Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ernte 2018

EU schätzt Weizenernte niedriger ein

Weizenernte mit Mähdrescher
am Montag, 30.07.2018 - 13:29 (Jetzt kommentieren)

In ihrer aktuellen Juliprognose hat die EU-Kommission die Weizenernte deutlich abgesenkt. Auch bei anderen Getreidearten wird die Versorgungslage enger.

Die EU-Weizenernte liegt voraussichtlich nun nur noch bei 133,5 Mio. t. Das sind gut 4 Mio. t weniger, als die EU noch vor vier Wochen vorhergesagt hatte. Um 1,5 Mio. t zurückgenommen hat die Europäische Kommission in ihrem Julibericht auch die Weizenausfuhren. Sie sollen 2018/19 nur bei 25,5 Mio. t liegen.

Aufgrund des gleichbleibenden Bedarfs von rund 145 Mio. t Weizen gehen die Endbestände um 7,6 Mio. t auf rund 10 Mio. t zurück. Damit wird Weizen in der EU deutlich knapper verfügbar sein. Der Anteil des Bestandes am Verbrauch beträgt nur knapp 7 Prozent. Im Juni gingen die Brüsseler Experten noch von rund 9 Prozent aus.

Die Weizenpreise an der Pariser Börse haben im Tagesverlauf die 200-Euro-Hürde wieder deutlich überschitten. Der Dezembertermin wurde am Nachmittag um die 203 Euro/ t gehandelt. Damit ist der Weizen 3,5 Euro teurer als am vergangenen Freitag. 

Gerstenexporte fallen schwächer aus

Die EU-Gerstenernte hat bisher weniger unter der Trockenheit gelitten. Laut EU-Julibericht haben die Landwirte nun 57,5 Mio. t geerntet, rund 1 Mio. t weniger als im Juni noch prognostiziert worden war.

Allerdings sollen die Lagerbestände an Gerste kaum sinken. Grund dafür sind die niedrigeren Gerstenausfuhren in Drittländer. Die EU-Kommission erwartet nun nur noch 8 Mio. t. In Juni lag die Prognose noch bei 10 Mio. t. Die Bestände bleiben daher mit 5,5 Mio. t nahezu unverändert zum Vorjahr.

Roggenbestände sinken um fast zwei Drittel

LSV Winterroggen_Foto.jpg

Nachdem Brüssel die EU-Roggenernte mit 6,7 Mio. t um 0,4 Mio. t niedriger als noch im Juni veranschlagt, fällt die Versorgungslage äußerst knapp aus. Im Laufe des Wirtschaftsjahres werden die Bestände um 436.000 t auf 227.000 t abnehmen. Das ist ein Minus von fast 66 Prozent.

Beim Körnermais erwartet die EU-Kommission indes bisher nur geringe Ernteeinbußen. Gegenüber der Juniprognose wird die EU-Maisernte mit 63,7 Mio. t rund 200.000 t niedriger ausfallen.

Den Importbedarf sieht die EU-Kommission aktuell bei 13,3 Mio. t. Insgesamt wird die EU 2018/19 wohl 78,4 Mio. t Mais verbrauchen. Somit reicht das Gesamtangebot nicht komplett für den Bedarf aus. Das führt zu einem Abbau der Lagerbestände um 1,4 Mio. t auf etwa 22,2 Mio. t.

Der Anteil der Lagerbestände am EU-Verbrauch beträgt somit gut 28 Prozent. Damit fällt die EU-Versorgungsbilanz für Mais deutlich besser als für Weizen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...