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Trockenheit

Dürre sorgt für höchste Kartoffelpreise seit 5 Jahren

Kartoffelernte
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Josef Koch, agrarheute
am
19.07.2018

Kartoffeln der kommenden Ernte werden wegen der Trockenheit in Europa immer teurer. Landwirte sollten die guten Preise über die Börse absichern.

Die Preise für Verarbeitungskartoffeln haben an der Warenterminbörse EEX in Leipzig diese Woche bei sehr hohen Umsätzen kräftig zugelegt. So wurde der Future mit Fälligkeit im April 2019 zum Handelstart mit bis zu 27,50 Euro/dt gehandelt. Das bedeutete gegenüber dem Abrechnungskurs vom vergangenen Freitag einen Aufschlag von 9 Euro/dt oder 48,6 Prozent.

Dieses Kursniveau war zuletzt im Januar 2013 erreicht worden. Makler begründeten die aktuelle Hausse mit Spekulationen auf Ernteeinbußen als Folge der Trockenheit in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien.

Inzwischen haben sich die Kurse um 26,60 Euro/dt eingependelt. Gegenüber dem Vortag ist das immer noch ein Plus von 40 Cent/dt.

Wer erst wenig Kartoffeln der neuen Ernte vermarktet hat, sollte den Markt genau beobachten und zumindest Teilmengen zu den hohen Preisen an der Börse verkaufen, empfehlen Berater.

Erträge entscheidend, nicht höhere Anbaufläche

Bereits vergangene Woche wies die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) darauf hin, dass es in allen NEPG-Ländern sehr trocken gewesen sei und die Pflanzen in manchen Gebieten schon unter Wassermangel gelitten hätten. Deshalb dürfte die diesjährige Erntemenge eher durch den Flächenertrag als durch die Anbaufläche bestimmt werden, hieß es. Zu diesem Zeitpunkt pendelte der Kurs des EEX-Kartoffelfutures mit Fälligkeit im April 2019 noch um die Linie von 20 Euro/dt.

Das diesjährige Konsumkartoffelareal ohne Saat- und Stärkekartoffeln in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien hat die NEPG auf 595.587 ha taxiert. Das wäre gegenüber 2017 eine Ausweitung um 1 Prozent.

Mit Material von AgE

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