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Börsentelegramm

Getreidepreise im Abwärtsstrudel

Ähren und Preiskurve
am Montag, 27.08.2018 - 16:46 (Jetzt kommentieren)

Die neue Woche beginnt mit fallenden Preisen für Weizen, Mais und Raps. Im laufenden Handel am Montag rutschen die Weizenpreise erstmals seit Juli wieder unter die 200-Euro-Marke.

Auch Mais und Raps müssen im am Montag erneut Federn lassen. Und das trotz einer ausgesprochen engen Marktversorgung bei Getreide und Raps.

Der Preisrutsch an den Börsen lähmt auch den Handel am physischen Markt. Bei vielen Landwirten geht die Verkaufsbereitschaft angesichts der fallenden Preise gegen Null. Gleichzeitig halten sich an dem weiter fallenden Markt auch die Abnehmer zurück.

Händler und Verarbeiter in den nordwestdeutschen Veredelungsregionen setzten ihre Angebotspreise in der neuen Woche jedenfalls nach unten.

Der Euro ist am Freitag auf den höchsten Wert seit Anfang August gestiegenund legt 0,8 % auf 1,164 USD zu. Die Rohölpreise (WTI) haben am Freitag um 1,3 % auf 67,72 USD je Barrel zugelegt.

Preisdruck auch in den USA

Ursache für die anhaltende Preisschwäche sind die ebenfalls auf breiter Linie fallenden Getreide- und Sojapreise in den USA und am Weltmarkt. Beim US-Weizen drücken offenbar die anhaltend schwachen Exportdaten der Amerikaner auf die Preise.

Bei Mais und Sojabohnen ziehen die hohen Ertragsaussichten im Mittelwesten den Markt nach unten. Hinzu kommen die Auswirkungen des Handelskriegs mit China.

In Europa drückt außerdem auch der zuletzt feste Euro auf die Preise. Er bremst zum einen die ohnehin sehr niedrigen Exporte. Zum anderen verbilligt ein teurer Euro die in US-Dollar abgerechneten Importe und zieht damit mehr „preiswerten“ Futterweizen, Mais und Soja auf den europäischen Markt.

Weizenpreise fallen unter 200 Euro

Taschenrechner vor Weizenlager

Die europäischen Weizenpreise sind am Freitag zurückgegangen und geben am Montag erneut deutlich nach. Gleichzeitig rutscht der Weizen erstmals seit Juli wieder unter die 200-Euro-Marke. Seit Anfang August sind die europäischen Weizenpreise damit um fast 20 Euro bzw.  knapp 10 % gefallen.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am vorigen Freitag bei 200,75 Euro. Das waren 3,25 Euro weniger als am Vortag und 8,25 Euro weniger als in der Woche zuvor. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde am Freitag mit 202,75 Euro notiert. Das war ein Minus von 3,0 Euro.

Am deutschen Kassamarkt haben die (nominellen) Preise am Montag ebenfalls nachgegeben. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Montag mit 207 Euro notiert und damit 1 Euro niedriger als am Freitag. Für die Anlieferung im September lagen die Angebote bei 209 Euro und damit 8,25 Euro über den vorderen Terminmarktkursen (September).

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen meldete man am Freitag für den dort angelieferten Brotweizen Preise von 202 Euro/t. Das waren 4 Euro weniger als zum zwei Tage zuvor.

Am heutigen Montag geben die Weizenpreise an der Matif weiter nach. In den USA stehen die Weizenpreise ebenfalls unter Druck. Der Septembertermin wird an der MATIF am Nachmittag nur noch mit 197,50 Euro notiert und damit 3,25 Euro niedriger als am Freitag.

Maispreise erneut unter Druck

Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag nachgegeben und bewegen sich auch am Montag nach unten. In den USA beginnt der Mais den Handel am Montag ebenfalls im roten Bereich. Seit Mitte August sind die europäischen Terminmarkpreise für Mais um etwa 10 Euro je t gefallen.

Der vordere Novemberkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Freitag bei 183,50 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag. Der nachfolgende Januartermin schloss bei 185,75 Euro. Das war ein Minus von 0,75 Euro/t.

Am Hamburger Hafen wird Importmais der neuen Ernte in dieser Woche mit 195 Euro notiert. Die Maispreise in Südoldenburg wurden  mit 197 Euro angegeben und damit 3 Euro niedriger als am Ende der vorigen Woche.

Am heutigen Montag geben die Maispreise an der MATIF erneut nach. Die neue Ernte (November) wird im mit 180 Euro notiert. Das ist ein weiterer kräftiger Abschlag von 3,50 Euro.

Rapspreise fallen deutlich

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Die Rapspreise haben am Freitag an der MATIF den vierten Tag in Folge nachgegeben. Am Montag setzt sich der Kursrückgang im laufenden Handel fort. Eine Ursache sind die ebenfalls rückläufigen Sojapreise. Seit Mitte August sind die europäischen Terminmarkpreise für Raps um etwa 12 Euro je t gefallen.

Der Novemberkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Freitag bei 375,50 Euro/t. Das war nur ein leichter Abschlag von 0,25 Euro. Der nachfolgende Februartermin wurde mit 373,0 Euro notiert. Das waren 0,75 Euro niedrigere Preise.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde für Raps am Montag 377 Euro geboten und damit 1 Euro weniger als am Vortag. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise bei 375 Euro.

Am heutigen Montag folgen die Rapspreise den Sojapreisen weiter nach unten. Der November wird mit 372,25 Euro notiert. Das ist ein deutliches Minus von 2,25 Euro.

Futtergerste und –weizen rückläufig

Nach unten ging es am Montag auch mit den Preisen für Futtergetreide. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote für Futtgerste bei 205 Euro/t. Zum Vortag  ist dies ein Abschlag von 2,50 Euro. Für die Anlieferung im September wurden ebenfalls 205 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg am Montag ebenfalls bei 205 Euro und damit 3,0 Euro niedriger als am Vortag und ähnlich teuer wie Gerste. Für die Anlieferung im September wurden für Futterweizen 207 Euro geboten.

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