Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

IGC-Prognose

Ernte 2018: Weizen wird nicht knapp

am Freitag, 27.04.2018 - 12:50 (Jetzt kommentieren)

In seiner zweiten Schätzung hat der Internationale Getreiderat (IGC) die neue globale Weizenernte leicht nach unten korrigiert. Gleichzeitig erfolgt jedoch eine Aufwärtskorrektur der Bestände.

weizen_verladen.jpg

Nach den derzeitigen Erwartungen des IGC, wird die neue globale Weizenernte rund 19 Mio. t kleiner als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr. Eine Ursache für die kleinere Produktion ist die rund 10 Mio.t  kleinere Ernte in Russland.

Auch für die Europäische Union, für Indien, China und Kasachstan liegen die erwarteten Erntemengen unter dem Vorjahr. Mit stabilen Produktionsmengen rechnet der IGC in der Ukraine, in Kanada und in den USA. Eine größere Weizenernte erwartet man in Australien.

Bei den Exporten dürfte es in der neuen Saison ebenfalls zu Verschiebungen kommen. Allerdings bleibt Russland, trotz einer kleineren Ernte, weiterhin der mit Abstand größte Exporteur und dominiert weiterhin den Welthandel.

Die Europäische Union, Australien und die USA könnten ihre Weizenexporte nach dieser Einschätzung jedoch etwas ausweiten. Für die Ukraine werden hingegen stabile Ausfuhren erwartet.

Die globalen Endbestände schrumpfen weniger kräftig als zunächst angenommen und befinden sich auf dem bislang zweithöchsten Niveau. 

Etwas weniger Weizen in der EU erwartet

Weizenproduktion Global

Die neue globale Weizenernte erwartet der IGC derzeit bei 739 Mio. t. Das wäre die bislang drittgrößte Produktionsmenge, nach der vorjährigen Rekordernte von 758 Mio. t und der bislang zweitgrößten Ernte aus dem Jahr 2016/17 von 754 Mio. t.

Für die Europäische Union schätzt der IGC die neue Weizenernte auf 148,5 Mio. t. Davon entfallen 139,6 Mio. t auf Weichweizen und 8,9 Mio. t auf Hartweizen.

Die derzeit von der EU-Kommission erwartete Weichweizen-Ernte von 141,5 Mio. t wird von der IGC-Schätzung um 1,9 Mio. t verfehlt. Die Kommissions-Erwartung für die Hartweizen-Produktion liegt bei 8,8 Mio. t.

Gegegenüber der Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,2 Mio. t, wäre die neue Ernte 2,7 Mio. t kleiner. Im vorigen Jahr ernteten die europäischen Landwirte 141,8 Mio. t Weichweizenund produzierten 9,4 Mio. t Hartweizen.

Russland mit bisher zweitgrößter Ernte

Deutlich weniger Weizen als zur Rekordernte 2017 erwartet der IGC weiterhin in Russland. Dennoch wäre dies die zweitgrößte russische Weizenernte überhaupt.

Gegenüber dem Vormonat wurden keine Veränderungen an der Produktionsschätzung vorgenommen. Mit den derzeit erwarteten 74,5 Mio. t Weizen, wäre die russische Ernte 10,4 Mio. t kleiner als die gewaltige Rekordernte aus dem vorigen Jahr.

Für die Ukraine ließ der IGC die Ernteerwartung gegenüber dem Vormonat unverändert. Mit den derzeit geschätzten 26,7 Mio. t wäre die neue Ernte außerdem etwa so groß wie im vorigen Jahr.

Für Kasachstan liegt die aktuelle Ernteschätzung bei 13,7 Mio. t und damit etwa 1,1 Mio. t unter dem Vorjahr.

Das USDA-Büro in Moskau hat die kommende russische Ernte in dieser Woche auf 74 Mio. t geschätzt. Die USDA-Kollegen in der Ukraine veranschlagten die dortige Produktion auf 26,6 Mio. t.

Endbestände trotz Abbau sehr hoch

Weizenbestände

Den weltweiten Weizenverbrauch schätzt der IGC auf 745 Mio. t und damit 5 Mio. t größer als im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Ursache für den Anstieg ist der größere Verbrauch in Indien, in der EU, in den USA und in China. In Russland bleibt der Verbrauch auf sehr hohem Niveau stabil.

Dabei soll der globale Verbrauch von Futterweizen im neuen Wirtschaftsjahr 2018/19 ähnlich groß ausfallen wie im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Gleichzeitig soll der Verbrauch die Produktionsmenge um 6 Mio. t übersteigen. Damit würden die rekordhohen Bestände etwas schrumpfen.

Allerdings nehmen die Bestände weniger kräftig ab als noch im Vormonat prognostiziert. Derzeit erwartet der IGC einen Bestandsabbau von 263 Mio. t auf dann 257 Mio. t. Trotz des Rückgangs wären dies die bislang zweitgrößten Weizenbestände.

Europäer könnten Exporte ausbauen

Weizenexporte

Die weltweite Handelsmenge erwartet der IGC für das neue Wirtschaftsjahr 2018/19 bei 179 Mio. t, nach einem Handelsvolumen von 175 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Das wäre für dei neue Saison ein neuer Handelsrekord.

Dabei gehen die IGC-Analysten davon aus, dass die Europäer ihre Exporte um etwa 3 Mio. t auf 26,8 Mio. t ausweiten können. Damit wäre die EU jedoch deutlich hinter Russland und nur knapp vor den USA der zweitgrößte globale Weizenexporteur.

Die geschätzten Ausfuhren für die USA liegen für das nächste Wirtschaftsjahr bei 26,2 Mio. t und damit 1,0 Mio. t höher als in der noch laufenden Saison.

Die Exportprognose für Australien ist mit 17,5 Mio. t ebenfalls 1,5 Mio. t höher als in der  aktuellen Saison. Für Kanada hat der IGC die Ausfuhrmenge im Jahresvergleich mit 21,9 Mio. t unverändert gelassen.  

Russland dominiert weiter die Exportmärkte

Für Russland erwartet der IGC in seinem Report für das neue Wirtschaftsjahr Exporte von 37,2 Mio. t, nach dem bisherigen Rekordwert von 38,7 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr.

Grund für die (trotz der kleineren Ernte) sehr hohen Exporte sind die extrem hohen russischen Bestände. Diese sind in der aktuellen Saison von 13,5 Mio. t auf 18,4 Mio. t gewachsen. Für das neue Wirtschaftsjahr erwartet man einen Abbau auf 14,3 Mio. t.

Für die Ukraine werden vom IGC für das nächste Wirtschaftsjahr stabile Ausfuhren von 17,0 Mio. t erwartet. Für Kasachstan rechnet der IGC ebenfalls mit relativ stabilen Exporten von 7,3 Mio. t.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...