Login
Freihandelsgespräche

EU-Kommission bietet Mercosur höhere Zucker-Importquote

Zuckerrohrernte
Thumbnail
Norbert Lehmann, agrarheute
am
14.02.2018

Die Europäische Kommission hat gegenüber den Mercosur-Staaten offenbar ihr Angebot über eine Freihandelsquote für Zucker auf 120.000 t pro Jahr erhöht.

Wie Brüsseler Kreise bestätigten, ist die Verhandlungsdelegation der EU damit nochmals über ihr Angebot vom Dezember in Höhe von 100.000 t hinausgegangen.

Unterdessen bekräftigten der Verband der Europäischen Zuckerindustrie (CEFS), die Internationale Vereinigung Europäischer Rübenanbauer (CIBE) und der Europäische Verband der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Tourismusgewerkschaften (EFFAT) ihre Kritik an den gegenüber den Mercosur-Staaten gemachten Handelszugeständnissen im Zuckersektor.

In einem Brief an EU-Agrarkommissar Phil Hogan und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström verweisen die Dachverbände auf die Schwierigkeiten, die der Branche bereits im vergangenen Jahr durch die Abschaffung der Zuckerquote entstanden seien.

Höhere Zuckerimporte bedeuten einen Preisverfall

Weitere Marktöffnungen in der Europäischen Union würden zwangsläufig zu einem Preisverfall und demzufolge zu einer „Beschädigung der EU-Zuckerwirtschaft“ insgesamt führen, so die Warnung der Zuckerverbände. Sie erinnern außerdem an die umfangreichen Beihilfen, die vor allem das Mercosur-Mitglied Brasilien seinen Zuckerrohrbauern zukommen lasse.

Gerade mit Blick auf das größte Mercosur-Mitgliedsland Brasilien fordern CIBE-Präsident Bernard Conzen, CEFS-Präsident Johann Marihart und EFFAT-Generalsekretär Harald Wiedenhöfer die Kommissare mit Nachdruck auf, dem Drängen der Südamerikaner nach Handelserleichterungen für Zucker nicht weiter nachzugeben.

Des Weiteren verweisen die Dachverbände auf die Bedeutung ihrer Industrie für die wirtschaftliche Entwicklung vieler ländlicher Gebiete in Europa. „Wird eine Zuckerfabrik einmal stillgelegt, gehen die Chancen, diesen Standort erneut aufzubauen, gegen null“, gibt die EU-Zuckerwirtschaft in ihrem Brief zu bedenken.

Mit Material von Agra-Europe
Auch interessant