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FAO-Nahrungsmittelindex

FAO: Globale Agrarpreise wenig verändert

© Wolfgang Dirscherl/pixelio.de
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Dr. Olaf Zinke , agrarheute
am
02.02.2018

Der Preisindex für die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe hat sich im Januar fast nicht verändert.

Dabei wurden Preisrückgänge bei Milchprodukten, Zucker und Fleisch durch höhere Preise bei Getreide und Pflanzenöl ausgeglichen.

Über alle Produkte hinweg hat der Index der Nahrungsmittelpreise im Januar um 0,2 % nachgegeben. Im Vergleich zum Januar des vorigen Jahres (2017) waren die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel 3,0 % niedriger. 

Zu diesen Ergebnissen kommt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem monatlichen Report zur Entwicklung der globalen Agrarpreise.

Bestandteil des von der FAO ermittelten Preisindex sind die wichtigsten am Weltmarkt gehandelten Nahrungsmittelrohstoffe. Dazu gehören Weizen, Mais, Reis, pflanzliche Öle, Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Milchprodukte und Zucker.

Milchpreise noch etwas schwächer

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Die globalen Exportpreise für Milchprodukte (Index) sind im Januar 2018 den vierten Monat in Folge zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat haben die Milchpreise um 2,4 % nachgegeben. Seit September 2017 ging es um 18 % nach unten. Dennoch sind die Exportpreise noch immer 41 % höher als zum letzten Tiefpunkt im April 2016.

Die Ursachen für den Rückgang der Exportpreise sieht die FAO  in den weiter nachgebenden Preisen für Butter und Käse. Dagegen ging es für Vollmilchpulver am Weltmarkt wieder nach oben. Der Preisdruck entsteht nach Einschätzung der FAO auch wegen des wachsenden Milchangebots in Europa und den USA.

Außerdem nimmt die Milchproduktion in Australien derzeit sehr kräftig zu. Dagegen fiel das Wachstum der Milchmenge in Neuseeland kleiner aus als erwartet. Das hat vor allem die Preise für Vollmilchpulver gestützt. Auch die Exportpreise für Magermilchpulver legen nach Einschätzung der FAO wegen der sehr guten Nachfrage wieder etwas zu.

Schwacher Dollar stützt Getreidepreise

© Cruelboy/fotolia

Um rund 2,3 % gestiegen sind im Januar 2018 die Weltmarktpreise für Nahrungsgetreide. Trotz des riesigen globalen Angebots konnten sowohl die Exportpreise für Weizen als auch für Mais zulegen. Ursache war nach Einschätzung der FAO der auf ein Dreijahrestief abgewertete US-Dollar. Auch die Reispreise sind wegen der anziehenden Nachfrage in Asien gestiegen.

Anfang Januar schätzt die FAO die aktuelle globale Weizenernte 2017/18 auf 758 Mio. t und damit  3 Mio. t größer als im Vormonat und 3 Mio. t kleiner als im vorigen Wirtschaftsjahr 2016/17 mit  rund 761 Mio. t. Die Weizenbestände wachsen wegen des deutlich unter der Produktion liegenden Verbrauchs (734 Mio. t) um 22 Mio. t auf einen neuen Rekordwert von 270 Mio. t.

Die Produktion von Grobgetreide (Mais, Gerste, Sorghum) wird für das Wirtschaftsjahr 2017/18 auf 1.381 Mio.t  geschätzt und damit 36 Mio. t größer als die Ernte 2016/17 (1.356 Mio. t). Die Bestände wachsen wegen des unter der Produktion liegenden Verbrauchs (1.337 Mio. t) ebenfalls um 28 Mio. t auf 299 Mio. t und damit auf ein neues Allzeithoch.

Im Vergleich zum Januar des vorigen Jahres (2017) sind die Preise für Getreide am Weltmarkt etwa 6,4 % höherund der letzte Tiefpunkt vom April 2017 wird etwa um 7 % übertroffen. 

Fleischpreise knapp behauptet

Knapp behauptet (-0,6 %) haben sich im Januar 2018 die internationalen Fleischpreise.

Nach den Daten der FAO haben die Exportpreise für Schweinefleisch und Geflügel - als Folge des wachsenden globalen Angebots - nachgegeben. Dagegen hat sich Rindfleisch, wegen des kleineren Angebots aus Ozeanien, zuletzt etwas verteuert.

Im Vergleich zum Januar des vorigen Jahres sind die Preise für Fleisch am Weltmarkt derzeit  7 % höher. 

Pflanzenöl zuletzt stabilisiert

Fast unverändert war im Januar 2018 der Durchschnittspreis für pflanzliche Öle. Während die Kurse für Palmöl jedoch gestiegen sind, haben die Notierungen für Sonnenblumenöl und Rapsöl nachgegeben.

Ursache für den Preisrückgang bei Rapsöl ist das größere Angebot in Kanada und Australien. Dagegen befindet sich die Produktion von Palmöl in Indonesien und Malaysia auf ihrem saisonalen Tiefpunkt, während die Importnachfrage anzieht.

Die Preise für Sojaöl sind im Dezember zurückgegangen und im Januar wieder gestiegen.

Insgesamt waren die Exportpreise für Pflanzenöl im Januar 2018 rund 12,5 % niedriger als im vorigen Jahr.

Zuckerpreise 30 % unter Vorjahr

© monregard/fotolia.com

Die Zuckerpreise sind im Januar erneut zurückgegangen. Ursache sind die hohen Produktions- und Exportschätzungen für Brasilien, in Verbindung mit dem für die laufende Saison erwarteten sehr großen globalen Angebot.

Vor diesem Hintergrund haben die Weltmarktpreise für Zucker im Januar nochmals um 1,6 % nachgegeben und sind damit auf das niedrigste Niveau seit dem letzten Tiefpunkt  im Juni 2017 gefallen.

Im Vergleich zum Januar des vorigen Jahres sind die Preise für Zucker am Weltmarkt derzeit rund 30 % niedriger.

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