Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

DRV-Ernteprognose 2019

Getreideernte ein Viertel größer als im Dürrejahr 2018

Herbizideinsatz im Winterweizen
am Donnerstag, 14.03.2019 - 14:05

Die deutsche Getreideernte wird ein Viertel größer als im Dürrejahr 2018. Die neue Rapsernte schrumpft auf ein historisches Tief.

getreideernte DEU

In seiner ersten Schätzung für das Jahr 2019 geht der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) von einer Getreideernte in Höhe von 47,1 Mio. t aus. Damit würden die deutschen Landwirte reichlich 9 Mio. t bzw. ein Viertel mehr Getreide ernten als im extremen Dürrejahr 2018.

Die Rapsernte wird wegen des trockenheitsbedingen Anbaurückgangs mit gerade einmal 3,2 Mio. t nochmals 13 Prozent kleiner als im vorigen Jahr erwartet. Das wäre ein historischer Tiefstand. 

Die Getreidebestände haben das Winterhalbjahr nach Einschätzung des DRV ohne größere Schäden überstanden. Daher stehen die Zeichen für eine solide Getreideernte in diesem Jahr gut“, sagte Guido Seedler, der Getreidemarkt-Experte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

Frühjahrsaussaat mit drei Woche Vorsprung

Aussaat von Sommergerste

Seedler informierte weiterhin, dass die Frühjahrsaussaat in diesem Jahr zweigeteilt verläuft. In den Frühsaatgebieten im Westen und Südwesten hat die Aussaat bereits in der zweiten Februarhälfte begonnen. Dort ist sie in weiten Teilen - mit Ausnahme von Mais – abgeschlossen. Das wären drei Wochen eher als im Mittel der vergangenen Jahre.

Die kühlere und wechselhafte Witterung der vergangenen zwei Wochen hat die Bestellarbeiten nach Mitteilung des DRV allerdings weitgehend zum Erliegen gebracht. Die teilweise ergiebigen Niederschläge wurden in vielen Regionen jedoch dringend benötigt. Über die Wintermonate konnten die Defizite des Vorjahres oft nicht ausgeglichen werden.

Gerade im Norden und Nordosten ist lediglich der Oberboden gut durchfeuchtet. Die tieferen Bodenschichten sind dagegen weiterhin trocken. Hier wird in den kommenden Wochen eine kontinuierliche Wasserversorgung notwendig sein, so der DRV

Dickes Plus bei Weizen und Wintergerste

Weizenernte

Die Weizenernte schätzt der DRV in seiner ersten Prognose auf 24,2 Millionen Tonnen. Das schwache Vorjahresergebnis von 20,2 Millionen Tonnen wird damit deutlich um 19 Prozent übertroffen.

Grund für den Produktionsanstieg sind hauptsächlich die rund 17,5 Prozent über dem extrem schwachen Vorjahr erwarteten Erträge von etwa 78,3 dt/ha. Bestätigt sich diese Prognose wäre dies die bislang viertgrößte  deutsche Weizenernte überhaupt.

Bei Wintergerste rechnet der Verband aufgrund einer rund 13 Prozent größeren  Anbaufläche  und 19 Prozent höhere Erträge mit einer Ernte von rund gut 9,9 Millionen Tonnen. Das wäre ein Zuwachs zum Vorjahr von gut einem Drittel.

Grünroggen wird als Futter gebraucht

Einen sehr kräftigen Zuwachs erwartet der DRV bei der Roggenernte. Hier geht man von einer Erntemenge von 3,6 Millionen Tonnen aus. Dieses Plus ist in hohem Maße auf eine deutlich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen. „Allerdings bezweifeln wir, dass diese Flächen auch komplett gedroschen werden", sagte Seedler.

Aufgrund der Futterknappheit in vielen Vieh haltenden Betrieben dürfte nämlich ein hoher Anteil der zusätzlichen Anbaufläche als Grünroggen geerntet werden“, betont der DRV-Experte. Bei Sommergerste geht der DRV von einer Aussaatfläche in Höhe von 370.000 Hektar aus. Das wäre ein deutliches Minus ein von knapp 17 Prozent zum Vorjahr.

Für Hafer und Sommerweizen werden 130.600 Hektar beziehungsweise 45.400 Hektar erwartet. Die Fläche für Körnermais wird mit 448.100 Hektar spürbar über dem Vorjahr prognostiziert.

Historisch kleine Rapsernte

Rapsernte

Anders als bei Getreide fällt die DRV-Prognose für Raps enttäuschend aus. Hier wird die Erntemenge auf nur 3,2 Millionen Tonnen geschätzt nach 3,7 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Der Grund für dieses historisch niedrige Ergebnis ist ein dramatischer Einbruch bei den Aussaatflächen. Während zur Ernte 2018 noch rund 1,2 Millionen Hektar bestellt wurden, reduzierte sich die Anbaufläche aufgrund der Trockenheit im vorigen Herbst auf 917.000 Hektar.

„Die Bestände haben sich nach den schwierigen Startbedingungen aufgrund des feuchten und milden Novembers jedoch gut entwickelt und den Winter weitgehend unbeschadet überstanden. Lediglich im Norden und Nordosten sind die Bestände teilweise sehr schwach. Hier drohen weitere Umbrüche“, sagte Seedler.