke ziemlich groß ist. Auch wenn der Anteil von Umstellungsgetreide an den Mischungen 30 Prozent nicht überschreiten darf, beeinflusst das große Angebot die Preise für die Bioware.

Nach der Ernte bewegten sich die Kurse für Biobrotweizen im Schnitt bei 420 Euro je t. Für Brotroggen lagen die Kurse bei 390 Euro und für Hafer bei 360 Euro. Futterweizen wurde mit etwa 335 Euro je t gehandelt. Im Vergleich zum vorigen Jahr waren die Kurse damit bei Weizen etwas niedriger und bei Roggen und Hafer etwas höher.

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