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Getreidemarkt und Getreidepreise

Geraten die Getreidepreise jetzt in einen Abwärtsstrudel?

Mais verladen.
am Montag, 12.04.2021 - 11:16 (Jetzt kommentieren)

In der neuen Woche beginnt der Handel beim Weizen mit roten Vorzeichen. Dabei hat der USDA-Report die Weizenpreise am Freitag zunächst beflügelt – denn der Verbrauch wurde hochgesetzt und die Bestände schrumpfen deutlich. Der Sojakomplex steht am Montag ebenfalls unter Druck – und der kommt jetzt aus Südamerika. Nur die globalen Maispreise können sich weiter auf sehr hohem Niveau behaupten – denn China selbst hat seine Importerwartungen kräftig nach oben korrigiert.

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Die globalen Weizenproduktion für 2020/21  hat das USDA im April mit 776,5 Millionen Tonnen nicht verändert. Dafür wurde der Verbrauch deutlich nach oben gesetzt, die Exporte anhoben und die  Lagerbestände deutlich reduziert. Der weltweite Verbrauch für 2020/21 wird um 5,1 Millionen Tonnen auf 781,0 Millionen Tonnen erhöht, hauptsächlich aufgrund des höheren Futtermittelverbrauchs in China.

Die Auktionsverkäufe der chinesischen Weizenvorräte sind weiterhin sehr hoch um den Futterbedarf zu befriedigen, und die Maispreise in China sind im Vergleich zum Weizen weiterhin sehr hoch. Diese Situation wird Chinas Weizenverbrauch im Tierfutter weiter steigern und um schätzungsweise 5,0 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 40,0 Millionen Tonnen erhöhen.

Den für das laufende Wirtschaftsjahr 2020/21 erwarteten Welthandel hat das USDA um 1,2 Millionen Tonnen auf den Rekordwert von 198,9 Millionen Tonnen angehoben, hauptsächlich aufgrund höherer Exporte Russlands und der EU-27. Russlands Exporte wurden trotz der Einführung einer Exportsteuer im April um 0,5 Mio. auf 39,5 Mio. Tonnen nach oben gesetzt. Der Grund: Russlands monatliche Weizen-Exporte waren weiterhin sehr hoch und gleichzeitig waren die russischen Weizenexportpreise im globalen Vergleich (trotz Steuer) am niedrigsten.

Die Exporte der EU-27 hat das USDA im April ebenfalls um 0,5 Millionen Tonnen auf jetzt 27,5 Millionen erhöht, was dem stärkeren Ausfuhrtempo der letzten Wochen geschuldet ist. Die weltweiten Endbestände für 2020/21 hat das USDA drastisch um 5,7 Millionen Tonnen auf 295,5 Millionen Tonnen gesenkt, wobei China für den größten Teil dieser Reduzierung verantwortlich ist. Die Lagerbestände in China werden im Jahr 2020/21 voraussichtlich zum ersten Mal seit acht Jahren um 6 bis 7 Milllionen Tonnen schrumpfen.

Russland sorgt für Druck auf die Weizenpreise

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Die globalen Weizenpreise sind in allen wichtigen Exportländern seit dem letzten Monat gefallen. Ein Grund sind die guten Aufwuchsbedingungen für Winterweizen in mehreren wichtigen Produktionsregionen – etwa Russland, der Ukraine, in Europa und zum Teil auch ind en USA. Darüber hinaus drosseln einige große Importeure derzeit ihre Einkäufe. Der Grund: Man erwartet, dass die neue Weizen-Ernte zu deutlich niedrigeren Preisen eingekauft werden kann. Erste russiche Angebote für die Ernte 2021 bestätigen das.

Der größte Preis-Rückgang bei den Top-Exporteuren war im vergangenen Monat in Russland zu beobachten. Dort wurden die Ernteprognosen zuletzt deutlich angehoben und die Exportrestriktionen im Rahmen der aktuellen Exportpolitik könnten wieder abgemildert werden. Dazu zählt die Ankündigung variabler Exportsteuern für das neue Erntejahr.

Die russischen Preise für die neue Ernte sind derzeit die niedrigsten aller großen Exporteure. Die  europäischen  Weizen-Preise haben deshalb zuletzt ebenfalls nachgegeben und folgen den russischen Kursen nach unten.

