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DBV-Ernteschätzung

Dürreschäden: Nur noch 36 Mio. Tonnen Getreide

Weizenernte mit Mähdrescher
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Josef Koch, agrarheute
am
01.08.2018

Die neue Ernteschätzung des Bauernverbandes zeigt, dass Landwirte schnelle Hilfe brauchen. Bundesagrarministerin Klöckner gerät in Zugzwang.

AF_Getreide Lager

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Ernteprognose noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Statt der bislang geschätzten 41 Mio. t Getreide rechnet der DBV jetzt nur noch mit einer Ernte von rund 36 Mio. t Getreide.

Die neuen Zahlen aus der zweiten Erntemeldung beziehen in großem Umfang die tatsächlichen Erntemengen ein und bestätigen pessimistische Einschätzungen aus den zurückliegenden Tagen.

Angesichts dieser Entwicklung fordert der DBV-Präsident Joachim Rukwied die Bundesländer zum zügigen Handeln auf, der Bund müsse dann folgen.

„Viele Bauern brauchen jetzt eine schnelle Unterstützung. Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu. Nach den uns vorliegenden Meldungen aus den Landesbauernverbänden sind die Voraussetzungen für Finanzhilfen durch die Länder in den besonders betroffenen Regionen klar erfüllt.“

Bundesagrarministerin Julia Klöckner will heute im Bundeskabinett über die Dürre berichten.
 

Wegen Futtermangel Getreide teilweise siliert

Die Getreide- und Rapsernte ist in den vergangenen Wochen zügig vorangeschritten. „Selbst in den norddeutschen Regionen ist die Ernte ungewöhnlich weit und zeigt das katastrophale Ausmaß der Dürreschäden. Die Erntemengen bleiben deutlich hinter unseren ohnehin geringen Erwartungen zurück“, betonte Rukwied anlässlich des zweiten Ernteberichtes des DBV.

„Die geringen Ertragserwartungen und die Sorge um eine ausreichende Futterversorgung hat einige Betriebe veranlasst, ihre Getreidebestände vorzeitig zu häckseln. Die Maisbestände bilden wegen der anhaltenden Trockenheit keine Kolben aus. Das wird die Körnermaisernte erheblich schmälern und hat auch bei der Verwendung als Silomais Auswirkungen auf die Qualität des Futters“ erklärte Rukwied mit Blick auf die Futterversorgung.
 

25 Prozent weniger Weizen

Drei Mähdrescher bei der der Weizenernte

Die Weizenernte steht in den überwiegenden Regionen kurz vor dem Abschluss. Noch zu erntende Flächen finden sich in Höhenlagen und im Norden Deutschlands. Die Druschergebnisse lassen im Bundesdurchschnitt auf einen Ertrag von 6 t/ha schließen.

Damit liegt der Ertrag dieser für das gesamte Ernteergebnis so wichtigen Getreideart 20 Prozent unterhalb des Vorjahres mit 7,7 t/ha. Der Durchschnittsertrag der Jahre 2013 bis 2017 von 8 t/ha wird sogar um 25 Prozent verfehlt. Folglich ergibt sich eine Winterweizenernte von knapp 18 Mio. t. 
 

Deutlich weniger Roggen in Dürreregionen

Eine für den von der Trockenheit besonders betroffenen Norden und Osten Deutschlands wichtige Getreideart ist Winterroggen. Hier stehen 448.000 Hektar der insgesamt zur Ernte 2018 angebauten 532.000 Hektar. Auch Roggen wird in Kürze vollständig eingebracht sein.

Die Erträge fallen mit nur 3,7 t/ha deutlich hinter den Vorjahreswert von 5,1 t/ha zurück (minus 28 Prozent). Der Durchschnittsertrag der letzten fünf Jahre von 5,7 t/ha wird um 35 Prozent unterschritten. Insgesamt ist in diesem Jahr von einer Roggenernte von knapp 2 Mio. t auszugehen. Das sind 26 Prozent weniger als 2017.

1 Mio. t Raps fehlt

Die Ernte von Winterraps ist bis auf Restflächen abgeschlossen. Im Bundesdurchschnitt wird nach Angaben des DBV ein Ertrag von nur knapp 2,6 t/ha erzielt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 21 Prozent. Der  Fünf-Jahresdurchschnitt wird sogar um 32 Prozent verfehlt.

Bei 1,26 Mio. Hektar Anbaufläche beläuft sich die diesjährige Rapsernte auf knapp 3,3 Mio. t. Gegenüber der Vorjahresernte entspricht dies einem Rückgang von etwa 1 Mio. t Raps oder  einem Minus von 24 Prozent.

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