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Getreideernte 2020

DRV: Mähdrescher starten bald – Ernte noch kleiner

Getreideernte
am Donnerstag, 18.06.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Getreideernte beginnt bald. Doch sie wird noch kleiner als bisher erwartet.

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 „Wenn die sommerlich warme Witterung anhält, wird die diesjährige Getreideernte in den Frühdruschgebieten im Laufe der kommenden Woche beginnen“, sagte der Getreidemarkt-Experte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Guido Seedler.

Mit der Ernte von Wintergerste werden die Landwirte beginnen. Hier erwartet der Raiffeisenverband eine Erntemenge von gut 9,2 Millionen Tonnen. Das Vorjahresergebnis von 9,7 Millionen Tonnen wird recht deutlich verfehlt.

Grund dafür sind eine geringere Anbaufläche sowie niedrigere Erträge pro Hektar in Folge der Trockenheit. Außerdem haben Spätfröste der Wintergerste in manchen Regionen zugesetzt.

Noch weniger Weizen – Regen kam zu spät

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Auch die Weizenernte wird mit 22,2 Millionen Tonnen unter dem schon schwachen Vorjahresergebnis von 23,1 Millionen Tonnen bleiben, glaubt Seedler. Zwar hat der teils ergiebige Regen den Kulturen gutgetan, insgesamt dürfte er aber nur reichen, die gegenwärtige Prognose zu stabilisieren.

„Für eine deutliche Steigerung der Erträge kamen die Niederschläge vielerorts zu spät. Außerdem steigt mit der feuchtwarmen Witterung die Gefahr von Pilzinfektionen“, ergänzt Seedler.

Vom Regen deutlich mehr profitiert hat hingegen der Körnermais. Hier rechnet der DRV – auch wegen einer höheren Anbaufläche – mit einem kräftigen Produktionsplus von fast einem Fünftel. Insgesamt geht der Raiffeisenverband mit gut 44,2 Millionen Tonnen von einer knapp durchschnittlichen Getreideernte – etwa auf dem Vorjahresniveau aus.

Mehr Sommergerste für die Brauer

Wintergerste findet überwiegend als Futtergetreide für Schweine Verwendung, schreibt der DRV. Im Mittel der vergangenen fünf Jahre gelangten etwa 6,3 Millionen Tonnen in die Futtertröge.

Sommergerste, die erst im Frühjahr gesät wird, wird dagegen in hohem Maße als Braugerste genutzt. Aufgrund der kürzeren Vegetationszeit und geringerer Düngung weist sie im Durchschnitt niedrigere Proteingehalte auf als die Wintergerste. Diese sind für eine gute Malzqualität dringend erforderlich.

Aufgrund leicht gestiegener Anbauflächen und etwas höherer Hektarerträge geht der DRV davon aus, dass die Landwirte gut 1,9 Millionen Tonnen Sommergerste ernten werden. Das ist immerhin ein Plus von gut 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

DRV hofft auf Gerstenexport nach China

Deutschlands. Im Mittel der vergangenen fünf Jahre wurden rund 3 Millionen Tonnen ins europäische Ausland und in Drittstaaten verkauft. Von besonderem Interesse für den deutschen Getreidehandel sind dabei Saudi-Arabien und Iran. Nach China, neben Saudi-Arabien der weltweit größte Gerstenimporteur, konnten deutsche Gerste aus phytosanitären Gründen bisher nicht verkauft werden.

Andere europäische Länder wie Frankreich waren dort schon weiter – sie konnten liefern. Deshalb unterstützt der DRV ein vom Bundeslandwirtschaftsministerium bereits im Jahr 2017 eröffnetes Marktzugangsverfahren für deutschen Weizen und Gerste nach China.

DRV-Experte Seedler sagt: „Es wird Zeit, dass sich dieser interessante Markt nun endlich auch für uns öffnet.“

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