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Herbstaussaat

Frankreich: Raps verliert, Weizen gewinnt

Weizenaussaat
am Freitag, 21.12.2018 - 12:15 (Jetzt kommentieren)

In Frankreich haben die Landwirte zur Herbstaussaat auf die veränderten Markt- und Preisverhältnisse im Dürrejahr 2018 reagiert.

Wie ihre Berufskollegen in Deutschland, reduzierten auch die französischen Landwirte den Rapsanbau zur Ernte 2019 drastisch. Zugleich haben sie den Anbau von Winterweizen sowie von Wintergerste kräftig ausgeweitet. Zu den Gewinnern bei den Anbauentscheidungen gehörte außerdem Triticale.

Dagegen haben die französischen Ackerbauern den Anbau von (Winter)-Hartweizen ebenfalls sehr deutlich reduziert. Insgesamt ergibt sich damit ein ähnliches Bild wie in Deutschland. Während der Rapsanbau aus verschiedenen Gründen sehr kräftig eingeschränkt wurde, säte man deutlich mehr Winterweizen und Wintergerste aus.

Vor diesem Hintergrund wird wohl auch die Europäische Kommission ihre bisherige Einschätzung zum europäischen Rapsanbau für die Ernte 2019 deutlich nach unten korrigieren müssen. Bislang gehen die EU-Experten nämlich nur von einem moderaten Anbaurückgang aus. Bei Wintergetreide passen die Kommissionschätzungen hingegen zu den Daten aus Deutschland und Frankreich.

Winterweizen ist der Gewinner

Winterweizen

Die Anbaufläche von Winterweizen für die Ernte 2019 gibt der Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums Agreste in einer ersten Prognose mit 5,03 Mio. ha an. Das ist im Vergleich zum vorigen Jahr ein kräftiger Zuwachs von 3,5 Prozent bzw. 172.000 ha.

Außerdem wäre dies überhaupt erst das dritte Mal nach 2016 und 2017, dass die französischen Landwirte auf mehr als 5 Mio. ha Winterweizen aussäten.

Im vorigen Jahr lag die Anbaufläche nur bei 4,86 Mio. ha. Von diesem Areal hatten die Franzosen bei Erträgen von 69,8 dt/ha rund 33,9 Mio. t Weizen geerntet. Im Vergleich zum Jahr davor war dies ein Rückgang von 2,6 Mio. t.

Bei durchschnittlichen Erträgen könnte die nächste Weizenernte wieder auf 36,0 bis 37,0 Mio. t steigen.

Kleinste Rapsfläche seit 15 Jahren

Rapsfläche

Drastisch reduziert haben die französischen Landwirte den Rapsanbau. Ein Grund dafür  war sicher die Trockenheit bei der Aussaat im Westen des Landes.

Hinzu kommt die im Vergleich zu Weizen und Gerste deutlich schlechtere Wettbewerbsfähigkeit als Folge der niedrigen Rapspreise. Ähnlich wie in Deutschland, dürfte auch das Verbot von mit Neonikotinoiden behandeltem Saatgut eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Derzeit rechnet Agreste mit einem Rückgang der Anbaufläche auf 1,23 Mio. ha. Im Vergleich zum vorigen Jahr ist dies eine Reduzierung von 380.000 ha bzw. 23,6 Prozent. Gleichzeitig wäre dies die kleinste französische Rapsfläche seit 15 Jahren.

Im Dürrejahr 2018 hatten die Franzosen bei Erträgen von 30,5 dt/ha rund 4,9 Mio. t Raps geerntet. Im Vergleich zum Jahr fiel die Erzeugung um 0,45 Mio. t kleiner aus. Bei durchschnittlichen Erträgen könnte die kommende Rapsernte auf etwa 3,8 Mio. t schrumpfen.

Wintergerste profitiert von hohen Preisen

Wintergerste

Ebenfalls ausgeweitet haben die Franzosen den Anbau von Wintergerste. Hohe Preise und sehr gute Exportmöglichkeiten sowohl in andere EU-Länder als auch auf den Weltmarkt dürften hierfür verantwortlich sein. In seiner ersten Prognose schätzt Agreste die Aussaatfläche auf 1,33 Mio. ha.

Im Vergleich zum vorigen Jahr ist dies ein Plus von 43.000 ha bzw. 3,3 Prozent. Außerdem wäre dies erst das vierte Mal, dass die französischen Landwirte auf mehr als 1,3 Mio. ha Wintergerste anbauen.

Im Dürrejahr 2018 hatten die Franzosen bei Erträgen von 63,5 dt/ha rund 8,15 Mio. t Wintergerste geerntet. Gegenüber der Ernte 2017 war dies ein Ausfall von knapp 1 Mio. t. Bei durchschnittlichen Erträgen könnte die neue Ernte von Wintergerste wieder auf knapp 9 Mio. t steigen.

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