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Ernteprognose

EU und Russland ernten weniger Weizen

am Dienstag, 03.07.2018 - 11:28 (Jetzt kommentieren)

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Getreideernte Anfang Juli kräftig nach unten korrigiert. Am stärksten war der Produktionsrückgang beim Weizen.

Auch beim Mais schrumpfen die Erwartungen an die Erntemenge weiter. Dagegen setzten die Analysten die Prognosen für Sojabohnen leicht nach oben.

Insgesamt fallen die weltweiten Getreidebestände, bei leicht rückläufigen Verbrauchsmengen, sehr kräftig. Am stärksten ist der Rückgang der Bestände beim Mais. Bei Sojabohnen bleiben die Vorräte hingegen relativ stabil, denn die Produktion wächst im Jahresvergleich kräftig.

Der IGC-Preisindex der Exportpreise ist trotz der kleineren Angebotsmengen im Vergleich zum Vormonat beim Weizen und beim Mais kräftig und bei Gerste moderat gefallen. Die Exportpreise für Sojapreise gingen ebenfalls deutlich zurück.

Globale Weizenernte wird kleiner

Beim Weizen setzen die IGC-Analysten ihre Prognose für die neue globale Ernte um 5 Mio. t auf 737 Mio. t nach unten. Grund sind die deutlichen witterungsbedingten Produktionseinbußen in der Europäischen Union und in Russland.

Die Europäische Weichweizenernte schrumpft dabei um 2,0 Mio. t auf 138,2 Mio. t. Damit würde die europäische Vorjahresernte um fast 4 Mio. t verfehlt.

Für Russland ging die Schätzung wegen der Trockenheit in Südrussland noch kräftiger um fast 4 Mio. t auf knapp 71 Mio. t nach unten. Damit wird die Rekordernte aus dem Vorjahr um 14 Mio. t unterboten.

Die Ernteschätzung für die Ukraine nahm der IGC um 0,5 Mio. t auf 26,2 Mio. t nur leicht zurück. Damit wäre die ukrainische Ernte etwa so groß wie im vorigen Jahr. Einige Analysten sehen die ukrainische Ernte witterungsbedingt jedoch 2 bis 4 Mio. t kleiner.

Für die USA wurde die Prognose um knapp 2,0 Mio. t auf  48,2 Mio. t angehoben. Grund ist die größere Ernte bei Sommerweizen. Die schwache US-Vorjahresernte würde um 0,8 Mio. t übertroffen. 

Verschiebungen bei den Top-Exporteuren

Beim Weizenexport rechnet der IGC mit einem Anstieg der europäischen Ausfuhren (Hart- und Weichweizen) gegenüber dem zurückliegenden Jahr um gut 3,0 Mio. t auf 26,2 Mio. t. Gegenüber dem Vormonat blieb die Schätzung trotz der nach unten korrigierten Produktion unverändert.

Die russischen Exporte sollen hingegen um reichlich 6 Mio. t auf knapp 34 Mio. t schrumpfen. Im Vormonat hatte man wegen der größeren Ernte noch deutlich höhere Exporte von 37 Mio. t  erwartet. Trotz des kräftigen Rückgangs bleibt Russland der globale Topexporteur. Die Ausfuhren der Ukraine veranschlagt man auf 17 Mio. t und damit nur 0,5 Mio. t kleiner als im Vorjahr und unverändert zum Vormonat.

Für die USA rechnet der IGC mit Weizenexporten von 26,0 Mio. t und damit mit ähnlichen hohen Ausfuhren wie für die Europäische Union. Im Vergleich zum Vormonat wurden die US-Exporte um 1,0 Mio. t nach oben gesetzt und gegenüber dem zurückliegenden Jahr wäre die Ausfuhrmenge 1,5 Mio. t größer.

Die globalen Weizenbestände für die neue Saison setzt der IGC im Vergleich zum Vormonat um 2 Mio. t auf  257 Mio. t nach unten. Gegenüber dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr sind die Bestände damit um knapp 6 Mio. t geschrumpft. Im langfristigen Vergleich sind die Bestände jedoch weiterhin hoch. Der Abbau erfolgt allerdings besonders bei den großen Exporteuren und ist damit wohl marktwirksamer als es auf den ersten Blick scheint. 

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