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Getreidevermarktung

Futtergerste: Export hilft den Preisen nach oben

Gerste und Silos
am Mittwoch, 27.11.2019 - 11:26 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Futtergerste sind in Europa deutlich niedriger als vor einem Jahr. Trotz einer Preiserholung nach der Ernte von fast 20 Euro je Tonne.

Grund ist ein spürbar größeres Angebot bei den wichtigsten TOP-Exporteuren. An den französischen Exporthäfen wird Futtergerste derzeit zu fob-Preisen von 188 USD je Tonne (171 Euro) verladen. Ähnlich teuer ist die Futtergerste an den Exporthäfen am Schwarzen Meer. Der Preisabstand zum Vorjahr ist sehr groß – und liegt bei rund 50 USD je Tonne.

Am deutschen Exporthafen Hamburg kostet die dort angelieferte Gerste derzeit 168 Euro je Tonne. Vor 12 Monaten – im Dürrejahr 2018 -  lagen die Kurse für vergleichbare Ware fast 40 Euro/t höher. Die niedrigeren Preise kurbelten jedoch den europäischen Export kräftig an. Die Europäische Kommission meldete für das laufende Wirtschaftsjahr bislang Ausfuhren von 3,2 Mio. Tonnen. Das ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von mehr als 40 Prozent – bzw. knapp einer Millionen Tonnen.

Mit großem Abstand an Spitze der europäischen Exporteure liegt in diesem Jahr Frankreich - mit Ausfuhren von bisher 1,3 Mio. Tonnen. Deutsche Händler haben mit 613.000 Tonnen die zweitgrößte Menge  in Drittländer verkauft – damit sind die Gerstenexporte fast so hoch wie der deutsche Weizenexport mit 645.000 Tonnen. Erst auf Postion drei kommt Rumänien -  mit Gersten-Ausfuhren von 574.000 Tonnen.

Hauptabnehmer europäischer Gerster sind in diesem Jahr:  Saudi-Arabien, China, Japan, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Sehr großes Angebot am Schwarzen Meer

Getreidelager

In seinem November-Report hatte das USDA gemeldet: Die weltweite Gerstenproduktion wird 2019/20 voraussichtlich den höchsten Stand seit 1994/1995 erreichen. Damit gibt es weltweit auch reichlich Ware für den Export. Das USDA prognostiziert für 2019/20 einen globalen Handel mit Gerste von 28 Millionen Tonnen. Das ist ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr - und außerdem die bislang dritthöchste Exportmenge überhaupt.

Die globalen TOP-Exporteure von Gerste haben – außer Australien – alle gute bis sehr Ernten eingebracht. Das trifft besonders auf Russland und die Ukraine zu, aber auch auf die Europäische Union. Australien könnte wegen einer erneuten Dürre allerdings eine Missernte einfahren – und als wichtiger Exporteur weitgehend ausfallen. Das dürfte die Preise im weiteren Verlauf stützten.

Außerdem ist der Preisabstand zum Mais deutlich kleiner als im vorigen Jahr. Damit ist auch die Konkurrenz zwischen den beiden Futtergetreidearten erheblich größer - zu Gunsten von Gerste. Die mit Abstand wichtigsten Importeure von Gerste sind auch in dieser Saison China und Saudi-Arabien. Ihre kombinierten Einfuhren wachsen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 3,4 Mio. Tonnen auf knapp 14 Mio. Tonnen.

 Stabile Importemengen erwartet das USDA von Japan und dem Iran. Dagegen ist der Einfuhrbedarf Nordafrikas (Marokko, Jordanien) kräftig gewachsen - das hilft vor allem Frankreich.

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