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Erntebericht 2021 des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Deutsche Bauern mit schlechter Getreideernte

Getreideernte.
am Mittwoch, 25.08.2021 - 11:39 (Jetzt kommentieren)

Das schlechte Wetter fordert seinen Tribut. Die deutsche Getreideernte wird kleiner als erwartet.

Getreideernte.

Die hohen Ernteerwartungen aus dem Frühjahr und Frühsommer haben sich nicht erfüllt. Die Erntearbeiten liegen im Vergleich zu einem Durchschnittsjahr weit zurück, weil es im Juli und August kaum Phasen mit beständigem trockenen Erntewetter gab. Das drückt die Erträge und die Erntequalität.

Die Getreideernte fällt dieses Jahr damit unterdurchschnittlich aus: Basierend auf den vorliegenden Ertragsfeststellungen wird eine Erntemenge von 42,1 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr- als 43,3 Millionen Tonnen geerntet wurden - und 4,8 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020.

Auf der Erntepressekonferenz am Mittwoch sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Die Erwartungen für die Ernte waren lange optimistisch. Vielerorts wurden und werden die Erntearbeiten aber durch Schauer und Gewitter ausgebremst, darunter leiden Erträge und Qualität. Das spiegelt sich auch im Ergebnis wider und verdeutlicht, dass sichere Ernten nicht selbstverständlich sind.“

Kleinste Weizenernte seit dem Dürrejahr 2018

Weizenernte.

Die Erntemenge beim Winterweizen – der wichtigsten Getreideart – liegt mit 21,4 Millionen Tonnen rund 3,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, obwohl die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,4 Prozent zugenommen hat.

Bei Wintergerste schätzt das BMEL die Produktion auf knapp 9,0 Millionen – nach 8,8 Millionen Tonnen im Vorjahr. Der Grund sind die  mit 71,9 dt deutlich höher unterstellten Erträge als 2020 mit nur 67,3 dt. Dagegen sieht das BMEL bei Sommergerste einen Produktionsrückgang um reichlich 18 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen – wegen der deutlich kleineren Anbaufläche.

Weiter heißt es: „Im Erntebericht 2021 spiegeln sich auch Ernährungstrends wider: Die Anbaufläche von Hafer ist gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent gewachsen. Grund dafür ist auch die wachsende Nachfrage nach Haferprodukten“. Konkret bedeutet das: Die deutschen Bauern ernten 814.000 Tonnen Hafer anstelle 722.000  Tonnen im vorigen Jahr.

Beim Roggen schätzt das BMEL die Erntemenge auf 3,3 Millionen Tonnen und damit 5 Prozent kleiner als im vorigen Jahre mit 3,5 Millionen Tonnen. Ursache sind hier die schwächere Erträge von 52,7 dt  bei einer fast stabilen Anbaufläche.

Nicht mehr Raps als im vorigen Jahr – reichlich Futter

rapsernte.

Die Gesamterntemenge bei Raps liegt nach Einschätzung des BMEL mit rund 3,5 Millionen Tonnen etwa auf dem Vorjahresniveau, wobei die Anbaufläche um rund 5 Prozent zugenommen hat. Die Flächenerträge pro Hektar liegen jedoch mit 3,5 Tonnen um fast 4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.  Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 beträgt der Rückgang sogar 11,3 Prozent.

„Die Grundfutterversorgung (Grünland, Ackerfutter wie Klee, Kleegras, Silomais) der meisten Futterbaubetriebe hat sich in diesem Jahr im Vergleich zu den trockenen Vorjahren durch den Regen deutlich verbessert“,  stellt das BMEL außerdem fest.

Völlig anders ist die Situation jedoch in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten: Hier wurden teilweise Futtervorräte vernichtet und Futterflächen für die weitere Nutzung unbrauchbar. Um diesen Betriebe zu helfen, hat das Bundesministerium die Nutzung von sogenannten ökologischen Vorrangflächen zu Futterzwecken zugelassen.

Mit Material von Erntebericht 2021 des BMEL
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