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Ernte 2018

Europäische Getreideernte schrumpft weiter

Gerstenernte bei der Wariner Pflanzenbau eG
am Dienstag, 28.08.2018 - 12:29 (Jetzt kommentieren)

Die europäische Getreideernte schrumpft weiter. Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Kommission hat die Ertragsschätzungen für die meisten Getreidearten Ende August weiter gesenkt.

Ursache für die erneute Korrektur der Erträge ist das ungewöhnlich trockene und warme Wetter in der Mitte und im Norden Europas.

Damit dürfte die überwiegend abgeschlossene Ernte von Wintergetreide und Raps ebenfalls weiter nach unten korrigiert werden. Auch die Aussichten für die Ernten von Körnermais und vor allem von Kartoffeln und Zuckerrüben verschlechtern sich zusehends.

Gute Maisernte in Südosteuropa

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Allerdings werden beim Körnermais die kräftig nach unten korrigierten Ertragserwartungen in Zentraleuropa und Teilen Frankreichs zumindest teilweise durch die sehr guten Wachstumskonditionen in Südosteuropa ausgeglichen.

Bei den beiden wichtigen osteuropäischen Maisproduzenten Rumänien und Bulgarien hat es jedenfalls reichlich geregnet und die Pflanzen sind offenbar in hervorragendem Zustand.

Bei Zuckerrüben und  Kartoffeln befinden sich die wichtigsten Produktionsregionen hingegen in den von der Trockenheit besonders betroffenen weiter nördlich gelegenen Regionen und Ländern. Inbesondere bei Kartoffeln geht MARS bereits von erheblichen Ertragseinbußen aus.

Besonders kräftig hat MARS zudem die Ertragserwartungen für Grünmais (Silomais) reduziert. Hier liegen die durchschnittlich erwarteten Erträge in der EU sehr deutlich rund 10 % unter dem langjährigen Mittelwert.

Damit dürfte die Futterknappheit nicht nur in Deutschland sondern auch in Skandinavien und im Baltikum ein großes Problem sein. Aber auch in Frankreich liegen die Grünmaiserträge weit unter dem Durchschnitt.

Weizenerträge noch zu hoch geschätzt?

Weizenernte EU

Die durchschnittliche Ertragserwartung für die Weichweizenernte gibt MARS mit 5,70 t/ha an. Das wären knapp 5 % weniger als im langjährigen Mittel und ein Abstand von knapp 7 % zum Vorjahresertrag.

Überwiegend zweistellig liegen die Weizenerträge in Deutschland, Skandinavien, Tschechien und den baltischen Ländern unter dem langjährigen Mittewert. Auch in Polen und Österreich müssen die Landwirte erhebliche Minderträge verkraften.In Frankreich rechnet man zwar mit schlechteren Erträgen als im Vorjahr, das langjährige Mittel wird jedoch sogar leicht übertroffen.

Bezogen auf die zuletzt von der Kommission unterstellte Weizenfläche von 23,12 Mio. ha, würde der oben erwartete Ertrag immerhin noch eine Weizenernte von 131,7 Mio. t bedeuten. Das wären „nur“ 1,8 Mio. t weniger als die Julischätzung der Kommission und eine rund 10 Mio. t kleinere Ernte als im vorigen Jahr.

Der Internationale Getreiderat (IGC) hatte die europäische Weichweizenernte Ende der vorigen Woche mit 127,1 Mio. t hingegen erheblich kleiner geschätzt. Man darf gespannt sein, zu welchem Ergebnis die EU-Kommission in ihrer offiziellen Ernteschätzung am Monatsende kommt.

Rapserträge sehr schwach

Rapsernte EU

Beim Raps liegen die durchschnittlichen Ertragsschätzungen von MARS mit 2,87 t/ha sogar 13 % unter dem langjährigen Mittelwert. Ebenfalls zweistellig verfehlen die Rapserträge in Deutschland, Skandinavien, dem Baltikum und Polen den langjährigen Mittelwert.

Auch für Frankreich unterstellt man Minderträge von mehr als 8 % gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Bezogen auf die zuletzt von der Kommission unterstellte Anbaufläche von 6,83 Mio. ha würde die europäische Rapsernte, bei den oben genannten Erträgen, eine Größenordnung von 19,6 Mio. t erreichen.

Diese Größenordnung hatte die Kommission bereits im vorigen Monat mit knapp 19,7 Mio. t erwartet. Auch beim Raps könnte es (wie beim Weizen) aber durchaus noch weitere Korrekturen bei der nächsten Ernteschätzung der Kommission geben. Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre die neue Rapsernte rund 2,4 Mio. t kleiner.

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