Login
Pommes Frites

Dürre: Kartoffelverarbeiter sorgen sich um Rohstoff

Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
25.07.2018

Die Kartoffelverarbeiter haben Angst, wegen der Dürre nicht genügend Ware zu bekommen. Landwirte sollten die hohen Preise nutzen.

Bordmatik Kartoffeln

Die Kartoffelernte in Deutschland und Europa wird nach Einschätzung des Bundesverbandes der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in diesem Jahr wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze mengen- und qualitätsmäßig erheblich niedriger beziehungsweise schlechter ausfallen als 2017.

Wie der Verband mitteilte, hat sich die Versorgung mit Rohware jetzt schon deutlich verknappt. Auch von Qualitätsproblemen wird berichtet. In der Folge dürften Versorgungsschwierigkeiten bei den gängigen Kartoffelverarbeitungsprodukten wie Pommes frites entstehen.

Ertragseinbußen bis zu 25 Prozent befürchtet

Mit Verweis auf aktuelle Berichte aus den Anbauregionen erwartet der BOGK einen deutlichen Rückgang des durchschnittlichen Kartoffelertrags. Experten aus dem Kreis der Landwirtschaft und der kartoffelverarbeitenden Industrie beziffern das Minus jetzt schon auf mindestens 25 Prozent.

In ihrem jüngsten Pflanzenzustandsbericht (MARS-Bericht) im Juli hat die EU-Kommission die Kartoffelerträge für Deutschland auf 42,8 t/ha zurückgenommen. Das sind knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr. EU-weit sollen die Hektarerträge mit 33,3 t rund 3,3 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen.

Knollen zu klein für Pommes

Außerdem sind laut BOGK Knollen in Übergrößen für die Produktion von Pommes frites auf zahlreichen Böden recht selten. Wegen des extrem trockenen und heißen Sommers werde das Problem immer größer; auch für die nächsten Wochen sei nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen.

Wie die Organisation dazu erläutert, stehen die einzelnen Kartoffelpflanzen aufgrund der zunehmenden Trockenheit und Hitze vermehrt unter Stress und wachsen deshalb nicht weiter. Auch eine Beregnung nütze in dieser Situation wenig, erklärten die Experten.

Hohe Preise für Absicherung nutzen

Der Markt hat auf die drohende Knappheit schon reagiert. An der Warenterminbörse EEX Leipzig eilen die Notierungen von Rekord zu Rekord. Vergangene Woche erreichten die Kurse dort in der Spitze 31,20 Euro/dt Kartoffeln für Lieferung im April 2019. 

Nach den jüngsten Regenfällen in einigen Regionen gaben die Kurse leicht nach. Um die Mittagszeit wurde Veredelungsware knapp unter 30 Euro/dt gehandelt. 

agrarheute hat schon seit Mitte Juli auf den Anstieg der Kurse hingewiesen. Kartoffelanbauer, die noch wenig Ware verkauft haben, sollten die hohen Preise für eine Absicherung von Teilmengen nutzen, entweder direkt über die Börse oder über höhere Preise in Festkontrakten. Haben die Verarbeiter Angst um die Rohstoffversorgung, sind die Chancen für Landwirte gut, bessere Preise durchsetzen zu können.   

Mit Material von AgE
Auch interessant