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Getreidemarkt und Ölsaatenmarkt

Getreideernte Argentiniens verdorrt – Schlimmste Dürre seit 60 Jahren

Sojaernte-Argentinien
am Freitag, 13.01.2023 - 10:01 (Jetzt kommentieren)

Die Getreideernte und Sojaernte in Argentinien bricht drastisch ein.Grund ist die schlimmste Dürre seit 60 Jahren. Das hat Folgen für die globale Versorgung und die Handelsströme, denn Argentinien gehört bei Sojaprodukten, Mais und Weizen zu den weltweit größten Exporteuren. Vor allem die riesige Ernte beim Nachbarn Brasilien könnte aber einige Lücken füllen.

Sojaernte in Argentinien.

Die argentinische Getreidebörse in Rosario hat ihre Prognose für die aktuelle Sojabohnenernte 2022/23 von ursprünglich 49 Millionen auf 37 Millionen Tonnen um 25 Prozent gesenkt, teilte die Börse am Mittwoch mit. Das südamerikanische Land ist nämlich mit der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren konfrontiert.

Die argentinische Landwirtschaft wurde das dritte Jahr in Folge vom Wetterphänomen La Nina heimgesucht, dass für die Saison 2022/23 einen besonders dramatischen Rückgang der Niederschläge verursachte. Die Börse senkte deshalb auch ihre Schätzung der Maisernte 2022/23 von zuvor 55 Millionen Tonnen auf nur noch 45 Millionen Tonnen.

Argentinien ist der weltweit führende Exporteur von Sojaöl und Sojaschrot und nach den USA und Brasilen der drittgrößte Maisexporteur der Welt. Die schwere Dürre, die im Mai begonnen hat, drückt die Produktion von Getreide und Ölsaaten massiv nach unten. Die von der Rosariobörse geschätzten Sojabohnen-Ernte von 37 Millionen Tonnen wären schlechteste Sojabohnenernte in Argentinien seit 15 Jahren. Und die Situation könnte sich noch verschlechtern, sagte die Börse.

Die argentinischen Landwirte haben die Aussaat von Sojabohnen für die neue Ernte gerade abgeschlossen und bestellten nur 16 Millionen Hektar, sagte die Börse. Das sind wegen der Dürre rund 1,1 Millionen Hektar weniger als zuvor erwartet wurden.

Hinsichtlich der Maisfläche für die Ernte 2022/23 sagen die Börseanalysten, dass sie ihre Schätzung auf 7,3 Millionen Hektar reduzieren musste, verglichen mit den 7,9 Millionen, die im Dezember prognostiziert wurden. Man erwartet außerdem, dass die Weizenernte 2022/23, die vor kurzem beendet wurde, nur noch bei 11,5 Millionen Tonnen liegt. Das wäre nur halb so viel Weizen wie im letzten Jahr mit reichlich 22 Millionen Tonnen geerntet wurden.

USDA schätzt Argentiniens Ernte zu groß

Maisernte in Argentinien

Auch die andere große argentinische Getreidebörse in Buenos Aires teilte diese Woche mit, dass sie ihre Ernteprognosen für Mais und Sojabohnen um bis zu 25% gekürzt hat. Argentiniens Sojabohnenernte für 2022/23 wurde von der Börse in Buenos Aires auf 41 Millionen Tonnen geschätzt. Die abgeschlossene Weizenernte 2022/23 erwartet die Börse in Buenos Aires bei 12,4 Millionen, verglichen mit den 22,4 Millionen Tonnen, die im Vorjahr geerntet wurden.

Nach Einschätzung der Börse in Buenos Aires könnte der Herbst (ab Ende März) jedoch das El-Nino-Phänomen bringen. Im Gegensatz zu La Nina dürfte das El Nino-Phänomen zu überdurchschnittlichen Niederschlägen führen. Sicher ist das natürlich nicht.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte die Produktion von Sojabohnen, Mais und Weizen in seinem Januarreport (12.01) ebenfalls deutlich reduziert. Das USDA schätzte die Sojaproduktion Argentiniens von 49,5 Millionen Tonnen auf 45,5 Millionen Tonnen nach unten und die Maisernte von 55,0 Millionen Tonnen auf 52 Millionen Tonnen.

Das USDA liegt damit aber deutlich über den aktuellen Prognosen der beiden argentinischen Getreidebörsen. So ist im nächsten USDA-Report im Februar wohl eine weitere Korrektur nach unten fällig. Zudem wird ein Großteil der riesigen brasilianischen Sojaernte und Maisernte zum Stopfen der entstanden globalen Versorgungslücken benötigt.

Die argentinische Weizenernte sieht das USDA nach mehrmaligen Abwärtskorrekturen ebenfalls nur noch bei 12,4 Millionen Tonnen und die möglichen Exporte bei 7,5 Millionen Tonnen – im Vergleich zu 11,5 Millionen Tonnen in der zurückliegenden Saison.

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