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Prognose Getreideernte 2020

DRV: Regen verzögert Aussaat – Getreideernte wird gut

Getreide Frühjahr
am Montag, 16.03.2020 - 10:05 (1 Kommentar)

In Deutschland wird 2020 mehr Sommergetreide ausgesät. Das Wintergetreide ist zudem gut durch den Winter gekommen.

In Deutschland wird 2020 mehr Sommergetreide ausgesät als im Vorjahr. Grund ist, dass im Norden und Nordosten aufgrund starker Niederschläge im Herbst zahlreiche Flächen nicht mit Winterweizen bestellt werden konnten. Das berichtet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV)  in seiner ersten Prognose für die Getreideernte 2020.

Nach Einschätzung des DRV-Getreidemarktexperten Guido Seedler verzögerten die teilweise mehr als ergiebigen Niederschläge in den vergangenen Wochen weiterhin den Start der Frühjahrsaussaat. Aufgrund des unbeständigen Wetters konnten die Böden bislang nur vereinzelt auf leichten Standorten befahren werden.

Immerhin: Die Regenfälle haben dazu geführt, dass die durch zwei trockene Sommer in Folge drastisch reduzierten Wasservorräte in den oberen Bodenschichten aufgefüllt werden konnten. Eine vollständige Entwarnung kann der DRV allerdings nicht geben: In tieferen Schichten gibt es insbesondere im Osten noch zu wenig Wasser.

Mehr Sommerweizen, Mais und Roggen angebaut

Sommergetreide

Das Wintergetreide ist nach Einschätzung des DRV jedoch gut durch den Winter gekommen. Allerdings rechnet der DRV damit, dass die Aussaatflächen für Sommergetreide ausgeweitet werden. Erwartet werden je rund 30.000 Hektar mehr Sommerweizen und Körnermais.

Die Anbaufläche von Hafer und Sommergerste dürften sich auf dem Vorjahresniveau bewegen. Insbesondere in Niedersachsen haben sich Landwirtinnen und Landwirte nach den enttäuschenden Ergebnissen der vergangenen zwei Jahre entschieden, die Anbaufläche nicht auszuweiten.

„Stattdessen wurde im Herbst vielfach Roggen gedrillt“, erklärt Seedler. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes wuchs die Anbaufläche für diese Kultur in Niedersachsen um knapp 20 Prozent auf zirka 160.000 Hektar. Ob die gegenwärtig prognostizierten Sommergetreideflächen auch tatsächlich bestellt werden können, wird von der Witterung in den kommenden Wochen abhängen. Sollte es weiterhin regnerisch bleiben, könnte es zu Verschiebungen in Richtung Mais kommen, der erst Ende April beziehungsweise Anfang Mai gesät wird.

Durchschnittliche Getreideernte erwartet

Getreideernte

Unter normalen Wetterbedingungen dürfte die Getreideernte 2020 etwas größer werden als im vergangenen Jahr und damit durchschnittlich, glaubt Seedler. Gleichzeitig wird für die Rapsernte ein kräftiger Anstieg auf ein mittleres Niveau erwartet. Der DRV geht derzeit davon aus, dass die deutschen Getreidebauern insgesamt 45,2 Mio. Tonnen Getreide von den Feldern holen. Das wären 1,9 Prozent bzw. 0,9 Mio. Tonnen mehr als im vorigen Jahr.

Grundlage für diese Prognose sind die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Herbstaussaatflächen. Die Sommergetreideflächen sowie die Erträge beruhen auf Schätzungen des DRV. 

Im Einzelnen könnten nach der DRV-Prognose 22,3 Mio. t Winterweizen sowie 9,8 Mio. Tonnen Wintergerste gedroschen werden. Das wären im Vorjahresvergleich ein Minus von 1,8 Prozent bei Weizen und ein Plus von 0,2 Prozent bei Gerste. Für Körnermais wird infolge einer erwarteten Flächenausweitung von 6,7 Prozent auf 443.900 ha eine Ernte von rund 4,1 Mio. Tonnen prognostiziert. Das wäre ein Zuwachs von 12,1 Prozent.

Für die Roggenernte sagt der DRV einen Anstieg um 16,4 Prozent auf 3,8 Mio. Tonnen voraus. Der Zuwachs wird vor allem mit einem 10,3 Prozent höheren Ertrag begründet. Bei der Sommergerste rechnet der Raiffeisenverband ebenfalls mit einem vor allem ertragsbedingten Ernteplus, und zwar von 6 Prozent auf 1,9 Mio. Tonnen. Das Aufkommen von Sommerweizen dürfte sich dagegen hauptsächlich aufgrund einer kräftigen Flächenausweitung mehr als verdoppeln und zwar auf 330.000 Tonnen.

Gut ein Fünftel größere Rapsernte

Rapsernte

Beim Raps prognostiziert der DRV für 2020 eine Ernte von 3,4 Mio. Tonnen. Das wären immerhin 21,9 Prozent mehr als die sehr kleine Vorjahresernte. Ursache ist einerseits die um 11,7 Prozent auf 952.700 ha gewachsene Anbaufläche.

Diese positive Entwicklung darf allerdings nicht über deutlich höhere Ergebnisse der vergangenen Jahre hinwegtäuschen. Die Rapsbestände haben sich nach teilweise trockenen Aussaatbedingungen durch den milden Winter in der Regel gut entwickelt.

Seedler sagt jedoch auch: „Es besteht aufgrund der weitgehend fehlenden Fröste die Gefahr eines höheren Schädlingsbefalls.“ 

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