Die argentinischen Weizen-Notierungen sind ebenfalls leicht gesunken. Und auch die australischen Weizenpreise gehen zurück, werden jedoch weiterhin von einer sehr starken Nachfrage aus den asiatischen Märkten gestützt.

Mais: Chinas Riesenhunger hält die Preise weiter oben

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Die globale Maisproduktion für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2020/21 wurde leicht auf 1.137 Millionen Tonne erhöht. Gleichzeitig wurde der Verbrauch jedoch deutlich nach oben gesetzt und die Lagerbestände kräftig nach unten korrigiert. Die Maisproduktion wurde unter anderem für die EU-27 und Pakistan erhöht, wodurch die leichte Reduzierungen für Argentiniens Ernte teilweise ausgeglichen werde. Die Gerstenproduktion wird für Argentinien und auch der EU-27 höher angegeben als im Vormonat.

Zu den wichtigsten globalen Handelsänderungen zählen niedrigere prognostizierte Maisexporte für die Ukraine, basierend auf den bisherigen Versanddaten. Die Exporte von Gerste werden für Kanada, Argentinien und die EU-27 + Großbritannien erhöht. Die Gerstenimporte werden für China deutlich höher ausgweisen asl im Vormonat. Die globalen Maisendbestände sind gegenüber dem Vormonat um 5 Mio. Tonnen niedriger – vor allem wegen der exportbedingt schrumpfenden Mais-Bestände in den USA.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose für die Maisimporte 2020/21 am Freitag kräftig angehoben, was die tatsächliche Marktnachfrage aufgrund des explosionsartigen Anstiegs der Inlandspreise im Laufe des Jahres widerspiegelt. China wird voraussichtlich im Jahr 2020/21 etwa 22 Millionen Tonnen Mais importieren, teilte das Ministerium mit. Damit verdoppelte Peking seine Import-Prognose von zuvor 10 Millionen Tonnen.

Chinesische Händler und Futtermittelproduzenten haben im Laufe des Jahres erheblich mehr Mais, Gerste und Sorghum am Weltmarkt eingekauft, wegen der sich schneller als erwartet erholenden Schweineherde. Das US--Landwirtschaftsministerium (USDA) hat im aktuellen Report prognostiziert, dass Chinas Maisimporte sogar etwa 24 Millionen Tonnen erreichen werden. Die globalen Exportpreise für Mais haben sich im letzten Monat fast nicht verändert

Sojabohnen: Brasiliens Rekordernte drängt verspätet auf den Markt

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Der globale Ausblick am Sojamarkt für 2020/21 geht von einer etwas höheren Produktion aus, von mehr Exporten und höheren Lagerbestände im Vergleich zum Vormonat. Die weltweite Produktion wurde vom USDA um 2,2 Millionen Tonnen auf 363 Millionen erhöht. Günstige Erntebedingungen im südlichen brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul und aktualisierte Ernteergebnisse aus anderen Regionen führten zu einer Korrektur der brasilianischen Ernte um 2 Millionen Tonnen auf den neuen Rekordwert von 136 Millionen Tonnen nach oben. Im vorigen Jahr ernteten die Brasilianer „nur“ 128,5 Millionen Tonnen Soja.

Argentiniens Ernte ließ das USDA unverändert bei 47,5 Millionen Tonnen – im Vergleich zu 48,8 Millionen Tonnen im vorigen Jahr. Die globalen Sojabohnenexporte wurden um 1,2 Millionen Tonnen auf 170,9 Millionen nach oben gesetzt. Der Grund: Für Brasilien, Russland und USA wurden die Exporte angehoben, während die Lieferungen Paraguays und der Ukraine gesenkt werden.

Die weltweiten Endbestände bei Sojabohnen wurden um 3,1 Millionen Tonnen auf 86,9 Millionen Tonnen erhöht, hauptsächlich aufgrund höherer Lagerbestände in China und Brasilien.

Nach einem enttäuschenden Februar explodierten die brasilianischen Sojabohnenexporte im März und erreichten einen neuen Rekordwert von 13,5 Millionen Tonnen, 25 Prozent mehr als der bisherige Rekord von 10,9 Millionen Tonnen im März 2020.

Die sehr späte Ernte resultierte aus einem trockenheitbedingt verzögerten Beginn der Pflanzungen. Starke Regenfälle erschwerten und verlangsamten dann die Ernte, was zum Jahresbeginn zunächst zu den niedrigsten Exporten seit 3 ​​Jahren führte und die Weltmarktpreise nach oben jagte.

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