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Ernteprognose 2019

EU-Kommission: Große Getreideernte - aber kleine Preise

Ähren und Preiskurve
am
12.03.2019

Die kommende Getreideernte wird groß. Jedenfalls deutlich größer als im vorigen Jahr.

Zumindest wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.

Diese Erwartung lässt sich auch sehr gut am europäischen Terminmarkt ablesen. Dort liegen die Preise für Weizen noch deutlich unter den aktuellen Kursen. Und diese sind zuletzt bereits kräftig abgestürzt.

Auch für Mais und erst recht für Futtergerste ist die Preiserwartung für die neue Ernte weitaus niedriger als die Kurse im aktuellen Wirtschaftsjahr.

Bei Raps geht der Terminmarkt derzeit von ähnlich schlechten Preisen aus wie in der aktuellen Saison. Und das obwohl auch die neue die Raps-Ernte ähnlich klein wird wie 2018.

 

Drittgrößte Getreideente überhaupt

Getreideernte 2019 EU

In ihrer ersten umfassenden Prognose für die Ernte 2019 geht die Kommission davon aus, dass die Anbauflächen bei Weichweizen, bei Wintergerste sowie bei Körnermais und Roggen mehr oder weniger kräftig ausgeweitet wurden.

Anbaurückgänge werden hingegen bei Sommergerste, Hafer und Triticale erwartet. Die europäische Rapsfläche ist wegen der widrigen Witterungsbedingungen im vorigen Herbst sogar erheblich kleiner als zur vorigen Ernte.

Die Getreide- und Rapserträge schätzt die Kommission derzeit auf ein durchschnittliches Niveau. So erreichen die Ernteprognosen in Verbindung mit der oftmals ausgeweiteten Anbaufläche bei Getreide überwiegend sehr hohe Werte.

Die europäische Gesamternte von Getreide (einschließlich Mais) schätzt die Kommission derzeit auf  knapp 309 Mio. t. Das wären immerhin 19 Mio. t bzw. reichlich 6 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Zugleich wäre dies bislang drittgrößte europäische Getreideernte überhaupt. Export und Bestände würden kräftig deshalb zunehmen.

Reichlich Weizen drückt auf die Preise

Weizenernte 2019 EU

Beim Weichweizen geht die Kommission von einer Ausweitung der Anbaufläche um rund 850.000 ha auf etwa 23,1 Mio. ha aus. Die durchschnittlichen Weizenerträge werden auf 5,9 t/ha geschätzt. Daraus ergibt sich eine neue europäische Weizenernte von knapp 141 Mio. t.

Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre dies ein Zuwachs von 12 Mio. t bzw. reichlich 9 Prozent. Außerdem wäre dies die bislang drittgrößte Weizenernte überhaupt. Damit steht im nächsten Wirtschaftsjahr auch deutlich mehr Weizen für den Export zur Verfügung.

Die Kommission geht davon aus, dass die europäischen Weich-Weizenexporte um 7,5 Mio. t auf 25,5 Mio. t zunehmen. Das wäre ein Plus von mehr als 40 Prozent. Die Endbestände erwartet man deshalb relativ stabil und auch der Einsatz in der Tierfütterung soll wegen der wachsenden Produktion beid den anderen Getreidearten eher unverändert bleiben.

Die Weizenpreise für das die neue Ernte sieht der Terminmarkt derzeit nur noch bei knapp 174 Euro. Die aktuellen vorderen Weizen-Kurse sind seit Januar um 26 Euro bis auf 181 Euro abgestürzt.

Große Gerstenernte und viel Exportware

Gerstenernte EU 2019

Die Anbaufläche von Gerste für die neue Ernte gibt die Kommission mit insgesamt 12,6 Mio. ha an. Dabei wird in der Statistik leider nicht zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden. Die meisten Länderdaten zeigen indessen eine deutliche Ausweitung des Wintergerstenanbaus auf den im Herbst nicht bestellten Rapsflächen und ein geplante Reduzierung der Sommergerstenfläche. In der Summe ist die gesamte Gerstenfläche deshalb zum Vorjahr fast nicht verändert. 

Die Gerstenerträge sieht die Kommission derzeit bei 4,9 t/ha. Damit würde sich eine Gesamternte von gut 60 Mio. t ergeben. Das sind immerhin rund 4 Mio. t mehr als im vorigen Jahr. Den Gerstenexport schätzt die Kommission auf sehr gute 9 Mio. t im Vergleich zu 7,5 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Der Futterverbrauch wird als relativ stabil eigeschätzt. Die Endbestände sollen sehr kräftig von 6 Mio. t auf fast 11 Mio. t anwachsen.

Die Preise für Futtergerste sind von Februar bis März sehr kräftig gefallen und die neue Ernte dürfte noch weniger kosten. Am norddeutschen Exporthafen in Hamburg wird Futtergerste derzeit mit 175 Euro/t gehandelt. Das sind 34 Euro/t (!!!) weniger als im Februar notiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt war Futtergerste sogar teurer als Futterweizen. Dieser wird aktuell in Hamburg mit 192 Euro notiert.

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