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MARS-Crop-Monitoring

Getreide-Aussaat in der EU: Erst viel zu trocken - und dann sehr nass

wintergetreide.
am Dienstag, 27.10.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In diesem Herbst hatten die Ackerbauern Probleme. Erst war es viel zu trocken und dann hörte es nicht mehr auf zu regnen.

Extremwetterlagen.

Warmes und trockenes Sommerwetter, gefolgt von reichlichem, und manchmal übermäßigem Regen, behinderten die Feldarbeiten in weiten Teilen Europas. Das berichtete die CROP-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem Oktober-Report. Das sehr warme und trockene Sommerwetter hielt die ersten drei Septemberwochen in weiten Teilen Europas an. Dies führt zu sehr hohen Temperaturen in einem breiten Gürtel von Nord nach Südeuropa.

In den vielen Regionen war dies der wärmste September seit 1979. Die Auswirkungen auf die Kulturpflanzen waren jedoch begrenzt, da sich die meisten Sommerkulturen bereits im Reifungsstadium oder darüber hinaus befanden. Ende September bis Mitte Oktober wurden in großen Teilen Mittel- und Westeuropas sowie im Mittelmeerraum reichlich Niederschläge und ein deutlicher Regenüberschuss verzeichnet.

Diese feuchten Bedingungen führten zu Verzögerungen bei der Ernte von Sommerkulturen und bei der Aussaat von Raps- und Wintergetreide. Für Winterraps ist das Aussaatfenster geschlossen. Bei Wintergetreide ist ein rechtzeitiger Abschluss der Aussaat noch möglich.

Auf EU-Ebene wurden die Ertragsprognosen für alle Sommerkulturen im Oktober nach unten korrigiert.

Winterraps: Trockener September verhinderte rechtzeitige Aussaat

aussaat.

Die Aussaat von Raps wurde vor allem in Frankreich, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine extrem behindert. Der Grund: Die sehr trockenen Sommerbedingungen dauerten bis September. Die Trockenheit verhinderte eine rechtzeitige Aussaat auf den ursprünglich geplanten Flächen.

Anderseits waren die Aussaat-Bedingungen in Deutschland, Polen, Dänemark und den baltischen Ländern gut, und ein guter Saisonstart wird erwartet, schreibt MARS in seinem Bericht. Die Anbaufläche in diesen Regionen kann den erwarteten Rückgang in den Ländern, die den trockenen Septemberbedingungen ausgesetzt waren, etwas ausgleichen, heißt es weiter.

In Frankreich behinderten trockene Böden in den Hauptanbaugebieten die Aussaat und trugen zu einer deutlichen Verringerung der Aussaatfläche bei. In westlichen Regionen Frankreichs waren die Bedingungen am besten, mit Regenfällen Ende August. Seit Ende September sind dann in Frankreich reichlich Niederschläge gefallen. Zwar haben diese die Bodenfeuchtigkeit wieder aufgefüllt, die Feldarbeiten musste jedoch unterbrochen werden und späte Sorten konnten nicht gesät werden, da das Aussaatfenster nun zu Ende geht.

In Deutschland wurden Ende August in den Hauptanbaugebieten erhebliche Niederschläge beobachtet, die die Bodenfeuchtigkeit nach einer Trockenperiode teilweise wieder auffüllten. Der Regen hörte in der zweiten Septemberhälfte jedoch auf, so dass die Landwirte mit der Aussaat fortfahren konnten. Ende September fielen dann wieder erhebliche Niederschläge.

In Polen waren die Aussaatbedingungen ebenfalls gut.

Wintergetreide: Verzögerte Aussaat in ganz Europa

Die Aussaat von Wintergetreide begann europaweit hauptsächlich unter trockenen Bedingungen. Während die Bestellarbeiten im Oktober in den nördlichen Regionen abgeschlossen wurden, verzögerte sich die Aussaat in vielen westlichen, zentralen und östlichen Regionen Europas.

Die Gründe waren: Trockene Bodenbedingungen im September und übermäßig feuchte Bedingungen im Oktober. Der rechtzeitige Abschluss der Aussaatkampagne ist in den kommenden Wochen aber noch möglich.

In den baltischen Ländern wurde die Aussaat von Wintergetreide bis Ende September innerhalb des optimalen Fensters und unter sehr guten Bedingungen abgeschlossen. In Schweden und Dänemark kam die Aussaat im trockenen September gut voran, und die Niederschläge im Oktober schufen optimale Bedingungen für ein gutes Wachstum

Zeitfenster für Wintergetreide noch offen – Ukraine mit Problemen

Wintergetreide.

In den Niederlanden (außer im Süden), in Deutschland und dem Vereinigten Königreich ging  die Aussaat im September trotz des trockenen Wetters gut voran. Erste die starken Regenfälle Ende September und Anfang Oktober verzögerten die Feldarbeiten. Das Auflaufen des Getreides wurde durch das kältere Wetter im Oktober etwas verlangsamt.

In Frankreich, im südlichen Teil der Benelux-Länder und in Polen haben die Feldarbeiten nach einem trockenen September ebenfalls zügig begonnen, starke und häufige Regenfälle verzögerten die Aussaat dann jedoch erheblich.

In ähnlicher Weise erschwerten in der Slowakei, in Tschechien, in Slowenien und in Kroatien zu feuchten Bedingungen die Feldarbeiten und die Aussaat von Wintergetreide. In Ungarn – und in geringerem Maße in Bulgarien und Rumänien – verzögerte sich die Aussaat durch sehr trockene Bedingungen bis Anfang Oktober. Danach verursachten starke Regenfälle weitere Verzögerungen.

Auch in der Ukraine wurde die Aussaat von Winterweizen und Gerste durch sehr trockene Bedingungen insbesondere im Südwesten verzögert. Im Oktober haben dann moderate Niederschläge die Bodenbedingungen etwas verbessert.

In Spanien und Portugal beginnt die Aussaat normalerweise Mitte Oktober. Die anhaltend trockenen Bedingungen dürften  die Aussaat in Südspanien und Portugal jedoch verzögern. In Italien und Griechenland beginnt erst im November das optimale Aussaatfenster für Getreide.

Für Hartweizen ist die Aussaat in allen produzierenden EU-Ländern noch früh. Die ersten Aussaatvorgänge beginnen normalerweise in der letzten Oktoberwoche.

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