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Börsentelegramm

Die Bullen sind zurück am Getreidemarkt

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am Dienstag, 31.07.2018 - 09:18 (Jetzt kommentieren)

Die Agrarcommodities haben auf beiden Seiten des Atlantiks einen fulminanten Start in die Woche hingelegt. Nachdem die letzte Woche mit Gewinnmitnahmen endete, starteten gestern insbesondere Weizen und Mais wieder mit neuen Hochs durch. Auch der Raps und die Sojabohne konnten mit moderaten Gewinnen an ihren vorherigen Anstieg anknüpfen. Heute Morgen zeigt sich der elektronische Handel in Chicago durchwachsen. Lediglich für den Mais stehen grüne Vorzeichen an der Anzeigetafel.

Weizen wieder im Rallyemodus

An der Pariser Terminbörse Matif sprang der Frontmonat September gestern problemlos wieder über die 200er-Marke und settelte mit einem Gewinn von 2,1 % (4,25 Euro) auf 202,50 Euro/t Weizen. Damit markiert er ein neues 3-Jahreshoch. Preistreiber bleibt in erster Linie der umfangreiche Ernteausfall in Europa. Auch der Kassamarkt notiert in den meisten Regionen aufgrund des sehr geringen Angebots ausgesprochen fest.

Die Weizenexporte der EU laufen zwar besser, bleiben aber verhalten. Gestern wurde der Vorwochenwert mit 226.767 t bekanntgegeben. Daraus ergibt sich eine Gesamtbilanz für das laufende Wirtschaftsjahr von 775.312 t, was einen Rückstand von 47 % auf das Vorjahr bedeutet.
In Chicago stiegen die Notierungen im Handelsverlauf ebenfalls weiter. Am Abend settelte der Frontmonat September mit einem Gewinn von 3 % auf 5,4650 USD/bu ebenfalls auf einem neuen 3-Jahreshoch.

Die US-Winterweizenernte ist jetzt zu 85 % und die gerade angelaufene Sommerweizenernte zu 4% unter Dach und Fach. Das entspricht weitestgehend dem langjährigen Durchschnitt. Die Bonituren für den noch zu erntenden Sommerweizen wurden unterdessen um einen weiteren Prozentpunkt auf 78 % in der Kategorie gut bis sehr gut zurückgenommen.

Die US-Weizenexporte in der letzten Woche blieben mit 379.000 t hinter den Erwartungen zurück. 

Mais legt weiter zu

Auch die Maisnotierungen konnten gestern stramme Gewinne einfahren. An der Matif schaffte der neuerntige und am aktivsten gehandelte Novembermais bis zum Abend ein ordentliches Plus von 2,6 % (4,75 Euro) auf 189,50 Euro/t und markiert damit ein neues Hoch für die Laufzeit. Auch der Mais leidet erheblich unter der Trockenheit in Europa. Die Wetteraussichten geben derzeit keine Entwarnung.

In Chicago hatte der Mais ebenfalls einen guten Tag, denn auch im Maisgürtel der USA ist es für das derzeit empfindliche Wachstumsstadium der Pflanzen zu trocken. Auch hier stehen die Witterungsaussichten nicht auf eine grundlegende Änderung. Zusätzlich unterstützten gute Exportdaten die Entwicklung. Die Bonituren der Feldbestände blieben mit 72 % in der Kategorie gut bis sehr gut unverändert zur Vorwoche.

Der Dezembermais blieb in Chicago auch gestern seiner Come-Back-Bewegung treu. Er legte bis zum Handelsende 1,4 % drauf und settelte bei 3,8125 USD/bu.

Soja folgt dem Aufwärtstrend

Die Sojabohne blieb ihrer Aufwärtsbewegung ebenfalls treu. Die Hoffnung auf ein gutes Exportgeschäft und ansehnliche Verladungen in der letzten Woche gaben eine breite Unterstützung für die Notierungen. Der neuerntige Novemberkontrakt settelte bei ertönen der Schlussglocke mit einer Zulage von 0,6 % auf 8,41 USD/bu.

Die Bonituren der Feldbestände bleiben in dieser Woche auch bei den Sojapflanzen mit 70 % gut bis sehr gut unverändert, auch wenn es für die Ölfrucht eher zu trocken ist.

Das Sojaschrot konnte kleine Gewinne für sich verbuchen, während das Sojaöl weiter Zick-Zack fährt und wieder rund 1 % abgeben musste.

Raps kann leicht zulegen

Auch der Raps war zum Wochenstart freundlich gestimmt. Der am aktivsten gehandelte Novemberkontrakt stand bei Handelsende nach einer Zulage von 0,4 % (1,50 Euro) auf 374,25 Euro/t auf einem neuen 8-Monatshoch und kurz davor, den höchsten Stand seit Februar 2017 zu erreichen.

Trotz der geringen Erträge in Europa und der damit sehr knappen Marktversorgung tut sich der Raps weiter schwer, dem Weizen zu folgen. Das normale Verhältnis zum Weizenpreis steht derzeit eindeutig zu Ungunsten des Rapses: Ein weiteres Argument gegen den Anbau der Ölfrucht in der derzeit laufenden Anbauplanung der Ackerbauern.

Canola in Winnipeg schaffte gestern lediglich eine kleine Zulage von 0,1 % auf 493,80 CAD/t (Novemberkontrakt).

Das Palmöl in Malaysia verabschiedete sich leicht befestigt aus dem Handel.

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