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Crop-Monitoring

Europa: Dürre schädigt Winterkulturen

Aussaat von Raps
am Dienstag, 27.11.2018 - 11:09 (Jetzt kommentieren)

Der Sommer ist lange vorbei. Die Dürre in Deutschland und weiten Teilen Europas geht jedoch weiter.

Die Crop-Monitoring Agentur der Europäischen Kommission MARS berichtet in ihrem November-Report von einer schwachen Entwicklung der Winterkulturen und anhaltendem Wassermangel.

Ganz besonders betroffen ist neben Deutschland auch Südosteuropa. In Teilen West- und Nordeuropas waren die Aussaatbedingungen zunächst gut. Auch in diesen Regionen hat das anhaltende Niederschlagsdefizit das Auflaufen und die weitere Entwicklung der Pflanzen jedoch beeinträchtigt.

Winterraps ist besonders betroffen

Feld mit Raps und Traktor

Die sehr trockenen Böden haben in weiten Teilen Deutschlands, im Westen Polens, in Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Österreich und der Slowakei die Aussaat der Winterkulturen und die weiteren Feldarbeiten erschwert.

Außerdem beeinträchtigte der Wassermangel in vielen Regionen die Keimung und das Auflaufen sowie die weitere Entwicklung der Pflanzen. Das Ergebnis war häufig ein erheblicher Entwicklungsrückstand bzw. die Pflanzen sind wegen des Wassermangels gar nicht erst aufgelaufen. Besonders betroffen von der extremen Trockenheit war der Winterraps.

MARS beobachtete, dass vor allem in Deutschland, im Osten Polens und im Norden Tschechiens viele eigentlich für den Rapsanbau vorgesehende Flächen nicht bestellt werden konnten. Anderseits haben die warmen Temperaturen in den Regionen mit etwas mehr Niederschlag zu einer beschleunigten Entwicklung der Pflanzen geführt.

Das trifft vor allem für Teile Polens zu. Dort sind die Rapspflanzen regional schon sehr weit entwickelt und die Gefahr von Auswinterungsschäden ist groß. Im dem Osten Frankreichs wurde die Entwicklung der Rapspflanzen hingegen durch anhaltende Trockenheit stark beeinträchtigt.

Höchste Herbsttemperaturen seit 1975

MARS zufolge waren die Temperaturen von Anfang Oktober bis Mitte November in weiten Teilen Zentral-, Nord- und Osteuropas erheblich höher als in dieser Jahreszeit üblich. Je nach Region lagen die Durchschnittstemperaturen zwischen 1 bis 4 Grad Celsius über dem langjährigen Mittelwert.

Außerdem war dies für Rumänien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Österreich, Tschechien und die Ukraine, der wärmste Herbst seit Beginn der systematischen Temperaturaufzeichnungen durch MARS (1975). Wegen der hohen Temperaturen haben die meisten Winterkulturen bislang auch keine oder nur eine sehr geringe Frosttoleranz entwickelt. Die Gefahren von Auswinterungsschäden bei einem Frosteinbruch sind deshalb sehr hoch.

Niedrige Temperaturen unter Minus 5 Grad gab es bis Mitte November lediglich in Südpolen, in Weißrussland, der Ukraine und in Russland. Im Süden Russland sind die Temperaturen teilweise sogar bis auf Minus 20 Grad gefallen. Das könnte die dortigen Bestände geschädigt haben.

Wasser in Deutschland und Osteuropa knapp

In Deutschland ist die Entwicklung der Winterkulturen durch den permanenten Wassermangel sowie durch ein trockenheitsbedingtes Nährstoffdefizit beeinträchtigt, berichtete MARS. Etwas besser als hierzulande waren die Wachstumsbedingungen zuletzt hingegen im Vereinigten Königreich, in Irland, in Skandinavien und im Baltikum.

In Frankreich, Polen und der Ukraine sind die Winterkulturen zunächst unter guten Bedingungen gesät worden. In einige Regionen dieser Länder sind die Bestände jedoch zunehmend von den Auswirkungen des extremen Wassermangels betroffen.

In weiten Teilen Rumäniens, Ungarns und Bulgariens waren die Aussaatbedingungen wegen der extremen Trockenheit weitaus schlechter. Mitunter konnten die Felder gar nicht  bestellt werden und die aufgelaufenen Winterkulturen befinden sich oft in sehr schlechtem Zustand.

In Tschechien und Österreich hat sich die Aussaat wegen der Trockenheit zeitlich deutlich nach hinten verschoben

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