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Agrarhandel

Dürre: Kein Wasser für Agrartransporte

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am
17.10.2018

Der Sommer ist vorbei. Doch die Dürre geht weiter. Die Wasserstände der großen Flüsse sind auf neue historische Tiefstände gefallen. Der Agrartransport wird nun immer teurer.

Aufgrund des dürrebedingten niedrigen Wasserstands steigen die Kosten für den überhaupt noch möglichen Transport immer weiter an. Weil diese Situation bereits viele Wochen dauert sind auch die Lagerkapazitäten entlang der großen Wasserstraßen übervoll.

Auch hier steigen die Kosten, denn die Ware kann nicht abfließen. Der immer größere Rückstau an den Wasserwegen sorgt zudem für eine Verknappung und Verteuerung der alternativen Transportmöglichkeiten auf der Straße und bei der Bahn.

Damit wird der Handel von Getreide, Düngemitteln und anderen Agrarprodukten durch die Dürre weiterhin massiv beeinträchtigt.

Historisch niedrige Pegelstände

pegelstände

Am Rhein, der wichtigsten Wasserstraße Deutschlands, sind die Wasserstände an den maßgeblichen Messstellen in Kaub, Emmerich und in Duisburg-Ruhrort zum Beginn dieser Woche auf  neue Tiefstände gefallen.

Der wichtigste Pegel am Mittelrhein, in Kaub, wurde am Mittwoch nur noch mit 38 cm angegeben. Damit liegt man lediglich 3 cm über dem bisherigen Jahrhunderttief von 2003. Seit Mitte September hat sich der Pegelstand in Kaub halbiert.

Unterhalb eines Pegelstands von 40 Zentimetern in Kaub ist Binnenschifffahrt kaum noch sinnvoll, hat jedoch das Logistikunternehmen Contargo kalkuliert.

In Emmerich war der Pegelstand am Mittwoch auf 20 cm gefallen. Das sind sogar 8 cm weniger als der bisherige historische Tiefstwert von 2003. In Duisburg-Ruhrort wurde am Mittwoch mit 169 cm ebenfalls der bisherige Tiefstand von 2003 um 5 cm unterboten.

Ähnliche Niedrigwasserstände und Transportprobleme meldet man auch von der Elbe und von der Donau.

Transportkosten steigen rasant

KWZ

Und die Trockenheit setzt sich in den nächsten Tagen weiter fort. Das bedeutet auch, dass sich die Situation der begrenzten Transportmöglichkeiten und der steigenden Transport- und Lagerkosten weiter verschärft.

Mit den weiter fallenden Pegeln sinkt nämlich die auch Ladekapazität der Binnenschiffe weiter. Für die gleiche Ladungsmenge wird immer mehr Schiffsraum benötigt. Der Markt wird immer enger.

Die sogenannten Kleinwasserzuschläge (KWZ) sind von den bei bestimmten Pegelständen vorgegebenen Werten auf Vereinbarungspreise gewechselt. So liegt der Kleinwasserzuschlag für den Transport von 40-Zoll-Containern in Kaub bei einem Pegelstand von 150 bis 131 cm bei 40 Euro.

Sinkt der Pegelstand dann auf 90 bis 81 cm müssen bereits 135 Euro pro 40-Zoll-Container gezahlt werden. Das ist mehr als eine Verdreifachung der Kosten.

Bei Pegelständen unter 81 cm werden die KWZ dann wie jetzt frei vereinbart und sind nochmals deutlich höher.

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