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Getreideernte 2018

Deutsche Ernteprognose unverändert

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
17.04.2018

Die Erwartungen an die deutsche Getreideernte 2018 haben sich im April kaum verändert.

Ganz leicht nach oben gesetzt hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in seiner zweiten Ernteschätzung unter anderem die Ertragsprognosen für Weizen und Roggen.

Etwas nach unten korrigiert wurden die erwarteten Erträge beim Raps.

Insgesamt übertrifft die kommende Getreideernte mit 45,8 Mio.t ganz leicht den schwachen Vorjahreswert. Das Fünf-Jahres-Mittel von 47,8 Mio. t wird hingegen verfehlt.

Im vorigen Monat hatte der DRV die Getreideernte auf 45,7 Mio. t geschätzt und damit geringfügig kleiner.

Die CROP-Monitoring Agentur der EU-Kommission (MARS) geht für Deutschland bei Weizen und bei Raps von deutlich höheren Erträgen aus als der DRV.

Vegetationsrückstand, Frühjahrsbestellung abgeschlossen

Anbauflächen

Nennenswerte Auswinterungsschäden hat der DRV trotz des Kälteeinbruchs Ende März nicht beobachtet. Die Getreidebestände haben sich wegen der milden Witterung zuletzt gut entwickelt.

Im Norden ist der Zustand der Kulturen jedoch oftmals schlechter als im Süden und Westen. Die Vegetation ist allerdings um zwei bis drei Wochen zurück. Der Rückstand verringert sich aufgrund der nahezu sommerlichen Temperaturen jedoch schnell.

Die Aussaat der Sommerkulturen ist mit Ausnahme von Mais nahezu abgeschlossen. Lediglich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind noch Flächen unbestellt.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit dürften diese Flächen wohl mit Mais oder Leguminosen bestellt werden. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Anbauflächenschätzung für Sommergerste im Vergleich zum Vormonat leicht gesenkt.

Weizenernte leicht nach oben korrigiert

Getreideernte 2018

Die deutsche Weizenernte 2018 wird nach Einschätzung des DRV mit etwa 24,3 Mio. t rund 0,8 % kleiner ausfallen als 2017 mit 24,5 Mio. t.

Dabei erwartet der DRV mit 77,5 dt/ha etwa 1,5 % höhere Erträge als zur vorigen Ernte mit 76,4 dt/ha. Andererseits ist die Weizenfläche mit 3,133 Mio. ha immerhin 2,2 % kleiner als 2017.

Im vorigen Monat hatte der DRV die Weizenernte geringfügig kleiner auf 24,2 Mio. t geschätzt. Mit seiner Ertragsprognose liegt der DRV allerdings niedriger als die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission.

Diese hatte die deutschen Erträge bei Weichweizen in dieser Woche auf 8,04 dt/ha geschätzt. Bezogen auf die Weizenfläche würde sich damit eine knapp 1,0 Mio. t größere Produktion von 25,2 Mio. t ergeben.

Etwas mehr Wintergerste als 2017

Mit einer erwarteten Ernte von 9,1 Mio. t soll die Produktion von Wintergerste in diesem Jahr 0,8 % größer ausfallen als die Ernte aus dem vorigen Jahr  mit 9,0 Mio. t.

Dabei sollen die Durchschnittserträge mit 72,4 dt/ha etwas niedriger sein als 2017 mit 73,5 dt/ha. Die Anbaufläche von Wintergerste ist mit 1,256 Mio. ha allerdings 29.500 ha bzw. 2,4 % größer.

Im vorigen Monat hatte der DRV die Produktion von Wintergerste ebenfalls auf 9,1 Mio. t geschätzt.

Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission schätzt die deutschen Erträge bei Wintergerste etwas höher als der DRV auf 73,8 dt/ha. Bezogen auf die Anbaufläche würde sich damit eine etwas größere Produktion von 9,26 Mio. t ergeben.

Deutlich mehr Sommergerste angebaut

Erträge

Die Anbaufläche bei Sommergerste für die Ernte 2018 ist mit 376,6 Mio. immerhin 10,9 % bzw. 37.100 ha größer als im vorigen Jahr.

In Verbindung mit den 1,4 % höheren Erträgen von 54,7 dt/ha, würde die Produktion um 12,4 % auf 2,06 Mio. t zunehmen. Im vorigen Jahr ernteten die deutschen Landwirte 1,83 Mio. t Sommergerste. Im vorigen Monat hatte der DRV die Sommergerstenernte wegen der etwas größeren Anbaufläche auf 2,08 Mio. t geschätzt.

Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission schätzt die deutschen Erträge bei Sommergerste geringfügig niedriger als der DRV auf 54,1 dt/ha. Bezogen auf die Anbaufläche würde sich damit eine Produktion von 2,04 Mio. t ergeben.

Insgesamt schätzt der DRV die  deutsche Gerstenproduktion auf 11,2 Mio. t, im Vergleich zu 10,9 Mio. t im vorigen Jahr. Das wäre ein leichter Produktionsanstieg von 2,8 %.

Roggenernte wird größer als 2017

Bei Roggen ist die Anbaufläche 2018 mit 0,543 Mio. ha etwa 1,1 % größer als im Vorjhar mit 0,537 Mio. ha. Allerdings werden die Durchschnitterträge mit 56,3 dt/ha rund 10,5 % höher als im schwachen Vorjahr erwartet.

Die Produktion nimmt deshalb um 11,7 % auf 3,06 Mio. t zu und ist damit 0,36 Mio. t größer als im vorigen Jahr (2,7 Mio. t). Im vorigen Monat hatte der DRV die Roggenernte auf 3,04 Mio. t etwas kleiner geschätzt.

Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission schätzt die deutschen Erträge bei Roggen auf 56,2 dt/ha. Bezogen auf die Anbaufläche würde sich damit eine Produktion von 3,05 Mio. t ergeben.

Mehr Raps als im Vorjahr

Einen Rückgang der Anbaufläche um 2,7 % auf 1,27 Mio. ermittelte der DRV für die Ernte 2018 beim Raps. Im vorigen Jahr lag die Anbaufläche bei 1,305 Mio. ha.

Gleichzeitig werden die Durchschnittserträge mit 36,4 dt/ha jedoch rund 11,3 % höher erwartet als die sehr schwachen Erträge aus dem Jahr 2017 von 32,7 dt/ha.

Im Ergebnis soll die deutsche Raps-Ernte 2017 mit 4,62 Mio. t immerhin 8,3 % größer sein als vor einem Jahr mit 4,27 Mio. t. Im vorigen Monat hatte der DRV die Rapsernte auf 4,68 Mio. t geschätzt und damit geringfügig größer.

Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission schätzt die deutschen Erträge bei Raps in dieser Woche höher als der DRV auf 39,0 dt/ha. Bezogen auf die Anbaufläche würde sich damit eine deutlich größere Ernte von 4,95 Mio. t ergeben.

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