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Getreideernte und Getreidepreise

DRV: Getreideernte deutlich kleiner als im Vorjahr

Mähdrscher drischt Weizen
am Donnerstag, 13.08.2020 - 11:18 (Jetzt kommentieren)

Die deutsche Getreideernte verfehlt das Vorjahresergebnis deutlich. Hauptgrund hierfür ist die erheblich kleinere Anbaufläche beim Winterweizen.

Die Getreideernte 2020 ist deutlich kleiner als im vorigen Jahr 2019

Getreideerträge und Qualität sind oft etwas besser als bei der vorigen Ernte. Die regionalen Unterschiede bei der Getreideernte sind aber sehr groß. Die Getreidepreise folgen indessen vor allem der Entwicklung am Weltmarkt. Deshalb ging es mit den Weizenpreisen zuletzt nach unten.

Die diesjährige Getreide- und Rapsernte ist fast beendet. „Bis auf die Höhenlagen und Spätdruschgebiete sind mittlerweile fast alle Felder abgeerntet“, berichtet der Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) Guido Seedler. „Die Durchschnittserträge sind etwas höher als im Vorjahr.

Die Qualitäten passen insgesamt, weisen aber teilweise eine große Heterogenität auf“, beschreibt der Marktexperte die Situation. Dennoch dürfte die diesjährige Getreideernte mit knapp 42,9 Millionen Tonnen Getreide deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 44,3 Millionen Tonnen liegen. Der Grund ist eine fast 5 Prozent kleinere Anbaufläche beim Getreide. Diese wurde vom Statistischen Bundesamt zuletzt sogar noch weiter nach unten korrigiert.

Der Anbaurückgang betrifft vor allem den Winterweizen, dessen Anbaufläche knapp 10 Prozent unter dem Vorjahr liegt. „Diese Entwicklung hat große Auswirkungen auf das Gesamtergebnis, macht doch der Winterweizen knapp die Hälfte der deutschen Getreideernte aus“, sagt Seedler.

Dipl.-Ing. agr. Guido Seedler zur Ernteschätzung 2020

Globale Märkte sind sehr gut versorgt

Die Weizenpreise sind zuletzt gefallen.

Von der schwachen Ernte des Dürrejahres 2018 sind die deutschen Bauern 2020 aber weit entfernt. Damals ernteten die deutschen Bauern nur 37,9 Millionen Tonnen Getreide. Von der deutschen Getreideernte verbleiben im Mittel der Jahre rund ein Drittel vornehmlich als Futtermittel auf den Höfen der Landwirte. Von den übrigen Mengen wird zirka die Hälfte von den rund 360 genossenschaftlichen Unternehmen erfasst, gelagert und vermarktet. „Dies sind im Mittel der Jahre rund 15 Millionen Tonnen“, berichtet DRV-Marktexperte Seedler.

Wichtige Abnehmer sind die inländischen Mehl- und Futtermühlen und große Bedeutung hat der Export in andere EU-Länder und Drittstaaten. Kleinere Mengen werden zudem für Bioethanol und Biogas genutzt. In diesem Getreidewirtschaftsjahr besteht die Herausforderung darin, eine insgesamt schwache deutsche und europäische Getreideernte in einem gut versorgten globalen Umfeld zu vermarkten.

Weltweit kommt in diesem Jahr die größte jemals erzielte Getreideernte auf den Markt, berichtet der DRV. Insbesondere die Schwarzmeerländer, Australien und Kanada werden mit größeren Ernten als in den Vorjahren als starke Wettbewerber am Exportmarkt auftreten. Das hat auch Folge  für die Getreidepreise.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bestätige gestern Abend noch einmal die sehr großen Weizenernten in Russland, Kanada und Australien sowie die schwachen Ergebnisse in der Europäischen Union – insbesondere in Frankreich. Gleichzeitig wird die globale Getreideernte weiterhin sehr groß. Außerdem wurde die Weizen-, Mais- und Sojaernte in den USA  gestern sehr kräftig nach oben gesetzt. Grund sind die hohen Ertragserwartungen bei Sommerweizen, Mais und Soja. Die Folgen des Sommersturms im Mittelwesten der USA wurden jedoch noch nicht berücksichtigt.

Mit Material von Deutschen Raiffeisenverbands (DRV)

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