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Ölsaaten - Ernte und Preise

Brasiliens neue Sojaernte vertrocknet – La Niña ist zurück

aussaat.
am Dienstag, 07.12.2021 - 14:52 (Jetzt kommentieren)

Im Süden Brasiliens fehlt seit November Regen. Die neue Maisernte und Sojaernte leiden. Die Sojapreise steigen.

Sojapreise.

Die brasilianischen Sojabohnen für die neue Ernte sind Mitte Dezember auf mehr als 90 Prozent der geschätzten Fläche ausgesät. Das teilte das Beratungsunternehmen AgRural zum Beginn dieser Woche mit. Auch die Aussaat der ersten Maisernte (Sommermais) ist ähnlich weit fortgeschritten. Das Problem ist allerdings: Vor allem in den wichtigen Anbauregionen im Süden fehlt seit Wochen Regen und die jungen Mais- und Sojapflanzen drohen zu vertrocknen.  

Dabei wurde der (negative) Einfluss von La Niña auf das südamerikanische Wetter im Verlauf des Dezembers immer ausgeprägter - mit großen Problemen für die Landwirte. Ganz besonders sind die südlichen Bundestaaten wie etwa Rio Grande do Sul und Santa Catarina von Dürre betroffen. Seit November liegen die Niederschläge dort weit unter dem historischen Durchschnitt, und die Wetter-Prognosen für die erste Dezemberhälfte sind in diesen Bundesstaaten ebenfalls sehr ungünstig, sagte AgRural.

Unterdessen tragen reichlich Regenfälle in Zentralbrasilien dazu bei, einige der negativen Auswirkungen weiter im Süden auszugleichen. Aufgrund des trockenen Wetters im Süden wird jedoch erwartet, dass Brasiliens kommende Sommermaisernte deutlich unter den ursprünglichen Prognosen liegen dürfte.

Viele Analysten (auch das USDA) werden ihre bisherigen sehr hohen Ernteprognosen sowohl für Soja als auch für Mais nach unten anpassen müssen. AgRural prognostiziert bisher ebenfalls noch eine Gesamtmaisernte von 115,5 Millionen Tonnen, wovon 21,7 Millionen Tonnen Sommermais sind, der vor allem im Süden des Landes angebaut wird und nicht so sehr für den Export sondern als Tierfutter verwendet wird. Die Agrarberater von AgRural kündigten jedoch bereits eine Korrektur der Ernte an.

Mais ist schon stärker geschädigt als Soja

Soja.

Trotz der Probleme mit dem sehr trockenen Wetter in einigen Regionen, erwarten brasilianische Analysten, dass die brasilianischen Sojabohnen-Bauern Anfang Januar oder sogar noch früher mit der Ernte beginnen. Die Aussaat erfolgte in diesem Jahr nämlich sehr früh in der Saison. AgRural erwartet, dass die Sojabohnenernte in einigen Regionen von etwa in Mato Grosso, dem größten Sojastaat Brasiliens, sogar schon um Weihnachten herum starten könnte.

AgRural erwartete bisher, dass Brasiliens neue Sojabohnenernte 2021/22 etwa 144,3 Millionen Tonnen beträgt. Doch früh angebauter Mais und frühe gepflanze Sojabohnen sind in ganz Südbrasilien stark gefährdet, da die Bodenfeuchtigkeit weitgehend erschöpft ist. Dabei breitet sich die Trockenheit in dem Moment aus, in dem die Pflanzen in kritische Reproduktionsphase eintreten. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf den Gesamtertrag haben.

Bisher hatten die günstige Bedingungen für die Pflanzenentwicklung im Süden eine neue Rekordernte 2021/22 bei Mais und Sojabohnen erwarten lassen. „In Rio Grande do Sul hat der Mangel an Regen die Aussaatarbeiten aber erheblich behindert. In einigen Regionen wurden die Arbeiten auch unterbrochen und einige Gebiete mussten aufgrund der geringen Feuchtigkeit und der Herausforderungen bei der Unkrautbekämpfung neu bepflanzt werden“, teilte die brasilianische Agrarbehörde des Landes Conab Anfang Dezember mit.

Agronomen weisen jedoch darauf hin, dass es aus Sicht der gesamten Vegetationsperiode noch zu früh ist, um die tatsächlichen Verluste zu berechnen.

Prognosen sind noch sehr hoch – Korrekturen zu erwarten

sojafeld.

Die Sojaaussaat in Brasilien war im mittleren Westen, Südosten und Teilen des Südens Ende November praktisch abgeschlossen, wobei sich die Arbeiten jetzt noch auf die nordöstliche Region und den Süden konzentrierten, sagte Conab in seinem wöchentlichen Marktbericht.

Trotz der wachsenden Bedenken im Zusammenhang mit La Niña, scheint Brasilien noch immer auf dem Weg zu sein, die größte Sojabohnenernte seiner Geschichte einzufahren, die von Conab auf 142 Millionen Tonnen und vom USDA auf 144 Millionen Tonnen geschätzt wird.

Die Aussaat der ersten Maisernte in Brasilien war Anfang Dezember ebenfalls zu 93 % abgeschlossen, wobei ein Teil des früh gepflanzten Mais bereits bestäubt ist und sich in der Kornfüllungsphase befindet. Die Sorgen hinsichtlich des trockenen Wetters in Rio Grande do Sul und die möglichen Auswirkungen auf den Mais in dem Bundesstaat, der über 18 % (823.300 Hektar) der gesamten ersten brasilianischen Maisanbaufläche (4.457.200 Hektar) verfügt, nehmen jedoch weiter zu.

Trockenes Wetter beeinträchtigt die Maisernte nun das dritten Jahr in Folge. Für den frühen Mais waren einige Regionen in Rio Grande bis zu 40 Tage knochentrocken, bevor es am vergangenen Wochenende leicht regnete.

Eine Studie der landwirtschaftlichen Genossenschaften im Bundesstaat geht davon aus, dass die Maiserträge um durchschnittlich 29 % zurückgehen werden, wobei einige Gebiete Verluste von bis zu 80 % verzeichnen könnten.

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