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Ernteprognose

Dürre drückt europäische Getreideernte

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am Freitag, 29.06.2018 - 11:15 (Jetzt kommentieren)

Die europäische Getreideernte wird deutlich kleiner als bisher erwartet. Zum Monatswechsel korrigierte die Europäische Kommission ihre Ernteerwartungen für Weizen und Gerste, aber auch für Raps kräftig nach unten.

Damit reagierte die Kommission unter anderem auf die schwachen Ernteprognosen aus Deutschland, Polen, dem Baltikum, Skandinavien sowie den Schwarzmeerländern Rumänien und Bulgarien.

Möglicherweise müssen die Prognosen noch weiter nach unten korrigiert werden. Die ersten Erntedaten aus den genannten Ländern liegen insbesondere bei Gerste noch unter den bisherigen Schätzungen. Außerdem ist es in den meisten von der Dürre betroffenen Ländern weiterhin extrem trocken und zu warm.

Damit könnte das Ertragspotential auch bei Weizen und Raps weiter zurückgehen. Lediglich beim Mais sind die Erwartungen noch relativ gut und zur vorigen Schätzung kaum verändert. Hier muss es allerdings bald regnen, sonst wird es auch beim Mais zu Korrekturen nach unten kommen.

Weizenernte wird immer kleiner

Weizenernte

Für Weichweizen geht die Kommission jetzt von einer europäischen Erntemenge von 137,6 Mio. t  aus. Im Vergleich zur vorigen Prognose wurde die Produktion damit um knapp 3,0 Mio. t nach unten korrigiert. Gegenüber dem vorigen Jahr wäre die neue Weizenernte sogar 5,1 Mio. t kleiner.

Die europäischen Exporte erwartet die Kommission wegen der deutlich kleineren Ernte in Russland und der Ukraine bei 27,0 Mio. t. Trotz der schrumpfenden Produktion wären dies 6,0 Mio. t mehr als im zurückliegenden Jahr. Die Bestände schrumpfen im Jahresverlauf deshalb sehr kräftig um fast 5,0 Mio. t auf 13,4 Mio. t.

Damit ist auch das Potential für höhere Preise gegeben. Am Terminmarkt in Paris kostete die neue Ernte derzeit 174 Euro/t. Anfang Juni lagen die Preise schon einmal bei 186 Euro, sind dann jedoch wieder zurückgegangen. Am Hamburger Hafen werden für Brotweizen aktuell 177 Euro geboten. Für die Anlieferung im September liegen die Angebote bei 181 Euro und damit 4 Euro höher.

Gerste ist knapp und teuer

Ernte von Gerste

Die Ernteprognose für Gerste (Sommer- und Wintergerste) hat die Kommission von zuvor 61,0 Mio. t  auf nur noch 58,4 Mio. t nach unten gesetzt. Damit ist die neue Gerstenernte etwa so groß wie im vorigen Jahr, als europaweit 58,8 Mio. t Gerste von den Feldern geholt wurden.

Grund für die noch relativ hohe Erntemenge ist die kräftige Ausweitung der Sommergerstenfläche. Die europäischen Gerstenexporte erwartet die Kommission trotz der kleineren Produktion höher als im vorigen Jahr. Derzeit geht man von Ausfuhren von etwa 10 Mio. t aus. Das wäre ein Zuwachs von rund 2,0 Mio. t. Die Endbestände schrumpfen deshalb um 1,5 Mio. t auf 4,3 Mio. t.

Am Hamburger Hafen werden für Futtergerste derzeit 175 Euro geboten. Das ist etwa der gleiche Preis wie wie für Futterweizen. Für die Anlieferung im September liegen die Preisvorstellungen bei 171 Euro und damit 4 Euro niedriger.

Weniger Raps, Preise gestiegen

Auch beim Raps hat die Kommission ihre Ernteerwartung um knapp 1,0 Mio. t auf nur noch 20,8 Mio. t gesenkt. Im vorigen Jahr wurden in der EU immerhin 22,0 Mio. t Raps geerntet und damit 1,2 Mio. t mehr.

Die nötige Importmenge veranschlagen die Kommissionsexperten auf 3,7 Mio. t und damit etwa so hoch wie bei der vorigen Prognose, aber etwas niedriger als im vorigen Jahr. Der Verbrauch geht nach dieser Einschätzung deutlich um 1,6 Mio. t zurück. 

Am Hamburger Hafen werden für Raps derzeit 342 Euro/t geboten. Für die Anlieferung im August liegen die Preisvorstellungen bei 344 Euro und für den September bei 346 Euro. Am Terminmarkt in Paris kostete die neue Rapsernte am 28. Juni 359,50 Euro. Da sind immerhin 10 Euro mehr als zu Beginn der Woche.

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