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Sojamarkt

Dürre drückt deutsche Sojaernte

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
04.10.2018

Trotz einer weiteren Ausweitung der Anbaufläche fällt die deutsche Sojaernte kleiner aus als im vorigen Jahr. Grund sind die dürrebedingten Ertragseinbußen.

Sojaernte in Deutschland

Trotz einer weiteren Ausweitung der Anbaufläche fällt die deutsche Sojaernte kleiner aus als im vorigen Jahr. Grund für den Rückgang der Produktion sind die dürrebedingten Ertragseinbußen. Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die Sojaerträge mit 25,9 dt/ha etwa ein Viertel niedriger.

Die Sojafläche wurde hingegen um weitere  4.800 ha auf den neuen Rekordstand von 29.900 ha ausgedehnt. Wegen der schwächeren Erträge schrumpft die deutsche Sojaernte jedoch um rund 6 Prozent auf 61.900 t.

Die europäische Sojaernte erwartet die Kommission bislang noch etwas größer als im vorigen Jahr auf einem neuen Rekordstand. Hauptgrund ist eine größere Ernte beim europäischen Top-Produzenten Italien. Deutschlands Anteil an der europäischen Sojaproduktion liegt derzeit nur bei gut 2 Prozent.

Dürre lässt die Erträge einbrechen

Soja nach Ländern

Die mit Abstand größten deutschen Sojaproduzenten sind auch in diesem Jahr Bayern und Baden-Württemberg. In Bayern wurde die Anbaufläche um fast 40 Prozent auf jetzt 11.700 ha ausgeweitet. Die Erträge waren mit durchschnittlich 28,2 dt/ha jedoch knapp ein Fünftel schlechter. Wegen der kräftigen Flächenausweitung war die bayrische Sojaernte mit 33.000 t dennoch fast 4.000 t größer. Damit wird in Bayern derzeit gut die Hälfte der gesamten deutschen Sojaernte erzeugt.

Zweitgrößer Sojaproduzent in Deutschland ist Baden-Württemberg. Hier wurde die Anbaufläche leicht um 400 ha auf 7.300 ha ausgedehnt. Die Erträge brachen witterungsbedingt jedoch erheblich stärker als in Bayern um 40 Prozent auf 25,7 dt/ha ein. Die Erntemenge lag mit 18.700 t deshalb gut ein Viertel unter dem sehr guten Vorjahreswert.

In den übrigen Bundesländern lagen die Erntemengen nur zwischen 400 t und 1.600 t. Auch hier waren die Erträge durchweg niedriger als im vorigen Jahr. Geerntet wurden Sojabohnen außer in Bayern und Baden-Württemberg auch noch in Hessen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen und in Thüringen.

Europäische Sojaernte größer erwartet

Sojaernte in Europa

Die europäische Sojaernte könnte nach der aktuellen Prognose der EU-Kommission eine Größenordnung von 2,8 Mio. t erreichen. Das wäre ein neuer Produktionsrekord, obwohl man bislang von einem leichten Anbaurückgang gegenüber dem Vorjahr von 20.000 ha auf 931.000 ha ausging. Im vorigen Jahr wurden von 951.000 ha 2,6 Mio. t Sojabohnen geerntet.

Hintergrund für die höhere Produktionserwartung sind die höheren Ertragsschätzungen beim europäischen Top-Produzenten Italien. Fast 45 Prozent der gesamt europäischen Sojaernte werden nämlich in Italien erzeugt. Auch in Ungarn und Kroatien erwartet die Kommission bisher größere Erntemengen.

Bei anderen großen Erzeugern wie etwa Frankreich, Rumänien und Österreich geht man bisher von einem Rückgang der Erntemengen aus.

Zusätzlich zu den geernteten Sojabohnen rechnet die Kommission in diesem Wirtschaftsjahr mit Importen von 15 Mio. t Sojabohnen und 19,0 Mio. t Schrot. Im vorigen Wirtschaftsjahr wurden 14,1 Mio. t Bohnen sowie 18,8 Mio. t Schrot importiert.

Den europäische Verbrauch von Sojaschrot schätzt die Kommission auf 31,1 Mio. t und damit etwa 1,0 Mio. t größer als im vorigen Jahr. 

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