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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise brechen ein – Keine gute Woche für Getreidebauern

Getreidefeld.
am Mittwoch, 16.06.2021 - 16:01 (1 Kommentar)

Das ist keine gute Woche für Getreidebauern. Die Preise für Weizen und Raps sind deutlich gefallen.

weizenpreise.

Nur der Mais konnte sich noch einigermaßen behaupten. Am Terminmarkt in Paris rutschen die Weizenpreise für die neue Ernte immer weiter auf die 200 Euro-Marke zu. Am Mittwoch behauptet sich der Septemberkontrakt im laufenden Handel zunächst bei 206 Euro je Tonne – und ist damit weit von seinen letzten Höchstständen entfernt.

Noch heftiger hat es den Raps erwischt: Hier sind die MATIF-Preise – im Sog der fallenden Sojakurse - in wenigen Tagen um 40 Euro je Tonne  gefallen. Am Mittwoch hält die Schwarze Ölsaat gerade noch die 500-Euro-Marke. Der Mais der alten Ernte wird in Paris immerhin noch mit 259 Euro notiert – und die neue Ernte kostet am gleichen Tage 205 Euro je Tonne.

Auslöser für den Kursrutsch sind wie so oft die USA. Dort sind die Getreidepreise zuletzt deutlich gefallen – obwohl das Crop-Rating des USDA sowohl für Mais und Soja als auch für den Sommerweizen eine deutliche Verschlechterung beim Wachstumszustand der Pflanzen zeigte.

Gleichzeitig kommen aus Russland, der Ukraine - und auch aus Deutschland - Meldungen über eine weiter nach oben korrigierte Ernteerwartung beim Weizen – und auch über mehr Weizenexporte.

Das Wetter und das USDA machen die Preise – Neue Daten Ende Juni

Rapspreise.

"Das heiße und trockene Wetter im gesamten US-amerikanischen Maisgürtel hat letzte Woche die Erntebedingungen in den ertragsstärksten Bundesstaaten, insbesondere in Iowa, deutlich verschlechtert", berichten US-Analysten. Der Zustand der Pflanzen könnte sich in der laufenden Woche weiter verschlechtern. Die aktuellen Wetter-Prognosen gehen jedoch davon aus, dass es in den kommenen Wochen endlich Regen und kühlere Temperarturen gibt.

Darauf hatten die nervösen Märkte mit deutlichen Preisabschlägen reagiert. Fakt es jedoch: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte am Montag Abend nur noch 68 % der US-Maisbestände als gut bis ausgezeichnet eingestuft. Das waren vier Prozent-Punkte weniger als in der Vorwoche.

Bei Sojabohnen wurden 62 %  als gut bis ausgezeichnet einstuft, dass waren sogar fünf Punkte weniger als in der Woche zuvor. Die bereits gestartete US-Weizenernte war bis Sonntag zu 4 Prozent abgeschlossen, teilte das USDA mit und blieb damit weit hinter dem langjährigen Mittel von 15 Prozent zurück.

Analysten in den USA begründeten die heftigen Preisausschläge und Korrekturen damit, dass der Getreidemarkt derzeit ein absoluter Wettermarkt ist und deshalb sehr volatil reagiert.

Analysten und Landwirte erwarten ein klareres Bild der künftigen US-amerikanischen Mais- und Sojabohnenernte vom USDA-Acreage-Report Ende Juni. Dieser Bericht könnte die Märkte erneut heftig bewegen. Die Richtung ist aber nicht klar.

Getreidepreise fallen wegen US-Plänen – und hohen Ernteprognosen

Maispreise.

In Südamerika erzielt der spät gepflanzte argentinische Mais besser als erwartete Erträge, was die Buenos Aires Grain Exchange dazu veranlasste, ihre Ernteschätzung für 2020/21 von zuvor 46 Millionen Tonnen auf 48 Millionen Tonnen zu erhöhen. Knapp 38 Prozent der Ernte seien bisher eingebracht, teilte die Börse in ihrem Wochenbericht mit. Argentinien ist der drittgrößte Maisexporteur der Welt.

Druck auf den Maismarkt kam indessen noch von ganz anderer Seite: Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden will die US-Ölraffinerien möglicherweise von den Mandaten zur Beimischung von Biokraftstoffen entlasten, berichten Broker. Immerhin fließen 40 Prozent der US-Maisernte in den Bioethanolsektor und die sehr hohen Maispreise haben die Margen der Ethanol-Hersteller und der Ölindusrie wegen der Beimischungspflicht stark schrumpfen lassen.

Negativ für die Weizenpreise waren zudem Meldungen aus Russland und Deutschland: Das russische Analystenhaus Sovecon teilte mit, es habe seine Prognose für die Weizenernte 2021 um 1,5 Millionen Tonnen auf 82,4 Millionen Tonnen angehoben. Grund sind die Regenfälle im Mai, die den Zustand des Winterweizens im Süden Russlands, der größten Weizen exportierenden Region, deutlich verbessert haben.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hatte die die deutsche Weizenernte diese Woche ebenfalls auf knapp 23 Millionen Tonnen nach oben korrigiert – gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von rund 900.000 Tonnen. Grund war das sehr feuchte und kühle Wetter im Mai.

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