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MARS-Bericht

Dürre: EU-Getreideerträge sinken weiter

Drei Mähdrescher bei der der Weizenernte
am Montag, 23.07.2018 - 14:59 (Jetzt kommentieren)

Wie erwartet, zeigt der aktuelle MARS-Bericht weitere Ertragseinbußen für Weizen, Gerste und Co. Betroffen von der Dürre sind neben Deutschland vor allem nordeuropäische Regionen.

Mähdrescher beim Weizen abtanken

Aufgrund der Dürre in weiten Teilen Europas gehen die Getreideerträge stark zurück. Der aktuelle MARS-Bericht der EU geht nun nur noch von durchschnittlichen Weichweizenerträgen von 5,82 t/ha aus. Das sind 3,6 Prozent weniger als noch vor vier Wochen erwartet wurden. Das fünfjährige Mittel von 5,97 t/ha wird um 2,6 Prozent unterschritten.  

Betroffen von der Trockenheit sind vor allem Nord- und Ostdeutschland, die Niederlande, Belgien, Nordpolen, Schweden, Südfinnland sowie Großbritannien. Dagegen soll es in Frankreich noch ganz ordentlich aussehen.

Für Deutschland erwarten die EU-Statistiker mit 7,1 t/ha jetzt über 8 Prozent weniger als noch in ihrem Junibericht.  

Roggen und Raps leiden besonders stark

Größere Ertragsverluste mussten die Landwirte bei der Sommergerste hinnehmen. Gegenüber der Juniprognose fallen die Erträge mit 4,13 t/ha über 6 Prozent niedriger aus. Der Fünfjahresschnitt wird um knapp 3 Prozent verfehlt.

Bei der Wintergerste stellten die EU-Experten ein Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Juni fest. Die MARS-Schätzung liegt nun nur noch bei unterdurchschnittlichen 5,6 t/ha.

Noch stärker als die übrigen Getreidearten hat es Roggen erwischt. Der EU-Durchschnittsertrag fällt gegenüber der Junischätzung um 6,2 Prozent oder 0,23 t/ha auf 3,48 t/ha. Das sind 12 Prozent weniger als die Erträge in den vergangenen fünf Jahren.

Auch die EU-Rapserträge verfehlen den Fünfjahresschnitt um den gleichen Prozentbetrag. Laut MARS-Bericht sind 2,89 t/ha zu erwarten, 5,2 Prozent weniger als noch vor vier Wochen. 

Noch positiv: Rüben und Körnermais

Für Körnermais und Zuckerrüben sehen dagegen die Ertragsaussichten positiv aus. Mit 7,46 t/ha Körnermais sollen die Landwirte 3,9 Prozent mehr ernten als man noch im Juni erwartete.

Obwohl die EU-Rübenerträge schon mit 77,9 t/ha überdurchschnittlich sind, hat sich die Ertragsprognose gegenüber Juni leicht um 0,5 Prozent erhöht.

Für Deutschland indes sehen die MARS-Prognosen anders aus. Die Landwirte können hier im Schnitt nur mit 9,5 t/ha Körnermais rechnen. Das sind 0,6 t/ha weniger als noch im Juni vorhergesagt waren. Zum Vergleich: 2017 konnten die deutschen Bauern mit 10,5 t/ha überdurchschnittliche Erträge vom Feld holen. Nun liegen die Prognosen fast drei Prozent unter dem fünfjährigen Schnitt.

Bei Zuckerrüben sind nach dem MARS-Bericht 74,9 t/ha möglich. Damit haben sich die Ertragserwartungern innerhalb von vier Wochen um 4 Prozent verschlechtert.

Kartoffelerträge sind nun unterdurchschnittlich

Anders sieht die Lage auf den Kartoffelfeldern in der EU aus. Haben die EU-Experten im Juni noch 34,5 t/ha und damit überdurchschnittliche Erträge erwartet, haben sie jetzt die Prognose um 3,3 Prozent auf 33,3 t/ha zurückgenommen. Das EU-Mittel der letzten fünf Jahre würde damit um 0,7 Prozent unterschritten.

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