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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise: Was drückt so mächtig auf die Weizenpreise?

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am Montag, 03.01.2022 - 13:43 (Jetzt kommentieren)

Die Weizenpreise haben zwischen den Feiertagen um 13 Euro nachgegeben. Auch das neue Jahr beginnt zunächst schwach. Dagegen legen die Preise für Raps und Mais im neuen Jahr zu. Rasp klettert auf 772 Euro je Tonne.

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Die Weizenpreise in Europa beginnen das neue Jahr schwächer. Dagegen können sich die Weizenpreise in Nordamerika behaupten. Gleichzeitig steigen die Preise für Soja und Raps sowie für Mais kräftig an. Dort geben die gerade begonnene Ernte in Südamerika und das dortige Wetter den Takt vor.

Beim Weizen werden weiterhin die Nachfrage der großen Importeure und die Qualität der verfügbaren Ware über die weitere Preisentwicklung entscheiden. Ganz wesentlich wird zudem die weitere Vorgehensweise Russlands bei den Exportsteuern und den Kontingenten die Preise beeinflussen – und natürlich der große Unbekannte am Getreidemarkt: Black Box China.

Vorerst erwarten die meisten Analysten, dass die anhaltend gut globale Nachfrage und das knappe Angebot an Mahlweizen die Preise relativ weit oben halten werden. In der Woche vor dem Jahreswechsel hat der Weizen allerdings mehr als 13 Euro verloren und ist an der MATIF recht deutlich unter die Marke von 280 Euro gerutscht.

Im neuen Jahr geben die Weizenpreise sogar noch weiter nach und notieren am Abend nru noch bei 276 Euro je Tonne. Offenbar haben die Exporte nach den Feiertagen noch nicht wieder richtig Fahrt aufgenommen – und der Markt lebt fast ausschließlich von Gerüchten, Ängsten und Spekulationen - anstelle von den Daten. Das ist Gift für die Getreidepreise.

Weizen in den USA fehlt Wasser – Argentinien mit Riesenernte

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Der internationale Markt ist weiterhin von der begrenzen Verfügbarkeit von Mahlweizen und einer ebenso dynamischen weltweiten Nachfrage geprägt. Neben den Beschränkungen der russische Exporte könnten nun auch noch die Ukraine in der zweiten Saisonhälfte Maßnahmen zum Schutz ihres Inlandsmarktes ergreifen. Das könnte wie ein Brandbeschleunierg auf die Preise wirken. Ähnlich wie ein militärischer Konflikt zwischen beiden Ländern.

Wichtig ist auch, dass die US-Winterweizen-Anbaugebiete weiter unter erheblichem Wassermangel leiden. Die Temperaturen im Mittleren Westen und den Plains waren während des gesamten Winters sehr mild, was die Pflanzen besonders anfällig für einen möglichen Temperaturabfall macht.

Die US-Weizen-Preise gingen vorige Woche zunächst wegen der erwarteten Winterstürme in wichtigen Anbaugebieten der US-Ebenen zurück, weil erwartet wurde, dass sie der Bodenfeuchtigkeit einen dringend benötigten Schub verleihen, sagten jedenfalls Händler.

Negativ für die Preise wirkt außerdem, dass Argentinien noch mehr als die derzeit prognostizierten 21,5 Millionen Tonnen Weizen 2021/22 ernten könnte (Ernte zu knapp 90 Prozent eingebracht), wenn die Erträge weiterhin so hoch wie derzeit gemeldet bleiben, schreibt die Getreidebörse von Buenos Aires am vorigen Donnerstag in ihrem Bericht.

Das russische Agrarberatungsunternehmen Sovecon hatte außerfdem mitgeteilt, es habe seine Prognose für Russlands Weizenexporte 2021/22 um 200.000 Tonnen auf jetzt 34,1 Millionen Tonnen angehoben, angesichts des zuletzt wieder deutlich stärkeren Versandtempos.

In China werden am 5. Januar 500.000 Tonnen Weizen aus den staatlichen Reserven versteigert, teilte das National Grain Trade Center mit. Das zeigt, dass Futtergertreide im Reich der Mitte weiterhin dringend gebraucht wird.

Sojaernte in Brasilien beginnt – die nächsten Wochen entscheiden

Rapspreise.

Sojabohnenanbauer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso haben jetzt sehr früh mit der Ernte begonnen, berichten Analysten. Die Schätzungen für die Ernte liegen trotz der Trockenheit im Süden bei über 140 Millionen Tonnen. Das wäre ein Rekord. Trockenheit in den südlichen Teilen des Landes hatten zuletzt (und auch heute) die Preise gestützt, aber Wettervorhersagen erwarten noch mehr Regen.

In Südbrasilien werden die Ernten von Sojabohnen und Mais wegen der dortigen Trockenheit voraussichtlich geringer ausfallen, sagten Wettervorhersagen und verschiedene Beratungsunternehmen. Die nächsten 8 Wochen werden in Brasilien über die Sojabohnenerträge entscheiden, daher spielt das Wetter im Januar und Februar die entscheidenden Rolle", sagte ein Analyst gegenüber Reuters.  

Derzeit halten die Regenschauer vor allem in Nordbrasilien an und erreichten allmählich Zentral- und Südwest-Parana. Das ist eher als frühere Wettermodelle vorhergesagt hatten.

Die frühe brasilianische Erntebeginn bedeutet indessen auch, dass China bald mit dem Kauf südamerikanischer Sojabohnen beginnen könnte, zu einer Zeit, in der der Exportmarkt normalerweise von US-Angeboten dominiert wird.

Die Exportverkäufe be von US-Mais beliefen sich laut USDA auf 1,307 Millionen Tonnen und übertrafen die Analystenprognosen. Der Export von Sojabohnen belief sich auf 599.100 Tonnen, womit sie die Handelsschätzungen von 700.000 bis 1,24 Millionen Tonnen verfehlten.

Kassapreise folgen Terminmarkt nur langsam

Der Weizen für den neuen Frontmonat März 2022 wird am europäischen Terminmarkt am Montag-Nachmittag mit 277,25 Euro je Tonne gehandelt – das sind 13 Euro weniger als in der Weihnachts-Woche. Der nachfolgende Mai-Termin 2022 notierte am Montag bei 275,25 Euro je Tonne und damit ebenfalls 13 Euro niedriger als zu Weihnachten.

Die neuen Weizenernte 2022 wird am Terminmarkt in Paris im neuen Jahr mit knapp 250 Euro notiert. Ein Minus von 10 Euro zur Vorwoche.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen Ende der vorigen Woche noch mit 289 Euro je Tonne notiert. Das sind zwar 11 Euro mehr als am Terminmarkt – jedoch 11 Euro weniger als zu Weihnachten. Für die Anlieferung zum Märztermin wurden Ende des Jahres 293 Euro je Tonne geboten. Heute dürften die Preise im laufenden Handel nachgeben.

Die Preise für Futtergerste lagen in Hamburg Ende des Jahres noch bei 264 Euro je Tonne.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am heutigen Montag mit 273 Euro je Tonne notiert, ein Minus von 1 Euro gegenüber der Vorwoche. Die fob-Preise für den Export lagen in Rouen aktuell bei 320,7 Euro je Tonne – ein Preisrückgang von 2 Euro im Wochenvergleich. Futtergerste wurde in Rouen am Montag für 254 Euro je Tonne angeliefert.

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