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China kauft neue US-Maisernte in Rekordtempo auf

Maiskörner und die Flaggen der USA und Chinas
am Freitag, 21.05.2021 - 13:17 (Jetzt kommentieren)

Chinas Maishunger kennt scheinbar keine Grenzen. Peking kauft früh riesige Mengen in den USA – die Preise reagieren.

Ein so hohes Tempo haben die Chinesen beim Maisimport aus den USA noch nie vorgelegt. Die Exportanmeldungen privater Händler beim US-Landwirtschaftsministerium (USDA) überschlagen sich derzeit geradezu. Allein in den vergangenen fünf Werktagen kaufte China rund 6,9 Mio. t Mais in den USA aus der kommenden Ernte. Fast täglich wurde ein neuer Deal über mehr als 1 Mio. t dem US-Ressort angezeigt.

Insgesamt belaufen sich die Kontraktabschlüsse im Mai für das am 1. September beginnende Vermarktungsjahr 2021/22 bisher auf 9,5 Mio. t.

Das USDA rechnet damit, dass die Chinesen 2021/22 weltweit etwa 26 Mio. t Mais zukaufen werden, und zwar vor allem, um die wachsenden Schweinebestände zu füttern.

Chinas Einkaufsrausch stabilisiert die Mais-Kurse

Die Chinesen nutzten in den vergangenen Tagen eine leichte Schwächephase der Maisnotierungen. Nachdem der Juli-Future an der Börse von Chicago am 7. Mai mit 732,25 US-Cents pro Bushel ein Kontrakt-Allzeithoch erreicht hatte, gaben die Notierungen bis zum 14. Mai um 12 Prozent auf 643,75 US-Cents nach.

Die lebhafte Nachfrage aus China stabilisierte die Kurse im Wochenverlauf wieder. Am 20. Mai erreichte der Schlusskurs 664,50 US-Cents pro Bushel. Auch der September-Kontrakt, der in der zweiten Mai-Woche deutlich nachgegeben hatte, notierte in der laufenden Woche wieder fest.

An der Pariser Terminbörse Matif profitierte der Juni-Maiskontrakt von den Nachrichten aus den USA und überwand in der zweiten Wochenhälfte wieder die Marke von 250 Euro/t. Der November-Kontrakt ist von diesem Niveau weit entfernt und schloss am Donnerstag in Paris bei 210 Euro/t.

Angst vor einer kleinen Ernte in Brasilien

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Chinesen so frühzeitig riesige Mengen an Mais in den USA einkaufen, weil die brasilianische Maisernte von Trockenheit bedroht ist.

US-Analyst Arlan Sunderman erläuterte: „Die Chinesen wollen sich absichern für den Fall, dass die Ernte in Brasilien klein ausfällt und auch für die US-Ernte jetzt noch nicht erkennbare Risiken eintreten.“ Sunderman geht davon aus, dass der chinesische Einkaufsrausch anhält bis sie wenigstens 15 Mio. t US-Mais in den Büchern stehen haben.

US-Exporte von Mais deutlich über der Vorjahreslinie

Insgesamt haben die USA vom 1. September 2020 bis zum 13. Mai dieses Jahres bereits beachtliche 47,3 Mio. t Mais weltweit exportiert. Das sind schon jetzt 4 Mio. t mehr als im gesamten Vermarktungsjahr 2019/20. Im Vorjahr waren zum gleichen Zeitpunkt nach USDA-Zahlen erst 26,6 Mio. t Mais von den US-Exporteuren auf dem Weltmarkt abgesetzt worden, allerdings war das auch ein vergleichsweise schwaches Jahr.

Hier geht es zu den aktuellen Maispreisen.

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