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Rapsmarkt 2020

EU: Rapsernte wird wieder sehr klein

Rapskörner
am Mittwoch, 04.03.2020 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Die neue europäische Rapsernte schrumpft weiter. Das Analystenhaus Strategie Grains hat seine Ernteprognose Anfang März das dritte Mal hintereinander nach unten gesetzt.

Grund für die Korrektur ist offenbar die noch kleinere Aussaatfläche. Vor allem in West- und Nordeuropa hatten massive Regenfälle die Herbstbestellungen behindert und viele Felder überflutet. Ganz offensichtlich war auch der Raps davon betroffen.

Die Rapspreise waren am Terminmarkt im Zuge der Corona-Epidemie kräftig abgestürzt. Am Montag und im laufenden Handel am Dienstag können die Rapspreise jedoch wieder etwas zulegen.

Kleinste Anbaufläche seit 14 Jahren

Rapsfläche

Strategie Grains schätzt die europäische Rapsanbaufläche für die Ernte 2020 Anfang März nur noch auf 5,49 Mio. Hektar. Das ist im Vergleich zur vorigen Prognose von 5,55 Mio. Hektar ein weiterer Rückgang von 60.000 Hektar. Außerdem ist die Rapsanbaufläche damit auch kleiner als im vorigen Jahr als die europäischen Ackerbauern ebenfalls nur 5,55 Mio. Hektar mit Raps bestellt hatten. 

Im Dürrejahr 2018/19 war die Anbaufläche mit 6,92 Mio. Hektar immerhin 1,43 Mio. Hektar größer. Sollte sich die aktuelle Prognose bestätigen, dann würde der Rapsanbau in EU auf den kleinsten Wert seit 2006 – also seit 14 Jahren absacken.  Damals wurden nur auf 5,35 Mio. Hektar Raps bestellt.

Die Haupt-Ursache für den drastischen Flächenverlust der schwarzen Ölfrucht sind die deutlich Anbaurückgänge in Deutschland und in Frankreich. Diese waren auch schon von den dortigen Behörden nach Brüssel gemeldet worden. Möglicherweise sind die Anbaurückgänge in beiden Ländern aber noch größer – wie private Schätzungen zeigen.

Neue Rapsernte wird sehr klein

Rapsernte

Das Ergebnis der starken Anbaueinschränkung ist natürlich auch ein Rückgang der Produktion. Da die Analysten von Strategie Grains weiterhin von einem Durchschnittsertrag von 3,25 Tonnen je Hektar ausgehen, ergibt sich eine Produktionsmenge für die Ernte 2020 von 17,85 Mio. Tonnen. Das wären nochmals 0,2 Mio. Tonnen weniger als bei der vorigen Prognose, jedoch noch immer deutlich mehr als im vorigen Jahr.

Zwar war die Anbaufläche bei der vorigen Ernte größer die durchschnittlichen Erträge erreichten zur Ernte 2019 jedoch nur 3,05 Tonnen je Hektar. Damit lag die europäische Gesamternte 2019 gerade einmal bei 16,89 Mio. Tonnen. Das wären 0,96 Mio. Tonnen weniger als Strategie Grains für die neue Ernte 2020 mit 17,85 Mio. Tonnen erwartet.

Die Erntemenge aus dem Dürrejahr 2018 erreichte wegen der deutlich größeren Anbaufläche von 6,92 Mio. Hektar (trotz sehr schwacher Erträge) jedoch noch einen Größenordnung von 19,97 Mio. Tonnen. Dieser Wert wird mit de aktuellen Prognose immerhin um 2,12 Mio. Tonnen weit verfehlt. Die Versorgung mit Raps wird in der EU also auch in der neuen Saison knapp – was zumindest für die Preise eine gute Nachricht ist. 

Preise nach Absturz wieder fester

Rapspreise

Die Rapspreise sind am Terminmarkt zuletzt dramatisch abgestürzt. Am Freitag fielen die vorderen Kurse am europäischen Terminmarkt um 7 Euro auf nur noch 380 Euro je Tonne. Das ist der schlechteste Preis seit 4 Monaten. Seit Januar hat die schwarze Ölsaat damit fast 40 Euro. bzw. 9 Prozent eingebüßt. Auslöser für den Preis-Crash ist die Corona-Epidemie und deren Folgen für die Weltwirtschaft.

Am Montag ging es jedoch wieder um 3 Euro auf 383 Euro nach oben und auch im laufenden Handel am Dienstag könne die Preise etwas zulegen. Am Dienstag Mittag notiert der vordere Maikontrakt schon wieder bei 386 Euro je Tonne. Die neue Ernte (August) wurde zu diesem Termin nur mit 376 Euro gehandelt. Das sind 10 Euro weniger als für den alterntigen Raps. Hier ist ganz offensichtlich noch Luft nach oben- wenn man einmal die weiter schrumpfende Erntemenge 2020 und immer knappere Versorgung am EU-Markt zu Grunde legt.

Am Kassamarkt waren die Rapspreise zuletzt ebenfalls gefallen. Am norddeutschen Großmarkt und Importhafen Hamburg wurden am Montag für die dort gehandelte Ware Preise von 386 Euro je Tonne geboten. Im Südwesten, am Großmarkt in Mannheim lagen die Preisangebote am Montag bei 383 Euro je Tonne. Am Mittellandkanal wurden Preise von 385 Euro notiert.

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