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Gerstenmarkt

Gerste weltweit knapp und teuer

am Montag, 24.09.2018 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

Nicht nur in Europa und Deutschland ist Gerste knapp und teuer. Auch am Weltmarkt werden für Futtergerste hohe Preise gezahlt.

Die kleinere globale Ernte deckt das dritte Jahr in Folge nicht den Bedarf.

Insbesondere China kauft und verbraucht mehr Gerste. Die weltweiten Bestände schrumpfen auf einen historischen Tiefstand. 

Kleinste Ernte seit 4 Jahren

Gerstenproduktion Global

Die globale Gerstenernte schrumpft nach der aktuellen Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren.

Ursache für die schrumpfende  Produktion sind kleinere Ernten bei den vier TOP-Exporteuren Russland, Europäische Union, Ukraine und Australien. Deren Produktionsrückgänge können durch eine größere Gerstenernte in Kanada bei weitem nicht ausgeglichen werden.

Zwar ist die Anbaufläche für Futtergerste in diesem Jahr weltweit ausdehnt worden, witterungsbedingt kam es jedoch sowohl am Schwarzen Meer als auch in Europa zu deutlich niedrigeren Erträgen.

Auch für den TOP-Exporteur Australien deutet der bisherige Witterungsverlauf auf eine ertragsschwache und kleine Ernte hin. In seinem September-Report ging das USDA von einer globalen Gerstenproduktion von knapp 143 Mio. t aus.

Bestände auf Rekordtief, China kauft mehr

Gerstenbestände

Im Vergleich zum schwachen Vorjahr wäre die neue globale Gerstenernte nochmals 1 Mio. t kleiner. Der erwartete Verbrauch von 144 Mio. t würde das dritte Jahr in Folge verfehlt. In der Folge schrumpfen die weltweiten Endbestände auf einen historischen Tiefstand von 18 Mio. t.

Der weltweite Handel mit Gerste bewegt sich hingegen weiterhin auf dem hohem Niveau des vorigen Jahres bei knapp 29 Mio. t. Die wichtigsten Nachfrager und Importeure sind China und Saudi-Arabien und dann mit deutlichem Abstand der Iran und Japan sowie zahlreiche Länder des Mittleren Ostens und Nordafrikas.

China könnte nach Einschätzung des USDA seine Einfuhren sogar um gut 1,0 Mio. t auf 9,5 Mio. t ausdehnen. Hintergrund sind unter anderem die deutlich kleineren chinesischen Importe bei Sorghum aus den USA.

Die Einfuhren des anderen Top-Importeurs Saudi-Arabiens erwartet das USDA hingegen relativ stabil bei 7,6 Mio. t und der Iran kommt ebenfalls unverändert auf Gerstenimporte von 3,3 Mio. t.

Russland und EU konkurrieren

Gerstenexporte

Die größten Exporteure sind nach den Prognosen des USDA auf nahezu gleichem Niveau Australien, die Europäische Union und Russland sowie mit einigem Abstand die Ukraine. Deutliche dahinter rangieren als globale Gerstenlieferanten Kanada und Kasachstan.

Dabei geht das USDA davon aus, dass die Exporte Australiens um fast 1,0 Mio. t auf 5,8 Mio. t schrumpfen und die Europäische  Union etwa 5,5 Mio. t Gerste am Weltmarkt verkauft und damit 0,5 Mio. t weniger als im vorigen Wirtschaftsjahr.

Die russischen Ausfuhren gehen im Jahresvergleich ebenfalls um 0,5 Mio. t  auf 5,3 Mio. t zurück. Die Ausfuhrmenge der Ukraine bleibt mit etwa 4,3 Mio. t nahezu unverändert, während Kasachstan seine Gerstenexporte auf 2,0 Mio. fast verdoppelt.

Sehr hohe Preise für Futtergerste

Gerstenpreise

Futtergerste wird an den Schwarzmeerhäfen (fob) derzeit für 234 USD je t verladen. Damit wird die Gerste am Schwarzen Meer etwa 5 Euro/t günstiger angeboten als am wichtigsten europäischen Exporthafen dem französischen Rouen. Dort kostete die Gerste zum gleichen Termin 239 USD/t. 

Außerdem wurde kostet Gerste in Russland sogar 15 USD/t mehr als Futterweizen mit 219 USD/t. In Rouen verkaufte man den  Weizen für 239 USD/ und damit ebenso so teuer wie die französische Gerste.

In den ersten 12 Wochen dieses Wirtschaftsjahres habend die Europäer bereits 1,3 Mio. t Gerste exportiert. Das sind etwa 8 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Von den Gesamt-Ausfuhren kamen 567.000 t aus Frankreich, 387.000 t aus Rumänien und 267.000 t aus Deutschland.

Hauptabnehmer waren bisher Saudi-Arabien (44 Prozent) und China (29 Prozent).

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