Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Crop-Monitoring

EU: Wetter verzögert Aussaat von Sommergetreide

Getreideaussaat
am Montag, 16.04.2018 - 17:43 (Jetzt kommentieren)

In weiten Teilen Europas haben ungünstige Witterungsverhältnisse die Frühjahrsaussaat erheblich verzögert. Noch besteht jedoch ausreichend Zeit, die Aussaat zu beenden, ohne dass es zu größeren Ertragseinbußen kommt. Davon geht jedenfalls die europäische Crop-Monitoring-Agentur MARS in ihrem aktuellen April-Report aus.

Nach einem Kälteeinbruch Ende Februar/Anfang März in Zentral- und Osteuropa kam es in der zweiten Märzhälfte zu einem weiteren empfindlichen Temperaturrückgang.

In der Folge verzögerten sich sowohl die Aussaat der Sommerkulturen als auch die Entwicklung des Wintergetreides. Dennoch kam es nach Einschätzung von MARS nicht zu gravierenden Schädigungen der Winterkulturen.

Zusätzlich erschwert und verzögert wurde die Frühjahrsbestellung durch extreme Niederschläge in Italien, in Frankreich, im Vereinigten Königreich, in Ungarn und Rumänien sowie auf dem Balkan.

Auch im Norden und Nordosten Deutschlands lagen die Niederschläge über dem Durchschnitt und die Temperaturen waren sehr niedrig. Im Süden Deutschlands war es hingegen trockener als gewöhnlich.

Aussaat von Sommergerste beginnt spät

Aussaat von Sommergerste

Die Aussaat von Sommergerste hat sich nach Einschätzung von MARS in weiten Teilen Europas verzögert.

In Spanien, dem größten europäischen Produzenten von Sommergerste, war die Aussaat allerdings rechtzeitig abgeschlossen und die Pflanzen sind bereits gut entwickelt. 

Die starken Regenfälle in Frankreich und im Vereinigten Königreich führen hingegen zu erheblichen Verzögerungen bei der Frühjahrsbestellung. Vor allem im März hat es massiv geregnet und es waren kaum Feldarbeiten möglich. Seitdem haben sich die Witterungsverhältnisse in beiden Ländern jedoch verbessert. Die Aussaat dürfte Mitte April abgeschlossen gewesen sein. Dennoch könnte die Verzögerung das Ertragspotential schmälern, meint MARS.

Auch in Dänemark und Polen hat das sehr kalte Wetter im Februar und März die Aussaat verzögert, die gewöhnlich Mitte März beginnt. Auch in diesen beiden Ländern haben sich die Witterungsverhältnisse Anfang April jedoch verbessert. Die Aussaat ist in vollem Gange. In beiden Ländern werden keine negativen Auswirkungen auf die Erträge bei Sommergerste erwartet.

In Deutschland, den Beneluxländern, Tschechien, der Slowakei und auch am Schwarzen Meer verzögerten niedrige Temperaturen und hohe Niederschläge ebenfalls die Aussaat. Dort geht MARS jedoch überwiegend von einem zeitnahen Abschluss der Frühjahrsbestellung aus. Noch nicht begonnen hat die Aussaat im Baltikum und in Skandinavien.

Kälte und Nässe bremsen Maisausaat

Maisaussaat.jpg

Der Beginn der Maisausaat wurde durch die starken Regenfälle in Frankreich, Italien, Spanien und am Schwarzen Meer ebenfalls verzögert. In Zentraleuropa rechnet MARS mit einem Aussaatbeginn etwa Mitte April.

In Rumänien und Bulgarien, wo die Maisausaat üblicherweise Ende März beginnt, haben die extremen Niederschläge den Start der Frühjahrsbestellung erheblich verzögert. Nach den derzeitigen Erwartungen von MARS ist vor Ende April nicht mit einem Beginn der Feldarbeiten zu rechnen und damit 4 Wochen später als üblich. Ähnlich sind offenbar die Verhältnisse im Norden der Türkei.

In Ungarn waren die Niederschläge zwar durchschnittlich, der Kälteeinbruch im März verzögerte die Maisausaat dennoch bis Mitte April. Auch in Norditalien hat sich die Aussaat wegen der Regenfälle erheblich verzögert und begann etwa 3 bis 4 Wochen später als üblich.

Ähnlich sind die Verhältnisse im Süden Frankreichs. Hier erwartet MARS den deutlich verspäteten Beginn der Feldarbeiten etwa Mitte April.

In Deutschland und Österreich beginnt die Aussaat üblicherweise Mitte April. Hier rechnet MARS wegen der seit Ende März wärmeren Witterung überwiegend mit einem fristgerechten Beginn. In Polen erwartet MARS den Start der Maisaussaat etwa in der zweiten Aprilhäfte.

Rübenaussaat deutlich verzögert

Auch bei Zuckerrüben hat die Witterung die Aussaat in diesem Jahr merklich verzögert. Für Deutschland schätzt MARS den zeitlichen Rückstand auf 1 bis 2 Wochen. Seit Anfang April ist es jedoch wärmer und die Konditionen haben sich verbessert.

In Polen war es länger zu kalt und die Bodenerwärmung setzte später ein. Auch hier haben die Feldarbeiten jedoch begonnen. In Frankreich haben die reichlichen Niederschläge während der Wintermonate und im März die Aussaat ebenfalls verzögert.

Über sehr ungünstige Bedingungen und Verzögerungen der Feldarbeiten berichtet MARS aus dem Vereinigten Königreich, aus den Beneluxländern, Österreich, Ungarn und Rumänien.

Ähnliche Probleme wie bei Zuckerrüben gab es in diesem Jahr bei der Pflanzung von Frühkartoffeln.  

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...