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Ernteprognose 2019

DRV: Getreideernte noch durchschnittlich

Getreideernte
am
14.08.2019

Die Getreide- und Rapsernte ist in Deutschland weitgehend abgeschlossen.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in seiner August-Prognose von einer Getreideernte in Höhe von 46,2 Millionen Tonnen aus. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Im Vergleich zum Vormonat hat der DRV die Getreideernte im August nochmals leicht nach unten korrigiert. Die Rapsernte  befindet sich unverändert auf einem 22-Jahres-Tief.

„Der Regen der vergangenen Wochen ist gerade noch rechtzeitig gefallen, um die Körnermaisbestände vor weiteren Schäden zu bewahren“, kommentiert DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler das Ergebnis der Schätzung.

Schlechteste Rapsernte seit 22 Jahren

Beim Raps hat der DRV trotz der Hitzewelle die Ernteprognose des Vormonats nicht weiter verändert. Der Verband erwartet unverändert eine Ernte von 2,8 Millionen Tonnen.

„Damit wird die niedrigste Erntemenge seit 1997 eingefahren, der Fünf-Jahres-Durchschnitt von gut 4,7 Millionen Tonnen wird um fast 40 Prozent verfehlt“, kommentiert Seedler das Ergebnis.

Hauptgrund für dieses katastrophale Ergebnis ist die deutlich kleinere Erntefläche als im Vorjahr. Der Rückgang der Rapsfläche beträgt nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes 30 Prozent!!

Mengen und Qualitäten sehr heterogen

Die heiße und trockene Witterung der vergangenen Wochen hat zu weiteren Ertragsverlusten und heterogenen Qualitäten geführt, berichtet der DRV. Ausgenommen ist lediglich die Wintergerste. Diese war bereits druschreif, als die extreme Hitzewelle begann. Deshalb hat der DRV seine Prognose bei Wintergerste im Vergleich zum Vormonat auf knapp 10,1 Millionen Tonnen leicht angehoben.

Der Winterweizen wurde von den Rekordtemperaturen in vielen Regionen in der Abreifephase getroffen. Die Ernteprognose liegt deshalb nur noch bei 23,5 Millionen Tonnen. Besonders betroffen waren weite Teile im Ostdeutschlands. Dort waren die Böden bereits wegen der extremen Dürre des vorigen Jahres sehr trocken.

Die Qualitäten schwanken je nach Standort, sind aber nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen in der Summe gut bis durchschnittlich. Bei der Sommergerste ist witterungsbedingt oft ein hoher Schmachtkornanteil festzustellen

Exporte werden schwieriger

Getreideernte

Die weitere Entwicklung an den internationalen Getreidemärkten wird insbesondere von handelspolitischen Entscheidungen abhängen, kommentiert der DRV die Lage. Die jüngsten Verschärfungen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China haben zu weiteren Verunsicherungen an den Märkten geführt.

Außerdem könnten die Exportchancen für deutschen Weizen nach Saudi-Arabien künftig sinken. Das Land hat kürzlich seine Qualitätsanforderungen für Importe gelockert. Damit steigt die Gefahr, dass mehr Weizen aus der Schwarzmeerregion in den Nahen Osten fließen wird.

Diese Entwicklung macht nach Einschätzung des DRV deutlich wie notwendig es ist, zusätzliche Drittstaaten für deutsches Getreide zu öffnen. Der DRV arbeitet gemeinsam mit den anderen Verbänden der deutschen Getreidewirtschaft daran, einen Zugang nach Mexiko, China und Indonesien zu erhalten.

Maisdaten im November

Mit der vorliegenden Meldung schließt der DRV seine Ernteschätzungen für das Jahr 2019 ab. Für Körnermais wird der DRV voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte eine abschließende Bewertung veröffentlichen.

Mit Material von Deutscher Raiffeisenverband (DRV)

DRV-Ernteschätzung 2019 August // Daten

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