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Rapsmarkt und Ölsaaten

Corona reißt Rapspreise weit nach unten

Raps
am Montag, 02.03.2020 - 11:03 (Jetzt kommentieren)

Der dramatische Absturz der Energiepreise reißt auch die Rapspreise mit nach unten. Am Freitag fielen die vorderen Kurse am europäischen Terminmarkt um 7 Euro auf nur noch 380 Euro je Tonne.

Rapspreise

Das ist der schlechteste Rapspreis seit vier Monaten. Seit Januar hat die schwarze Ölsaat damit fast 40 Euro. bzw. 9 Prozent eingebüßt. Auslöser für den Preis-Crash ist die Corona-Epidemie und deren Folgen für die Weltwirtschaft. Analysten gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Dynamik durch die Epidemie in China weltweit kräftig abgebremst wird.

Die Folge: Der Bedarf an Rohöl und Energie schrumpft erheblich. Der Preisverfall bei den fossilen Energieträgern Rohöl und Erdgas reißt auch die Preise für Bioenergie mit nach unten. Dazu gehören unter anderem Palmöl, Soja- und Rapsöl aber auch Ethanol aus Getreide. Alle diese Produkte sind eng mit den fossilen verlinkt und folgen dem Absturz der Rohöl- und Erdgaspreise.  

So haben die Preise für Palmöl in Malaysia an der dortigen Börse seit Januar fast 30 Prozent (!!) verloren und notierten nach einem weiteren Preisrutsch am vorigen Freitag nur noch bei umgerechnet 558 USD je Tonne. Die Ethanolpreise haben allein im Februar knapp 10 Prozent eingebüßt und stehen weiter unter Druck. An der chinesischen Terminbörse in Dalian sind die Sojaölpreise seit Januar um 20 Prozent gefallen.

Lesen Sie in unserem Top-Thema Wie sich das Corona-Virus auf die Agrarmärkte auswirkt

Rohölpreise im freien Fall

Rohöllager

Mit der Ausbreitung des Virus in immer mehr Ländern ist auch der Ölpreis weiter abgestürzt. Der Grund: Die weltweite Nachfrage hat sich ebenfalls immer weiter abschwächt. In den letzten Tagen wurden außerhalb Chinas hunderte neuer Fälle des Coronavirus die Erkrankung selbst wird als COVID-19 bezeichnet gemeldet. Die Liste der von der Krankheit betroffenen Länder ist auf fast 60 gestiegen. Neu hinzugekommen sind Mexiko, Weißrussland, Litauen, Neuseeland, Nigeria, Aserbaidschan, Island und die Niederlande.

Weltweit haben sich mehr als 85.000 Menschen mit der Krankheit infiziert, wobei mehr als 2.900 Menschen starben. "Das war die ganze Zeit die Angst, dass das Virus nicht in China bleiben würde", sagte Claudio Galimberti von der Analystenfirma S & P Global Platts. "Es gibt ganze Städte und in einigen Fällen Regionen, die gesperrt sind. Wenn Sie anfangen abzusperren, arbeiten die Leute von zu Hause, die Fabriken sind geschlossen, die Leute reisen nicht. Die Auswirkungen auf Öl und Energiepreise sind erheblich."

Die Benchmark für US-Rohöl WTI fiel allein in der vorigen Woche um 16 Prozent und lag am Freitag nur noch bei 44,76 USD pro Barrel. Das europäische Brent-Rohöl, fiel in der vorigen Woche um 14 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juli 2017 und schloss am Freitag bei 50,52 USD pro Barrel.

Argentiniens Zölle stützen die Sojapreise

Sojapreise

Im vorbörslichen Handel konnten sich die Preise für Sojabohnen in den USA jedoch wieder erholen. Das dürfte auch die Rapspreise in Europa und den gesamten Ölsaatenkomplex stabilisieren. Ein Grund sind die Meldungen aus Argentinien, dass das dortige Landwirtschaftsministerium die Registrierung von Agrarexporten bis auf weiteres ausgesetzt habe. Der Schritt wurde als Vorbote eines Anstiegs der Getreide- und Sojaexportzölle unter der neuen peronistischen Regierung des Landes angesehen.

"Die argentinischen Nachrichten unterstützten Sojamehl und Bohnen", sagte der Analyst Terry Reilly. "Es verlagert die (Export-)Ströme von Bohnen und insbesondere von Schrot in die Vereinigten Staaten." Sojabohnen bleiben aber stark vom Exportwettbewerb des Top-Lieferanten Brasilien abhängig, dessen wahrscheinlich rekordhohe Ernte auf dem Markt die Preise drücken wird.

Der US-Analyst Jack Scoville fügte hinzu: „In Argentinien werden die Bohnen spekulativ und kommerziell gekauft. Die Nachfrageseite ist immer noch im Fluss, und das Virus verbreitet sich anscheinend überall. Es wird schwierig, an diesem Markt zu handeln."

Die schwerwiegende Störung der Wirtschaftstätigkeit in China, wo sich das Virus erstmals entwickelte, hat auch die Hoffnungen auf einen Anstieg der chinesischen Importe von US-Agrarerzeugnissen gedämpft wie im Rahmen eines Phase 1-Handelsabkommens zwischen Washington und Peking vereinbart. Das Risiko eines größeren Einflusses auf die Nachfrage verstärkte die Besorgnis auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten.

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