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USDA-Report Januar 2022

Getreidepreise: Absturz für Weizen nach USDA-Report

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am Mittwoch, 12.01.2022 - 20:57 (Jetzt kommentieren)

Die Weizenpreise gaben Mittwochabend nach Veröffentlichung der USDA-Daten deutlich nach. Dagegen legten die Preise für Sojabohnen kräftig zu und die Maispreise veränderten sich nur wenig.

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In Europa brachen die Preise für Weizen, Mais und Raps empfindlich ein. Allerdings endete der Handel in Europa am Mittwochabend früher als in den USA. Am Mittwoch-Abend gegen 20 Uhr MEZ notierte der vordere Weizenkontrakt (März 2022) in Chicago mit einem deutlichen Minus von 12 Cent bei 757 Cent je Buschel.

Der im Norden der USA und in Kanada angebaute proteinreiche Sommerweizen gab um 8 Cent nach – auf 920 Cent je Buschel. Doch im laufenden Handel  am Donnerstag fallen die Weizenpreise in den USA weiter. Der vordere Märzkontrakt gibt um weitere 10 Cent auf 747 Cent je Buschel nach.

Der vordere Mais notierte an der CBOT aber nur 2 Cent im Minus bei 599 Cent je Buschel. Die Sojabohnen schossen hingegen um 13 Cent nach oben - auf 1.399 Cent je Buschel. Die Canolapreise in Kanada gaben trotzdem um 13 CAD nach - auf 1014 CAD je Tonne. Doch am Donnerstag dreht der Soja-Markt komplett. Die vorderen Sojapreise fallen im laufenden Handel um 20 Cent auf 1379 Cent je Buschel.

Die Vorgaben aus Übersee haben natürlich erhebliche Auswirkungen auf die europäischen Getreidepreise – obwohl der Handel hier früher endete. An der MATIF in Paris gab der vordere Weizenkontrakt für den März am Mittwochabend ziemlich deutlich um 5,50 Euro nach - auf nur noch 271,25 Euro je Tonne. Die neue europäische Weizen-Ernte ging um 2 Euro auf 248 Euro je Tonne nach unten. Und am Donnerstag fallen die Weizenpreise jedoch weiter. Der vordere Märzkontrakt gibt um weitere 3 Euro auf 268 Euro je Tonne nach.

Beim europäischen Maiskontrakt gaben die vorderen Preise am Mittwoch um 1,75 Euro auf 243 Euro je Tonne nach. Am Donnerstag geht es jedoch weiter nach unten auf 240 Euro je Tonne.

Die Rapspreise sind im Unterschied zu Sojabohnen – am Mittwoch bereits deutlich gefallen. Sie notierten für den Frontmonat Februar am Mittwochabend 16 Euro im Minus bei 779 Euro je Tonne. Und am Donnerstag geben auch die Rapspreise weiter nach. Der vordere Februarkontrakt bricht im laufenden Handel um fast 22 Euro ein auf 757 Euro je Tonne.

Weizen: Größere Produktion, weniger Export, höhere Bestände

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Der globale Weizenausblick des USDA für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/22 meldet eine größere Produktion, einen geringeren Verbrauch, geringere Exporte und höhere Lagerbestände. Die schlechte Nachricht für die US-Märkte war: Das USDA hat die US-Winterweizenfläche und die US-Weizenbestände zum Saisonende über den Analystenschätzungen gemeldet.

Die nach oben korrigierte Produktionsmengen in Argentinien und der EU wurden durch die etwas geringeren Erntemengen in Brasilien und Paraguay nicht kompensiert. Die argentinische Produktion hat das USDA um 0,5 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 20,5 Millionen Tonnen nach oben gesetzt.

Der Weltverbrauch 2021/22 wurde um 1,9 Millionen Tonnen auf 787,5 Mio. Tonnen gesenkt, hauptsächlich aufgrund des geringeren Einsatzes von Futterweizen in den Vereinigten Staaten, der EU und in der Ukraine. Relativ hohe Weizenpreise im Vergleich zu den übrigem Futtergetreide-Preisen werden den Futterverbrauch von Weizen voraussichtlich reduzieren, glaubt jedenfalls das USDA.

Der prognostizierte Welthandel 2021/22 wurde um 1,1 Millionen Tonnen auf 204,4 Millionen Tonnen gesenkt, da Exportrückgänge für Russland und die USA nur teilweise durch höhere Ausfuhren aus der EU ausgeglichen werden können.

