Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Gerstenmarkt

Futterweizen setzt Gerstenpreise unter Druck

gerste_ernte.jpg
am Mittwoch, 17.01.2018 - 16:21 (Jetzt kommentieren)

Während die Preise für Futtergerste an den deutschen Exporthäfen gestiegen sind, ging es mit den Preisen in Frankreich steil nach unten.

Offenbar haben sich die Erwartungen unserer französischen Nachbarn an mögliche Exportverkäufe Richtung Asien und Nordafrika nicht erfüllt. Das setzte die Preise an den französischen Handelsplätzen unter Druck.

Hinzu kommt der aktuelle Rückgang der Preise für Futterweizen. Diese dürfte wohl auch hierzulande noch für Druck auf die Gerstenpreise sorgen.

Auch der auf ein Dreijahreshoch gestiegene Euro bremst den Export in Drittländer und drückt auf die Gerstenpreise.

Norddeutsche Gerstenpreise zuletzt gestiegen

144

Am norddeutschen Großmarkt und Exporthafen Hamburg notierte man Futtergerste am Mittwoch (17.01) mit 156 EUR/t. Damit haben die Preise im Vergleich zur Vorwoche um 2 EUR zugelegt. Für die Anlieferung im  Februar wurden in Hamburg diese Woche ebenfalls Preise von 156 Euro notiert und damit das gleiche Niveau wie aktuell.

Im vorigen Jahr wurde Futtergerste in Hamburg zum gleichen Termin nur mit 148 EUR gehandelt und damit zu 8 EUR niedrigeren Preisen als in diesem Jahr.

Futterweizen wurde am Hamburger Exporthafen am Mittwoch (17.01) mit 158 EUR notiert und damit 5 Euro niedriger als vor einer Woche. Gleichzeitig hat sich der Preisabstand zwischen Futterweizen und Futtergerste in Hamburg auf auf 2 EUR erheblich verringert

Preise Südwesten etwas schwächer

Futtgerste Deu lang

Die Gerstenpreise franko Mannheim lagen in dieser Woche zwischen 148 und 151 EUR und damit 1 EUR niedriger als vor einer Woche.

Futterweizen wurde franko Mannheim zwischen 158 und 160 EUR gehandelt. Das sind 2 EUR weniger als vor Wochenfrist und 10 bis 11 EUR höhere Preise als für Gerste. Ab südwestdeutscher Station lagen die Gerstenpreise diese Woche zwischen 144 und 146 EUR und damit ebenfalls 1 Euro niedriger.

Am Großmarkt in Stuttgart bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste (ab Station) in dieser Woche in einer Spanne von 143 und 146 EUR. Damit waren die Preise unverändert zur Vorwoche. Für Futterweizen lagen die Preise in Stuttgart zwischen 158 und 162 EUR und damit 1 bis 3 EUR niedriger als vor einer Woche.

An den wichtigsten ostdeutschen Handelsplätzen (Großmärkten) bewegten sich die Gersten-Preise in dieser Woche zwischen 141 EUR und 147 EUR und damit in einer recht großen Spanne. Futterweizen wurde in Ostdeutschland im Schnitt mit 152 EUR notiert und damit 5 bis 11 EUR teurer als Futtergerste.

Preise in Frankreich kräftig gefallen

Futtgerste Frankreich

Die Preise für Futtergerste am wichtigsten französischen Handelsplatz, in Rouen, lagen am Dienstag (16.01) dieser Woche bei 146 Euro und waren damit immerhin 5 EUR niedriger als vor einer Woche.

Vor einem Jahr lagen die Gerstenpreise in Rouen bei 143 EUR und damit 3 EUR niedriger als jetzt. Der Abstand zu den Gerstenpreisen am deutschen Exporthafen Hamburg hat sich zuletzt auf 10 EUR deutlich vergrößert.

An den französischen Verladehäfen der Mosel (fob), notierte man Futtergerste am Dienstag (16.01) dieser Woche nur noch mit 140 EUR und damit sogar 12 EUR niedriger als in der vorigen Woche. Vor einem Jahr wurde Futtergerste an der Mosel für 139 EUR verladen und damit 1 EUR billiger als jetzt.

An der französischen Kanalküste in Dunkerque (Dünkirchen), wurde Futtergerste am Dienstag mit 146 EUR je t notiert. Am Dienstag der vorigen Woche hatte man in Dunkerque 152 EUR geboten und damit 6 EUR höhere Preise.

Deutsche Exporte stagnieren

Der europäische Export von Futtergerste liegt etwas über dem sehr schwachen Vorjahr. Ein spürbarer Nachfrageschub ist bislang jedoch ausgeblieben. Dafür sorgt auch der sehr feste Euro.

In den bisherigen 28 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2017/18 war die Ausfuhrmenge rund 12 % größer als im Vorjahr. Bis zum 9. Januar lag die europäische Exportmenge von Futtergerste bei knapp 2,7 Mio. t, nach 2,4 Mio. t im vorigen Jahr und sehr guten 6,1 Mio. t vor zwei Jahren.

Der deutsche Gerstenexport in Drittländer summiert in diesem Wirtschaftsjahr auf relativ schwache 464.268 t. Frankreich kommt bislang auf Exporte von 1,0 Mio. t und Rumänien hat 789.217 t Gerste in Drittländer verkauft.

Die wichtigsten Abnehmer waren bislang Saudi-Arabien mit 44,7 % der gesamten Ausfuhrmenge, gefolgt vom Iran mit 15,6 % der Exporte, China mit (lediglich) 8,2 %, Tunesien mit 7,7 % und Marokko mit 6,6 % der Gerstenexporte. 

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...