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Zuckermarkt

EU: Rübenfläche bleibt groß

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am Dienstag, 10.04.2018 - 14:35 (Jetzt kommentieren)

Die Anbaufläche von Zuckerüben für die Ernte 2018 bleibt fast stabil. Davon geht die Europäische Kommission in ihrer ersten Anbau- und Produktionsschätzung für das Jahr 2018 aus.

Entsprechend bewegen sich die erwartete Rübenproduktion und die daraus erzeugte Zuckermenge auf dem hohen Niveau des aktuellen Wirtschaftsjahres.

Ganz offensichtlich ist damit angebotsseitig auch keine Entlastung am europäischen Zuckermarkt zu erwarteten und der Druck auf die Preise für Rüben und Weißzucker dürfte hoch bleiben.

Nach den Meldungen der Kommission waren die Preise für Weißzucker am europäischen Binnenmarkt im Januar 2018 auf einen historischen Tiefstand gefallen.

Sollte es im in den nächsten Monaten nicht zu einer Preiserholung kommen, dürfte dies die kommenden Preisverhandlungen zwischen Erzeugerverbänden und Zuckerindustrie spürbar beeinflussen.

Europäische Rübenfläche kaum verändert

Rübenfläche

Die europäische Rübenfläche für die Ernte 2018 (alle Verwendungen) schätzt die Kommission im Rahmen ihrer kurzfristigen Marktprognose auf 1,69 Mio. ha. Im Vergleich zur Anbaufläche 2017 wäre dies nur ein ganz leichter Rückgang von gerade einmal 20.000 ha.

Nach dem Ende der Quote hatten die europäischen Rübenproduzenten den Anbau um 215.000 ha  auf 1,71 Mio. ha ausgeweitet. Das war die größte Rübenfläche seit 10 Jahren. Für die TOP-Anbauländer Frankreich und Deutschland, Polen und die Niederlande geht die Kommission für 2018 von stabilen Anbauverhältnissen aus.

Einen leichten Anbau-Rückgang erwarte man im Vereinigten Königreich und in Skandinavien sowie etwas stärkere Rückgänge in Spanien und Italien. Andererseits wurde die Rübenfläche in Österreich und in Rumänien ausgeweitet.

Rübenproduktion kaum verändert

Rübenproduktion

Die europäische Rübenproduktion hat zur Ernte 2017 bei guten Erträgen von 76,5 t/ha eine Größenordnung von 130,6 Mio. t erreicht. Das entspricht in etwa der sehr großen Erntemenge aus dem Jahr 2014. Damals hatten die Rüben-Erträge mit gut 80 t/ha allerdings ihren bisherigen Spitzenwert erreicht.

Für 2018 geht die Kommission bei etwas höheren Erträgen von einer relativ stabilen Rübenproduktion von 130,8 Mio. t aus. Für Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich erwartet die Kommission die Rübenernte 2018 allerdings etwas kleiner als 2017.

Dagegen geht man für Polen (höhere Erträge) und Österreich (größere Fläche) sowie für einige andere osteuropäische Länder von höheren Erntemengen aus.

Zuckerproduktion bleibt hoch

Zuckerproduktion

Die europäische Produktion von Weißzucker erreichte im aktuellen Wirtschaftsjahr 2017/18 mit rund 21,0 Mio. t einen neuen Rekordwert. Der bisherige Spitzenwert vor Einführung der Quote von 20,1 Mio. t wurde 2017 recht deutlich übertroffen.

Für das neue Wirtschaftsjahr 2018/19 rechnet die Kommission derzeit mit einem moderaten Rückgang der Zuckerproduktion um 0,6 Mio. t auf 20,4 Mio. t. Damit bleibt der Druck auf den Binnenmarkt jedoch hoch.

Der europäische Verbrauch wächst im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18  zwar ebenfalls von 17,7 Mio. t auf 19,0 Mio. t. Dennoch ist die am Binnenmarkt verbrauchte Zuckermenge 2,0 Mio. t kleiner als die Produktion. Auch in der kommenden Saison bleibt der Zuckerverbrauch mit 18,6 Mio. t hinter  der erzeugten Zuckermenge zurück.

Entlastung bringt vor allem der Export, der im aktuellen Wirtschaftsjahr bereits von 1,3 Mio. t auf 3,2 Mio. t wächst und auch in der nächsten Saison ähnlich hoch ausfallen soll.

Informationen zu den  Zucker- und Rübenpreisen finden sie unter:

Weißzucker-Preis stürzt auf Rekord-Tief

https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/weisszucker-preis-stuerzt-rekord-tief-543792

 

Eine Übersicht zu den erwarteten Rübenpreisen der deutschen Zuckerfabriken finden sie zudem in der letzten Ausgabe von agrarheute.

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