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Crop-Monitoring

Europa: Wintersaaten in schlechtem Zustand

am
17.12.2018

Die europäischen Wintersaaten befinden Mitte Dezember in keinem guten Zustand.

Das Wintergetreide ist in vielen Regionen unterentwickelt und die Bodenfeuchte ist für die weitere Entwicklung der Pflanzen weiterhin nicht optimal. Das berichtet die Crop-Monitoring-Agentur (MARS) der EU-Kommission in ihrem aktuellen Bericht.  

Verantwortlich für den schlechten Zustand der Pflanzen ist die witterungsbedingt deutlich verspätete Aussaat. Hinzu kam, dass die Temperaturen auch im November milder als üblich waren. Deshalb hat die Ausbildung der Winterhärte beim Winterweizen später begonnen und ist schwächer ausgeprägt.

Das gilt offenbar besonders für den Osten Europas. Ursächlich für die Winterhärte ist ein biophysiologischer Prozess, bei dem das Wintergetreide seine Kälte- und Frosttoleranz ausbildet, erläutert MARS.

Hohes Risiko von Auswinterungen

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Die aktuelle Situation wird als kritisch beschrieben, weil die nicht ausreichend winterharten Kulturen sehr anfällig sind für Frost und Auswinterungsschäden. Vor allem in Regionen ohne Schneebedeckung ist das Risiko von Auswinterungsschäden sehr hoch.

Die Modellsimulationen von MARS zeigen derzeit keine oder nur geringe Frosttoleranz in der westlichen Hälfte Europas, im Mittelmeerraum, im Süden des Balkans und auch in der westlichen Türkei.

In Teilen Ost- und Nordeuropas sind die Entwicklung der Pflanzen sowie der Schutz vor Auswinterung jedoch schon weiter fortgeschritten und die Kulturen sind dort besser auf Frost vorbereitet. Das gilt vor allem für die baltischen Länder, den Osten Polens, sowie für Finnland, Schweden, Tschechien und die Slowakei.

Frostschäden in Rumänien, Ostpolen und Ungarn

Anfang Dezember hat es offenbar erste kleinere Auswinterungsschäden in Südeuropa gegeben. MARS nennt hier Zentralrumänien, die Ostslowakei, den Nordosten Ungarns sowie Ostpolen.

Dort waren die Winterkulturen nicht oder nur ungenügend auf einen kräftigen Kälteeinbruch zwischen Minus 13 und Minus 16 Grad Celsius vorbereitet. Regionale Auswinterungsschäden hat MARS auch in Schweden und Finnland beobachtet.

Auf der Grundlage der Wetterprognosen sowie der zunehmenden Frosthärte der Winterkulturen erwartet MARS in Europa bis zum 20. Dezember erst einmal keine weiteren Auswinterungsschäden.

Erste Schäden auch in Südrussland

Im Süden und Westen der Ukraine ist der Winterweizen bislang ebenfalls nicht besonders gut auf Kälte und Frost vorbereitet. Dagegen befinden sich die Wintersaaten in der Mitte und im Norden der Ukraine in deutlich besserer Verfassung.

Das gilt offenbar auch für den Westen Russlands. Dort hat der Winterweizen schon eine hohe Frosttoleranz/Winterhärte erreicht. Weniger gut auf hohe Kältegrade vorbereitet sind die Winterkulturen in Zentralrussland sowie in den wichtigsten Exportregionen im Süden. Dort hat MARS auch schon erste leichte Auswinterungsschäden beobachtet.

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