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Weizenexport

Export: Neue Chancen für EU-Weizen im Frühjahr?

am Donnerstag, 22.11.2018 - 14:20 (Jetzt kommentieren)

Bisher hat es EU-Weizen im Export schwer. Im Frühjahr könnte es neue Chancen geben, wenn die Russen weniger Weizen an den Markt bringen.

von Schenck-Wienke-AMI

Im kommenden Frühjahr könnte EU-Weizen durchaus noch Chancen an den internationalen Märkten bekommen. „Irgendwann werden die Russen ihr Exportvolumen ausgeschöpft haben“, sagt AMI-Analystin Wienke von Schenck auf der BBV-Woche der Erzeuger und Vermarkter in Herrsching.

So sei jetzt schon festzustellen, dass die hohen Mengen von 4 Mio. t im Monat langsam zurückgehen würden. Zudem gibt es in Branchenkreisen Spekulationen, dass die russische Regierung im Frühjahr eine Exportsteuer erheben könnte.

Die Exportprognosen für russischen Weizen liegen in diesem Wirtschaftsjahr bei 35 Mio. t. Das sind rund 6 Mio. t weniger als im Vorjahr. Mit 179 Mio. t ist erstmals seit vielen Jahren ein Rückgang des Welthandels um 3 Mio. t möglich, so die AMI-Expertin.

Im Frühjahr bessere Weizenpreise?

Ein Rückgang der Weizenexporte Russlands könnte Chancen für EU-Weizen am Weltmarkt ermöglichen. „Das könnte in der EU nochmals einen kleinen Preisschub auslösen“, schätzt von Schenck. „Diesen Schub sollten Landwirte zum Vermarkten nutzen“. Ohne diese Exportchancen hält die Marktanalystin eine Seitwärtsbewegung der Weizenpreise für sehr wahrscheinlich.

Allerdings müssten sich bis dahin die logistischen Probleme in der EU verringern. Da Frankreich ein Großteil der EU-Weizenexporte abwickelt, müssten sich zunächst die Wasserstände der Flüsse normalisieren. „Sonst könnte der Weizentransport Richtung Frankreich zu teuer werden“, so von Schenck.

EU-Exportmengen sinken

Europäischer Weizen hat es bisher schwer an den internationalen Märkten. Die Prognosen fallen immer niedriger aus. „Derzeit gehen aktuelle Schätzungen nur noch von 18 Mio. t für die EU aus“, stellte AMI-Analystin Wienke von Schenck fest. Zuletzt hatten Experten noch 23 Mio. t erwartet.  

Grund ist nicht nur die niedrige Weizenernte in der EU, sondern sind auch die günstigen Angebote aus Russland und den USA. Aufgrund der besseren US-Ernte könnten die Amerikaner rund 29 Mio. t Weizen ausführen, 6 Mio. t mehr als im vergangenen Jahr.

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