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Roggenpreise

Brotroggen teuer als Brotweizen

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am Donnerstag, 23.11.2017 - 16:19 (Jetzt kommentieren)

Die Roggenpreise waren im Oktober auf das höchste Niveau seit dreieinhalb Jahren gestiegen. Im November konnte der Roggen dieses sehr hohe Niveau jedoch nicht halten und gab im Sog der schwächeren Weizenpreise nach.

Trotz des Rückgangs befinden sich die Roggenpreise jedoch weiter auf einem sehr hohen Niveau. Außerdem sind die Preise für Brotroggen an den meisten deutschen Handelsplätzen höher als die Preise für Brotweizen.

Ursache für die hohen Preise, ist die sehr kleine deutsche Roggenernte und die ausgesprochen enge Marktversorgung sein. Das deutsche Landwirtschaftsministerium meldete zuletzt die kleinste deutsche Roggenernte seit 6 Jahren (2011).

In Polen sind die Roggenpreise, nach einem Absturz im August, von September bis November wieder gestiegen.

Höhere Roggenpreise als in Deutschland werden derzeit lediglich in Österreich gezahlt. Dort lagen die Preise im Großhandel im Oktober mit 194 Euro noch 23 Euro höher als in Deutschland und zugleich auf dem höchsten Niveau seit Juli 2012 (!!).

Roggenpreise trotz Korrektur hoch

Roggenpreise

Am Großmarkt in Hamburg handelte man Brotroggen am Donnerstag (23.11) zu Preisen von 168 Euro je t. Damit sind die Preise etwa 5 Euro niedriger wie Ende Oktober (173 Euro).

Zum Jahresbeginn wurde Brotroggen in Hamburg jedoch nur mit 151 gehandelt und bis September/Oktober legten die Preise um mehr als 20 Euro bzw. 15 % auf den höchsten Stand seit Mais 2013 zu.

Die Korrektur im November erfolgte hauptsächlich wegen der ebenfalls nachgebenden Preise für Brotweizen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (150 Euro) sind die Preise für Brotroggen am Großmarkt in Hamburg derzeit 18 Euro bzw. 12 % höher.

Äußerem sind die aktuellen Preise für Brotroggen am Großmarkt in Hamburg mit 168 Euro derzeit 8 Euro höher als für Brotweizen mit 160 Euro.

Hohe Roggenpreise im Osten und Süden

Roggenpreise lang

An den ostdeutschen Handelsplätzen lagen die Preise für Brotroggen in dieser Woche zwischen 150 Euro und 156 Euro. Im Vergleich zum Brotweizen (150 bis 152 Euro) wurde Roggen an den ostdeutschen Handelsplätzen ähnlich hoch oder etwas höher notiert.

Am Großmarkt in Mannheim (franko) lagen die Preise für Brotroggen in dieser Woche zwischen 175 und 177 Euro und damit 2 Euro niedriger als Mitte Oktober (177 bis 179). Im Vergleich zum Brotweizen (163 bis 167 Euro) wurden Roggen in Mannheim 10 bis 13 Euro höher notiert.

Am Großmarkt in Stuttgart lagen die Preise für Brotroggen in dieser Woche zwischen 180 und 182 Euro. Im Vergleich zum Brotweizen (166 bis 169 Euro) wurden Roggen an den in Stuttgart 14 Euro höher gehandelt.

Am Großmarkt in München wurde Brotroggen in dieser Woche (ab südbayer. Station) mit 175 Euro notiert. Damit ist Brotroggen in Bayern ebenfalls deutlich teurer als Brotweizen (165 bis 166 Euro) mit 11,5 % Protein.

Preise in Polen erholen sich wieder

Roggen Polen

Aus Polen hatte die EU-Kommission für den Monat Oktober 2017 durchschnittliche  Großhandelspreise für Roggen von 132 Euro gemeldet.

Das waren trotz einer recht kleinen Ernte relativ niedrige Preise. Im September lag das durchschnittliche Preisniveau ebenfalls bei 129 Euro.

Im Juli und Juni waren die Preise noch erheblich höher, zu diesem Zeitpunkt hatte man zeitweise Rekordpreise von 154 Euro notiert. Die Roggenpreise vom Juni waren die höchsten polnischen Roggenpreise seit Mai 2013 also seit mehr als 4 Jahren.

Im November sind die polnischen Roggenpreise jedoch weiter leicht gestiegen und pendeln um die Marke von 134 bis 135 Euro. Im November vor einem Jahr (2016) lagen die polnischen Brotroggenpreise nur bei 119 Euro und waren 16 Euro niedriger als der Roggen im September 2017 gekostet hat.

Roggen-Bilanz sehr eng, extrem niedrige Bestände

Roggenbestände

Die europäische Roggenernte liegt nach den letzten Daten der Kommission von Ende Oktober bei 7,26 Mio. t und ist damit ähnlich klein wie die extrem schwache Ernte 2016 (7,25 Mio. t).

Der von der Kommission geschätzte Gesamt-Verbrauch (von knapp 7,81 Mio. t), kann mit dieser kleinen Produktion jedoch nicht gedeckt werden.

Die Bestände schmelzen deshalb auf ein neues Rekordtief ab und die Versorgung bleibt im aktuellen Wirtschaftsjahr 2017/18 ausgesprochen eng.

Aus Deutschland meldete man eine Ernte von 2,73 Mio. t (Vj: 3,17 Mio. t). Für Polen lagen die letzten Schätzungen bei 2,85 Mio. t, nach bereits sehr schwachen 2,77 Mio. t im Vorjahr.

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