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Getreideernte und Getreidepreise 2021

Getreideernte: Weizenpreise fallen unter 200 Euro – Gerste stürzt ab

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am Montag, 12.07.2021 - 13:36 (Jetzt kommentieren)

Zum Beginn der Ernte stehen die Getreidepreise weiter unter Druck. Die Weizenpreise fallen am europäischen Terminmarkt erstmals seit Oktober unter die psychologisch wichtige 200-Euro-Marke.

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Am vorigen Freitag ging der September-Weizen mit 197 Euro je Tonne aus dem Handel. Am deutschen Kassamarkt sind die Preise noch etwas höher. Hier wurden am Hamburger Exporthafen zuletzt 204 Euro geboten – an den ostdeutschen Handelsplätzen lagen die Großhandelspreise jedoch unter 190 Euro. Das ist Rückgang zur Vorwoche von 4 bis 5 Euro und gegenüber Ende Juni ein Abschlag von 50 Euro je Tonne. Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen werden für die neue Ernte Weizenpreise von 196 Euro je Tonne gemeldet.

Bei Futtergerste ist der Preisdruck noch größer als bei Weizen. Hier wurden am Großmarkt und Exporthafen Hamburg am vorigen Freitag nur noch 180 Euro je Tonne geboten – nachdem die Preise eine Woche zuvor noch zwischen 187 und 193 Euro lagen. Ende Juni wurde Gerste noch mit rund 240 Euro je Tonne notiert. An den ostdeutschen Handelsplätzen werden aktuell sogar nur noch 160 Euro je Tonne geboten.

Am wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen werden für Futtergerste der neue Ernte 188 Euro je Tonne geboten. Grund für die höheren Preise bei unseren französischen Nachbarn dürften die guten Exportaussichten nach China sein.

Heute am späten Abend wird der neuen USDA-Report frische Daten zu den erwarteten Erntemengen in Europa, am Schwarzen Meer und den USA bringen – dann könnten die Getreidepreise erneut in Bewegung geraten.

Weizen: Erntedruck in Europa und am Schwarzen Meer

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Erntedruck und ein eingeschränktes Geschäft - auch wegen der fallenden Preise - halten die Weizenpreise europaweit unter Druck, berichten auch französische Analysten. Danach macht sich der Erntedruck in Europa und am Schwarzen Meer trotz der bei weitem nicht optimalen Wetterbedingungen deutlich bemerkbar.

Die aktuellen Regenfälle verzögern die Ernte derzeit in ganz Westeuropa, aber auch in der Ukraine und in Russland und könnten zu Qualitätseinbußen führen. Mengenmäßig bleiben die Ernteerwartungen jedoch sowohl am Schwarzen Meer als auch in Frankreich und Deutschland hoch, heißt es weiter. So behalten die Analysten von FranceAgriMer die Einstufung der französischen Weizenernte mit 79 Prozent als gut und sehr gut bei, verglichen mit nur 56 Prozent im Vorjahr und 66 Prozent im Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

Die verschiedenen Schätzungen gehen derzeit von einer französischen Weizenernte von 36 Millionen bis 38 Tonnen aus – im Vergleich zu nur 29,1 Millionen Tonne im vorigen Jahr. Allerdings ist die Handelstätigkeit derzeit sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite stark eingeschränkt.

Die Möglichkeiten im Export sind wegen der sehr starken preislichen Konkurrenz vom Schwarzen Meer begrenzt. Vor dort kommen zum Beginn der Saison in der Regel besonders aggressive Preis-Angebote. Die letzte ägyptische Ausschreibung endete mit dem Kauf von 180.000 Tonnen rumänischem Weizen und 60.000 Tonnen russischem Weizen.

Gerste: Preise fallen noch weiter - Qualitätssorgen

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Die Gerstenpreise haben ihre Verluste in der vorigen Woche im Sog der fallenden Weizenpreise und der schwachen Nachfrage ausgeweitet. Kurz vor dem Eintreffen der neuen Ernte an den wichtigsten französischen und deutschen Handelsplätzen, läuft das Geschäft sehr schleppend, berichten Analysten. Das gilt sowohl für die Nachfrage am europäischen Binnenmarkt als auch im Export.

Hinzu kommen die Unsicherheiten hinsichtlich der Qualitäten, die unter den widrigen Witterungsbedingungen geerntet werden. Das führen offenbar sowohl bei Käufern als auch bei Landwirten zu größerer Zurückhaltung und großer Vorsicht bei der Vermarktung.

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine als Gerstenexporteur blockiert zudem auch die Absatzchancen Frankreichs und der anderen europäischen Gerstenexporteure – zumindest zum Beginn der Saison 21/22. Das Wetter zum Beginn der Ernte bereitet Landwirten und Händlern weiterhin erhebliche Sorgen, denn es regnet derzeit nicht nur in Westeuropa – sondern auch am im Schwarzen Meer.

Die Niederschläge verzögern die Feldarbeiten sowohl in Teilen Deutschlands als auch in Frankreich und die Qualität könnte sich bei anhaltendem Regen schnell verschlechtern, befürchten Analysten. Für Frankreich schätzen die Analysten von FranceAgriMer den Anteil der Wintergerste in gutem und sehr gutem Zustand jedoch auf 74 Prozent, verglichen mit 50 Prozent im Vorjahr und 61 Prozent im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

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