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Prognose Getreideernte 2019

DBV: Hitzewelle drückt die Getreideernte

Case-Maehdrescher-Weizen
am
31.07.2019
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Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht davon aus, dass die deutsche Getreideernte das langjährige Mittel deutlich verfehlen wird.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht Ende Juli von einer Getreideernte in der Höhe von 44 bis 45 Millionen Tonnen aus. Die Korrektur der Ernteerwartungen ist auf die Hitzewellen zurückzuführen. Diese hat insbesondere das Ertragspotenzial der beim Winterweizen reduziert.

„Zwar hat sich das Ertragsniveau im Durchschnitt gegenüber der Missernte des vergangenen Jahres verbessert. Dennoch müssen Betriebe in den erneut von Trockenheit betroffenen Regionen zum wiederholten Male große Einbußen verkraften“, kommentiert DBV-Präsident Joachim Rukwied die Ernteergebnisse.

Mittelwert wird deutlich verfehlt

Der DBV geht davon aus, dass die Getreideernte den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 47,9 Millionen Tonnen um bis zu vier Millionen Tonnen verfehlen wird. Die Erträge fallen mit 7,2 Tonnen pro Hektar ebenfalls unterdurchschnittlich aus.

„Die Ernte ist je nach Niederschlagsverteilung teils weit vorangeschritten, teils noch in vollem Gange. Das Ertragsbild ist heterogen. Dies wird auch für die noch zu erntenden Bestände gelten“, betont DBV-Präsident Rukwied anlässlich des zweiten DBV-Ernteberichtes. 

Winterweizen besonders betroffen

Getreideernte

Winterweizen steht zur Ernte 2019 auf einer Anbaufläche von 3,03 Millionen Hektar Das ist ein Minus von 3 Prozent gegenüber Durchschnitt 2013-2017. Die Druschergebnisse lassen im Bundesdurchschnitt einen Ertrag von nur 7,4 Tonnen pro Hektar erwarten.

Im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 lag der Weizenertrag noch bei knapp 8,1 Tonnen pro Hektar. Da auch die Anbaufläche gegenüber dem langjährigen Durchschnitt kleiner ausfällt, ist eine Winterweizenernte in Höhe von gut 22 Millionen Tonnen zu erwarten. Im Durchschnitt der Jahre 2013-2017 waren es 25,3 Millionen Tonnen.

Dürre lässt Rapserträge einbrechen

Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen der Dürre beim Winterraps. Zunächst ist die Anbaufläche aufgrund der zur Rapsaussaat anhaltenden Trockenheit gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von 1,35 Millionen Hektar auf 887.000 Hektar zurückgegangen. Das ist ein Minus 34 Prozent.

Die vielfach auch im Jahr 2019 schwierigen Vegetationsbedingungen haben zudem die Erträge gegenüber dem langjährigen Durchschnitt auf 3,2 Tonnen pro Hektar einbrechen lassen. Folglich ist nach den derzeit vorliegenden Druschergebnissen von einer Rapsernte von gut 2,8 Millionen Tonnen auszugehen. Im Durchschnitt der Jahre 2013-2017 waren es 5,2 Millionen Tonnen.

Futterkrise geht weiter

Auch das Grünland und die Maisbestände sind von der Trockenheit gekennzeichnet. Aufgrund des Wassermangels war eine Schnittnutzung des Grünlandes im erforderlichen Umfang vielfach nicht möglich. Deshalb ist die Versorgung mit Grundfutter weiterhin angespannt.

Hinzu kommt der durch Hitze und Trockenheit zu geringe Biomassezuwachs bei den Silomaisbeständen und ein teils geringer Kolbenansatz, der für die Qualität des Grundfutters entscheidend ist. Der DBV-Erntebericht basiert auf  den Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge.

Mit Material von Deutsche Bauernverband (DBV)

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