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MARS-Monitoring / Ernte 2020

Europa: Hitzewelle und Dürre drücken Mais- und Kartoffelernte

Ein Feld mit Mais unter blauem Himmel
am Dienstag, 25.08.2020 - 10:55 (Jetzt kommentieren)

Die Hitzewelle im August drückt die Ertragsaussichten für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben. erheblich nach unten. Das meldet die europäische Crop-Monitoring-Agentur (MARS) in ihrem Monatsbericht.

Grafik zu den Wetterdaten Juli bis August 2020 in Europa

Auf EU-Ebene wurden die Ertragsprognosen für fast alle Sommerkulturen nach unten korrigiert. Im Vergleich zu den im Juli gemeldeten Ertragserwartungen kam es bei den Sommerkulturen in Frankreich, Rumänien, Bulgarien, Deutschland, den Benelux-Ländern und Polen zu den stärksten Abwärtskorrekturen.

Lediglich die Ertragsprognose für Sojabohnen wurde nach oben korrigiert, da in Norditalien und Ungarn sehr günstige Bedingungen herrschten.

Große Teile West- und Nordmitteleuropas sind seit Anfang Juli von einem Regendefizit betroffen. Ende Juli gingen die Temperaturen in diesen Regionen kräftig nach oben und in der ersten Augusthälfte trat eine Hitzewelle von sieben bis zehn aufeinander folgenden Tagen auf.

Die Kombination aus begrenzter Wasserversorgung und hohen Temperaturen wirkte sich sehr negativ auf die Sommerkulturen aus: Die Folge sind erhebliche Ertragsreduzierungen.

Europa: Hitzewelle drückt Erträge bei Mais und Kartoffeln

Tabelle ertragsschätzungen Sommerkulturen der MARS 2020

Große Teile West- und Nordmitteleuropas sind seit Anfang Juli von einem erheblichen Regendefizit betroffen, berichtet MARS. In Frankreich, den Benelux-Ländern, Deutschland, Westpolen und Nordtschechien wurden kaum noch Niederschläge verzeichnet. Ende Juli stiegen dann die Temperaturen. Einige Tage später folgte eine längere Hitzewelle mit sieben bis zehn aufeinander folgenden Tagen mit Höchsttemperaturen über 30 Grad Celsius.

Betroffen waren ganz besonders Nordfrankreich, die Benelux-Länder und Norddeutschland. Die Kombination der langen Trockenperiode und der hohen Temperaturen verringerte die Bodenfeuchtigkeit und beeinträchtigte die Ertragspotenziale von Sommerkulturen. Gemeint sind in den genannten Regionen hauptsächlich Kartoffeln, Zuckerrüben, Körnermais und Silomais.

Von Polen über Südlitauen bis nach Südrussland, einschließlich dem größten Teil der Ukraine, wurde ein umfangreiches Regendefizit verzeichnet. In diesen Regionen wurden die Auswirkungen der Trockenheit dank der großen Niederschlagsmengen im Juni und der zuvor relativ milden Temperaturen während des Berichtszeitraums jedoch stark abgemildert.

Die Bodenfeuchtigkeit ist mittlerweile jedoch sehr niedrig und bei anhaltendem Regendefizit sind negative Auswirkungen zu erwarten.

Deutschland: Fast überall zu trocken

Maisfeld mit Trockenheitsrissen im Boden

In Deutschland kam es Anfang August zur ersten ausgeprägten Hitzewelle im Sommer mit Höchsttemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius an einigen Tagen. Die Temperaturen waren nur entlang der Küste und im Süden Bayerns weniger hoch. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern war der Niederschlag im Juli ausreichend, aber weiter südlich war das Regendefizit erheblich.

Dieses Muster hat sich im August etwas verändert. Insbesondere das Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Sachsen weisen jetzt ein sehr starkes Regendefizit auf. Die Ernte von Winterweizen, Wintergerste und Raps ist in Deutschland bereits beendet.

Die Blüte von Körnermais fand hauptsächlich im Juli statt und entging daher den hohen Augusttemperaturen. Dennoch ist der anhaltende Wassermangel in den meisten Regionen Deutschlands ein klares Problem für Körner- und Silomais und auch für Kartoffeln und Zuckerrüben. Infolgedessen hat MARS die Ertragsprognosen für diese Kulturen gesenkt. Sie liegen aber immer noch über dem enttäuschenden Niveau des Vorjahres.

Frankreich: Ertragsprognosen auf 10-Jahrestief

Während des Berichtszeitraums wurde in Frankreich ein großes Regendefizit festgestellt, mit sehr geringen Niederschlägen Anfang August. Im Verlauf des Augusts kam es in den meisten Regionen zu sehr stürmischem Wetter mit zum Teil erheblichen Niederschlägen.

Die Temperaturen haben sich seit Ende Juli erheblich erhöht und in der ersten Augusthälfte wurde eine Hitzewelle beobachtet. Die hohen Temperaturen verursachten eine erhöhte Verdunstung und setzten die Sommerkulturen erheblichem Wasserstress aus.

Die Ertragsprognosen für Sommerkulturen wurden im Vergleich zum letzten Monat nach unten korrigiert und liegen nahe an den niedrigsten Erträgen der letzten 10 Jahre.

Polen: Sommerkulturen in gutem Zustand

Hände ziehen an einem frischen Maiskolben die Blätter ab

In Polen milderten mäßige Temperaturen in Verbindung mit Starkniederschlagsereignissen die negativen Auswirkungen des Regendefizits auf die Sommerkulturen. Die Ernte von Winter- und Frühlingsgetreide verzögerte sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der verlängerten Getreidefüllzeit und der feuchten Bedingungen, die die Reifung und Ernte behinderten. Feldberichte deuten auf zufriedenstellende Erträge und Getreidequalität hin.

Die Bedingungen für Sommerkulturen waren im Allgemeinen zufriedenstellend. Die Blüte von Körnermais fand statt als der Feuchtigkeitsgehalt noch ausreichend war, außer in den sehr trockenen nordwestlichen Regionen.

In den folgenden Wochen wird jedoch unbedingt mehr Regen benötigt, um eine zufriedenstellende Ertragsbildung bei Mais und Hackfrüchten zu erzielen. Die Ertragsprognosen für Mais und Zuckerrüben wurden von MARS leicht reduziert.

Mit Material von Crop-Monitoring-Agentur (MARS)

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