Russland hat zudem kürzlich eine Weizenexportquote von 8,0 Millionen Tonnen angekündigt, für den Zeitraum Mitte Februar bis Ende Juni. Russlands Exporte wurden deshalb um 1,0 Millionen Tonnen auf 35,0 Millionen reduziert, während die EU-Exporte um 0,5 Millionen Tonnen auf 37,5 Millionen Tonnen erhöht wurden.

Die prognostizierten weltweiten globalen Endbestände 2021/22 wurden um 1,8 Millionen Tonnen auf 280,0 Millionen Tonnen angehoben, wobei die Erhöhung in den Vereinigten Staaten, Russland, Kasachstan und Argentinien erfolgte. Allerdings liegen die weltweiten Endbestände 2021/22 damit immer noch auf dem niedrigsten Stand seit 2016/17.

Mais: Mehr Mais in den USA und in der Ukraine

Für 2021/22 hat das USDA die gesamte globale Grobgetreideproduktion (Mais, Gerste, Sorghum) um 1,6 Millionen Tonnen niedriger auf 1.500,1 Millionen Tonnen prognostiziert. Die weltweite Maisproduktion wurde ebenfalls niedriger prognostiziert, wobei Rückgänge für Brasilien, Argentinien, Mexiko, die EU und Paraguay gemeldet wurden, die nur teilweise durch einen weiteren Anstieg der rekordhohen Maisernte in der Ukraine ausgeglichen werden.

In Argentinien verringert die Trockenheit im Dezember die Ertragsaussichten für den früh gepflanzten Mais in den zentralen Anbaugebieten. Das Witterungsrisiko nimmt jedoch auf der spät bepflanzten Maisfläche für einen Großteil der Ernte ebenfalls deutlich zu. Auch für Brasilien wurde die Ernteprognose gesenkt. Dies spiegelt reduzierte Ertragserwartungen für den Mais der ersten Ernte in Südbrasilien wider.

Für die USA selbst wurde eine höhere Produktion, ein höherer Verbrauch, geringere Exporte und größere Endbestände gemeldet.

Zu den wichtigsten Änderungen des globalen Handels mit Grobgetreide für 2021/22 gehören größere Maisexporte für die Ukraine. Außerdem wurde die Einfuhr von Gerste für den Iran erhöht, für Saudi-Arabien jedoch gesenkt. Die globalen Maisendbestände sind niedriger als im Vormonat erwartet wurde, was hauptsächlich auf Reduzierungen für Brasilien, Argentinien und Pakistan zurückzuführen ist. Insgesamt sind die weltweiten Maisbestände mit 303,1 Millionen Tonnen um 2,5 Millionen kleiner.

Sojabohnen: Deutlich weniger Soja in Südamerika

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Bei Sojabohnen meldet das USDA für 2021/22 eine geringere Produktion, weniger Exporte und kleinere Lagerbestände. Die globale Sojabohnenproduktion wird um 9,5 Millionen Tonnen aufgrund reduzierter Ernten für Brasilien, Argentinien und Paraguay gesenkt.

Brasiliens Sojabohnenernte wird um 5 Millionen Tonnen auf 139 Millionen Tonnen reduziert.Dies spiegeln die trockenen Wetterbedingungen im Dezember und Anfang Januar in Südbrasilien wider. Die Ernte Argentiniens wurde um 3 Millionen Tonnen auf 46,5 Millionen Tonnen reduziert, sowohl wegen einer kleineren Fläche als auch wegen schwächerer Erträge, was zu geringeren Exportmöglichkeiten führt.

Paraguays Ernte wurde ebenfalls um 1,5 Millionen Tonnen auf 8,5 Millionen Tonnen reduziert, was zu geringeren Exporten hauptsächlich in die Nachbarländer führt. Die Lagerbestände wurden aufgrund geringerer Lagerbestände in Brasilien und Argentinien um 6,8 Millionen Tonnen auf 95,2 Millionen Tonnen reduziert.

Außerdem meldete das USDA eine geringere Palmölproduktion für Malaysia und mehr Raps in Indien.Die brasilianische Agrarbehörde Conab hatte am Dienstag ihre Prognose 2021/2022 für die Sojabohnen- und Maisproduktion des Landes ebenfalls deutlich gesenkt.

Die US-Sojabohnenernte, die die Landwirte im Herbst 2021 geerntet haben, war die größte seit Beginn der Aufzeichnungen, da die Erträge höher waren als zuvor geschätzt, teilte das USDA mit.

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