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Offizielle Ernteschätzung

Deutschland: Mindestens 5 Mio. t Weizen weniger

weizenernte
am Donnerstag, 02.08.2018 - 12:06 (Jetzt kommentieren)

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die erste offizielle Ernteschätzung veröffentlicht. Die Ergebnisse sind dramatisch. Dabei sind nur Daten bis Juni berücksichtigt

Die deutsche Winterweizenernte wird nach ersten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes nur 19,2 Mio. t betragen. Das wären rund 4,8 Mio. t weniger als im Vorjahr. Da aber nur die Daten bis Juni 2018 berücksichtigt sind, könnte es durchaus noch Anpassungen nach unten geben, teilte eine Sprecherin gegenüber agrarheute mit.

Die gesamte Weizenernte 2018 könnte sich danach auf 19,9 Mio. t belaufen. Das wären rund 4,6 Mio. t weniger.

Die Wiesbadener Statistiker gehen in ihrer ersten Schätzung von einer gesamten Getreideernte (ohne Mais) von 34,4 Mio. t aus. Das entspricht einem Minus von fast 6,6 Mio. t oder 16 Prozent. Der mittlere Hektartertrag soll nur 6 t betragen, was rund 15 Prozent unter Vorjahr liegt. Im Mittel der vergangenen sechs Jahre (2012 bis 2017) betrug er 7,2 t.

Starker Rückgang bei Roggen

Für die übrigen Getreidearten sieht die Destatis-Schätzung für die Ernte 2018 wie folgt aus:

  • Gerste: 9,7 Mio. t, minus 10 Prozent zum Vorjahr;
  • Roggen und Wintergemenggetreide: 2,2 Mio. t,  minus 19 Prozent zum Vorjahr;
  • Triticale: 2,0 Mio t,  minus 14 Prozent zum Vorjahr.

Nur 3,5 Mio. t Raps in Deutschland

Rapskörner fließen durch Hände

Die Ernteschätzung für Raps fällt ebenfalls deutlich niedriger aus als im Vorjahr. So werden die deutschen Landwirte mit 3,5 Mio. t rund 0,7 Mio. t oder 23 Prozent weniger ernten als 2017.

Zu bedenken ist, dass die Statistiker nur die Ernteschätzungen bis Juni berücksichtigt haben. Im Juli setzte sich die Trockenheit vor allem mit hohen Temperaturen in vielen Regionen fort. Die endgültige Schätzung könnte deshalb noch niedriger ausfallen.

Besonders drastische Einbußen haben die Anbauer in Schleswig-Holstein. Sie ernten mit 238.000 t rund 31 Prozent weniger Raps. Ein Teil der Einbußen ist aber auch auf die niedrigere Anbaufläche zurückzuführen. Wegen des nassen Herbstes konnten die norddeutschen Landwirte nicht alle vorgesehenen Flächen mit Raps bestellen.

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