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Ernte 2018

DRV bestätigt katastrophale Maisernte

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
12.10.2018

Die deutsche Maisernte ist katastrophal. Das bestätigt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in einer aktuellen Prognose.

Maisernte Deutschland

Mitte Oktober war die Körnermaisernte in Deutschland bis auf  einige Restflächen beendet. Im Mittel vier Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Und die Erntemenge ist ernüchternd.

Der DRV geht von einer Körnermaisernte in Höhe von 2,7 Mio. t aus. Im August hatte der DRV  eine Ernte von 2,3 Mio. t prognostiziert. Mit der aktuellen Prognose wird das Vorjahresergebnis von gut 4,5 Millionen Tonnen um mehr als 40 Prozent verfehlt.

Unter Berücksichtigung der derzeitigen Erntedaten des Statistischen Bundesamts beträgt die gesamte deutsche Getreideernte insgesamt nur 37,3 Mio. t.

Silomais anstelle Körnermais geerntet

Maisfläche

Ausschlaggebend für den dramatischen Produktionsrückgang beim Körnermais war nach Einschätzung des DRV nicht nur die Dürre. Hinzu kam auch ein deutlicher Rückgang der Erntefläche.

Aufgrund der extremen Trockenheit stieg die Nachfrage von viehhaltenden Betrieben und Biogasanlagen nach Silo-/Grünmais zulasten von Körnermais sehr stark an. Daher hat der DRV die Ernteflächen für diese Kultur in den südlichen und westlichen Bundesländern zwischen 5 und 20 Prozent  reduziert.

In den nördlichen und östlichen Bundeländern wurde die Körnermaisfläche sogar bis zu 50 Prozent verringert. Der DRV geht im Ergebnis nur noch von einer Erntefläche von etwa 348.000 ha aus. Ursprünglich hatte das Statistische Bundesamt für die Ernte 2018 eine Maisfläche 442.000 ha unterstellt.

Futterwirtschaft importiert Getreide

Derzeit ist der Getreidemarkt durch eine stabile Nachfrage seitens der Mühlen geprägt.

Die starke Nachfrage der Futterwirtschaft, die nach der Ernte festzustellen war, hat sich nach Einschätzung des DRV in den letzten Wochen jedoch abgeschwächt. Als Grund sehen die DRV-Experten eine ausreichende Deckung durch Importware.

Von den Exportmärkten gehen derzeit aufgrund der kleinen Ernte keine Nachfrageimpulse für den deutschen Markt aus. Vielmehr wird Deutschland in diesem Wirtschaftsjahr zum ersten Mal seit Jahrzehnten zum Nettoimporteur.

Rapsumbruch wegen Trockenheit

Rapsfläche

Die Herbstaussaat von Getreide schreitet zügig voran. Nach wie vor herrscht jedoch in weiten Teilen des Landes extreme Trockenheit. Besonders betroffen sind nach wie vor der Osten und weite Teile Westdeutschlands.

Vor allem der Raps leidet unter dem fehlenden Regen und ist teilweise wieder umgebrochen worden. Händler und Landwirte berichten aus dem Osten Deutschlands von einem Rückgang der Rapsfläche für die Ernte 2019 von etwa einem Drittel.

Landwirte hoffen weiterhin auf ausreichende Niederschläge, damit die Bestände möglichst optimal entwickelt in die Winterruhe gehen können.

Ausführliche Informationen zur deutschen Körnermaisernte finden sie in der nächsten Ausgabe von agrarheute.

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Aktuelles Heft Oktober 2018

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